Themenreihe 3

Künstlerporträt:
Akademie für Alte Musik Berlin

In drei Porträtkonzerten zeigt das Ensemble aus Berlin seine stilistische Bandbreite

Wenn das Kürzel "Akamus" als Lebensmittel-Siegel dienen würde, stünde es vermutlich für so etwas wie Frischzellenkur. Doch "Akamus" ist die verknappte Form von "Akademie für Alte Musik" in Berlin. 1982 in der damaligen DDR gegründet, hat sich das Ensemble, das ohne festen Chefdirigenten arbeitet, in die oberste Liga der Spezialisten für historische Aufführungspraxis katapultiert, mit einer ungemein vitalen, eben: frischen Spielweise. Man ist keinem musealen Ansatz gefolgt, sondern hat Erkenntnisse über das Musizieren von damals auf eine moderne Form von heute übertragen. "Wir spielen auf Originalinstrumenten oder auf Nachbauten", erklärt Georg Kallweit, Konzertmeister des Orchesters. Gleichzeitig wird alles Herkömmliche hinterfragt: "Bogenstriche, Artikulationen und andere Parameter". Inzwischen gleicht die Entwicklung der Berliner "Akademie" einer einzigen Erfolgsgeschichte, preisgekrönt für zahlreiche CD-Einspielungen, bejubelt bei Konzerten in der Heimat und auf Tourneen. Nun kommt "Akamus" für drei Porträtkonzerte nach Essen, in denen die Berliner ihre ganze stilistische Bandbreite aufzeigen: mit Musik des italienischen Barock, von Vivaldi bis Caldara, mit einem wahren Klassiker des Oratorien-Repertoires, Händels "Messiah", sowie mit (früh-)klassischen Konzerten der Bach-Familie und von Wolfgang Amadeus Mozart.