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Glückliche Orte gibt
es nicht. Orte sind nicht glücklich, Menschen sind glücklich.
Manchmal. Nicht immer. Für einen Augenblick kann man glücklich
sein. Nur ein Moment, an dem das Glück da ist. Schon vorbei.
So ist das mit dem Glück. Aber an diesen Moment erinnern wir
uns: die Geräusche, die Gerüche, das Licht. Das war ein
glücklicher Ort. Die Stadt
ist voll von glücklichen Orten
Früher einmal dachten die Menschen, es sei ein Engel,
der vorbei gehe, wenn das Glück kommt. Wir rufen es herbei, öffnen
ihm die Tür, es tritt ein und alles strahlt. Was zuvor dunkel
und eng war, wird hell und weit. Wenn das Glück da ist, kann
auch eine Tiefgarage strahlen. Oder der Essener Hauptbahnhof.
Es gibt so
viele glückliche Orte, wie es Menschen in der Stadt gibt. Jeder
hat einen Ort, wo ihm das Glück begegnet ist. Hier: hier ist
es gewesen, hier hat es mich getroffen, an dieser Stelle haben unsere
Wege sich gekreuzt. Die Stadt ist voll von glücklichen Orten.
Überall sind sie, nur wir können sie nicht sehen. Was wir
sehen, ist grau und überfüllt, die Autobahn zu voll, der
Zug zu spät, die Häuser zu hoch, der Himmel zu fern. Beton,
Stahl, Glas, Asphalt, wenig Grün, wenig Licht.
Glitzernd, golden und schön zeigen die Wimpel das Glück
Warum ist dies ein glücklicher Ort? Das ist eine Straßenkreuzung
in Essen. Und dort ist das Arbeitsamt. An dieser Stelle bist du ihm
begegnet und hier hast du endlich nach Jahren einen Job gefunden.
Schreib es auf! Häng es auf und zeig es allen! Glitzernd, golden
und schön zeigen die Wimpel das Glück. Sie werden in großen
Mengen verteilt und jeder kann sie aufhängen und beschriften.
Wohin werden sie gehängt? – Jeder hängt sie dorthin,
wo ihm das Glück begegnet ist. Was wird darauf geschrieben? –
Die Geschichte vom Glück an diesem Ort, vor vielen Jahren oder
gestern: Geschichten über das, was dort geschah.
So erzählen
die „Glückliche-Orte-Wimpel“ von Menschen, denen
das Glück begegnet ist. Großflächig verteilt erzählen
sie vom Glück in der Stadt. Jeder kann sie sehen, jeder kann
sie lesen, jeder kann sie weitererzählen. Die ganze Stadt spricht
über das Glück.
Aufschreiben
und Aufhängen ist die eine Sache, zurückschicken die andere.
Jede Geschichte kann per Handy oder E-Mail an das Theater geschickt
werden. Auf einer Internetseite des Schauspiel Essen sammeln wir die
eingesendeten Geschichten. So entsteht ein ungeahntes Archiv: Geschichten
vom Glück in der Stadt.
Topografie des Glücks
Mit dieser Kampagne eröffnet das Schauspiel Essen seine
Stadtprojekte in der vierten Spielzeit. Jetzt verändern nicht
Künstler die Stadt, sondern die Bewohner werden aktiv. Jeder
Essener und jede Essenerin, Besucher, Reisende und Passanten erinnern
sich an einen Moment des Glücks in Essen. Jede Geschichte, die
sie erzählen, ist eine Intervention im öffentlichen Raum.
Jeder
„Glückliche-Orte-Wimpel“, der in Essen aufgehängt
wird, verändert die Stadt. So wird eine ganze Stadt verwandelt
durch die Geschichten und Erfahrungen ihrer Einwohner und Besucher.
Das große und kleine Glück blitzt auf an jeder Ecke und
Essen erhält eine neue Stadtkarte. Von Glück zu Glück,
von Ort zu Ort verbinden sich Menschen, Orte und Geschichten zu einer
Topografie des Glücks in der Stadt.
Weitere Informationen ab September 2008
Der Anhänger für die Kampagne wurde entworfen
von: colonie-cgn.com/catrin mackowski
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