Themenreihe 1

In Residence:
Pygmalion – Raphaël Pichon

Das detaillierte und vollständige Programm finden Sie in unserem Jahresheft, das Sie hier herunterladen können.
Hinweis: Die genauen Programminformationen zu den Konzerten der zweiten Spielzeithälfte 2021/2022 veröffentlichen wir im Dezember 2021. Bis dahin finden Sie hier noch keine Detailangaben zu den Veranstaltungen ab 1. Februar 2022.
Sa 23.10.2021 20:00 Uhr
Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel
Sa 20.11.2021 20:00 Uhr
Werke von Heinrich Schütz, Johannes Brahms und Felix Mendelssohn Bartholdy
Fr 04.03.2022 20:00 Uhr
Pygmalion
"La vie du Christ" I
Geburt
Werke von Johann Sebastian Bach und Michael Praetorius
Sa 05.03.2022 20:00 Uhr
Pygmalion
"La vie du Christ" II
Leiden
Werke von Johann Sebastian Bach
So 06.03.2022 17:00 Uhr
Pygmalion
"La vie du Christ" III
Auferstehung
Werke von Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emanuel Bach
So 20.03.2022 19:00 Uhr
Pygmalion
Mozart
Späte Sinfonien
Werke von Wolfgang Amadeus Mozart
Sa 23.04.2022 20:00 Uhr
Pygmalion
"Fil d'Ariane"
A-cappella-Chorwerke von Johannes Ockeghem, Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Richard Wagner, Gustav Mahler, Alban Berg und Arnold Schönberg

Raritäten und Klassiker der Musikgeschichte in sieben inspirierten Programmen

Die Musik des Barock ist nicht ohne Johann Sebastian Bach zu denken, und Bach heute eigentlich nicht mehr ohne Raphaël Pichon und sein aus Chor und Orchester bestehendes Ensemble Pygmalion. Reinhard J. Brembeck nannte den Franzosen Anfang dieses Jahres in der "Süddeutschen Zeitung" gar den "derzeit wunderbarsten Bach-Dirigenten". Die Begründung: "Weil er in einem kühn visionären Ansatz die strukturelle Klarheit der historischen Aufführungspraxis mit einer fulminanten Klangsinnlichkeit verbindet."

Seinen ersten Bach sang der 1984 geborene Pichon bereits im Kindesalter bei den "Petits chanteurs de Versailles". Nach seiner musikalischen Ausbildung trat er dann zunächst als Countertenor unter Alte-Musik-Koryphäen wie Jordi Savall, Ton Koopman und Gustav Leonhardt auf. 2006 gründete Pichon sein eigenes Ensemble Pygmalion, mit dem er sich schnell einen Namen machte. Pichon und Pygmalion nehmen die Hörerinnen und Hörer mit auf faszinierende und mitreißende Klangreisen, die meist zugleich erhellende musikalische Verbindungslinien zwischen Renaissance und Romantik aufzeigen. "Mein Credo", so sagte der impulsive Dirigent einmal, "ist recht einfach: Man muss ein Repertoire mit einem roten Faden aufbauen."

Das kommt bei seiner Essener Residency sehr schön beim zentralen Projekt "La vie du Christ" (Das Leben Christi) zum Ausdruck. Diese drei Konzerte über die Geburt, das Leiden und die Auferstehung Jesu lassen Hauptwerke Bachs wie einzelne Kantaten aus dem "Weihnachtsoratorium" und seine "Johannespassion" im Glanz weniger bekannter Musikstücke erstrahlen. Beim Antrittskonzert am Spielzeitbeginn wird es demgegenüber hochdramatisch, geht es doch um extreme barocke Affekte bei Bach und Händel. Und auch hier steht Bekannteres wie die in Auszügen erklingende Händel-Oper "Giulio Cesare" neben Unbekannterem wie einer frühen Bach-Kantate oder Händels eindringlicher "Brockes-Passion". Zum Totensonntag bringt Pichon mit dem "Deutschen Requiem" ein trostspendendes Hauptwerk des Bach-Verehrers Johannes Brahms, dargeboten mit Rückbezügen auf Heinrich Schütz und Felix Mendelssohn Bartholdy. In den beiden übrigen Konzerten stellen sich die virtuosen Spielerinnen und Spieler sowie Sängerinnen und Sänger von Pygmalion getrennt vor: Da lässt das auf historisch-authentischen Instrumenten brillierende Ensemble Mozarts drei große letzte Sinfonien hintereinander wie im Sturm erleben. Die Sänger aber spannen bei "Fil d’Ariane" einen Ariadne-Faden mit A-cappella-Chormusik von der Renaissance bis zur frühen Moderne – ein Muss für alle Fans anspruchsvoller Chormusik!