25 Jahre Orchesterakademie
Benefizkonzert

Werke von Antonio Vivaldi, Astor Piazzolla, Avner Dorman, Sergej Prokofjew
März 2024
Fr
15
http://www.theater-essen.de/ Theater und Philharmonie Essen Opernplatz 10, 45128 Essen

25 Jahre Orchesterakademie
Benefizkonzert

Alfried Krupp Saal · Philharmonie Essen
Veranstalter: Essener Philharmoniker



Stipendiat*innen der Essener Philharmoniker, Ehemalige Stipendiat*innen der Essener Philharmoniker, Musiker*innen der Essener Philharmoniker
Violine, Dirigent
Julian Rachlin
Die Orchesterakademie der Essener Philharmoniker feiert in dieser Spielzeit ihr 25-jähriges Bestehen mit einem festlichen Benefizkonzert im Alfried Krupp Saal der Philharmonie Essen. Anlässlich des Geburtstags wurde ein neues Werk bei Avner Dorman in Auftrag gegeben, das im Rahmen des Konzerts von aktuellen und ehemaligen Stipendiat*innen unter der Leitung von Julian Rachlin zur Uraufführung gebracht wird. Die Orchesterakademie, ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, wurde 1999 anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Essener Philharmoniker gegründet. Seitdem werden in der Akademie in jeder Spielzeit sechs bis acht junge, hochtalentierte Musiker*innen ein Jahr lang intensiv auf den beruflichen Einsatz in einem Spitzenorchester vorbereitet.
Avner Dorman
"Green Spaces"
(Uraufführung)
Sergej Prokofjew
Sinfonie Nr. 1 D-Dur, op. 25 "Symphonie classique"
Antonio Vivaldi
"Der Sommer" aus "Le quattro stagioni" (Die vier Jahreszeiten) - Konzerte für Violine, Streicher und Basso continuo, op. 8 Nr. 2
Astor Piazzolla
"El Otoño Porteño" aus "Las cuatro estaciones porteñas" (Die vier Jahreszeiten)
(bearbeitet von Leonid Desyatnikov)
Antonio Vivaldi
"Der Winter" aus "Le quattro stagioni" (Die vier Jahreszeiten) - Konzerte für Violine, Streicher und Basso continuo, op. 8 Nr. 4
Astor Piazzolla
"La Primavera Porteña" aus "Las cuatro estaciones porteñas" (Die vier Jahreszeiten)
(bearbeitet von Leonid Desyatnikov)
Interview

Avner Dorman über sein Stück "Green Spaces"

Seit 25 Jahren gibt es die Orchesterakademie der Essener Philharmoniker – die Ausbildungsstätte für junge Instrumentalist*innen, die eine berufliche Laufbahn in einem Orchester anstreben. Gegründet auf Anregung des damaligen Generalmusikdirektors der Essener Philharmoniker Stefan Soltész, bietet die Orchesterakademie Nachwuchstalenten aus der ganzen Welt die Möglichkeit, ein Jahr lang praktische Erfahrungen in einem Profi-Klangkörper zu sammeln, um sich optimal auf den Beruf der Orchestermusiker*innen vorzubereiten. Die Erlöse dieses Benefizkonzerts, das von u. a. aktuellen und ehemaligen Mitgliedern der Orchesterakademie und Musiker*innen aus den Reihen der Essener Philharmoniker unter der Leitung von Julian Rachlin gespielt wird, kommt vollumfänglich der Akademie zugute. So international wie die Orchesterakademie (in diesem Jahr stammen die Mitglieder mit China, Spanien, der Schweiz, Südkorea und Deutschland aus fünf verschiedenen Ländern), ist auch das Programm des Jubiläumskonzerts mit Werken von Komponisten aus Israel, Russland, Italien und Argentinien. Den Beginn macht die Uraufführung des aus Tel Aviv-Yafo stammenden Avner Dorman. Die Tatsache der langjährigen Städtepartnerschaft zwischen Tel Aviv-Yafo und Essen hat Dorman dazu inspiriert, mit seiner Neukomposition ein musikalisches Porträt der Ruhrmetropole zu entwerfen.

Lieber Avner, dein neues, extra für unsere Orchesterakademie geschriebenes Werk trägt den Titel „Green Spaces“ (Grüne Orte) – was hat es damit auf sich?

Ich hatte von Anfang an die Idee, ein Stück zu schreiben, das den Klang der Stadt Essen in sich trägt. Dafür musste ich aber natürlich genau wissen, was diese Stadt ausmacht, wie sie aussieht, was das Besondere an ihr ist – und leider hatte ich bis Kompositionsbeginn keine Möglichkeit, Essen persönlich zu besuchen. Also habe ich sehr viel über die Stadt gelesen, Bilder und Videos angeschaut, mit Bürger*innen gesprochen oder Online-Stadttouren gemacht. Ich habe festgestellt, dass Essen trotz seiner industriellen Vergangenheit sehr grün ist! Zudem werden viele „naturferne“ Orte, wie beispielsweise die Zechen, transformiert. Sie werden grün und damit meine ich nicht nur, dass Gras oder Blumen gepflanzt werden, sondern dass Orte gesellschaftlich nutzbar, zu Orten der Begegnung, der Kultur, des Austausches, auch konkret des Naturgenusses gemacht werden, und die Stadt damit um viele Common Spaces, Gemeinschaftsräume, bereichert wurde und wird.

Wie genau klingt unsere Stadt?

Essen, wie es heute ist, wäre nicht so ohne seine industrielle Vergangenheit, die sehr stark mit dem Bergbau verknüpft war. So beginnt auch mein Stück: Die Musik ist laut und vital, sie trägt das Leben einer Arbeiter*innenstadt in sich, erinnert an eine niemals stoppende Maschine. Die Klänge erinnern dabei an den Alltag in einer Zeche: Sie sind industriell und mechanisch, aber gleichzeitig majestätisch, denn das war das Gefühl, das ich beim Betrachten von Bildern der Zeche Zollverein direkt verspürt habe. Der metallische Bergbau-Sound wird maßgeblich durch das Schlagwerk gefärbt. Gegen Ende meiner Komposition

transformiert sich das „Industrielle“ in Musik, die an Klassik oder Barock erinnert und im letzten Abschnitt konkret die Renaissance zitiert. Die Maschine weicht etwas Zarterem, Weicherem, der Natur, der Utopie. Die metallischen, rhythmischen Klänge von Zymbal, Amboss oder Schlagzeug werden ersetzt durch hölzerne, wärmere des Marimbafons.

Die Industrie transformiert sich in Natur. Die Musik erzählt dann vom heutigen und zukünftigen Essen, das aber nie seine Wurzeln vergisst – worauf die Integration der älteren Musikstile in der Komposition hindeutet. Der Stückschluss trägt das melodische Material vom Anfang immer noch in sich, der Rhythmus hingegen ist verschwunden. Wir schauen auf das, was schon immer da war, aber sehen es mit anderen Augen und entdecken die Welt um uns herum neu.

Hast du auch das Essener Lebensgefühl komponiert?

Unbedingt. Ich empfinde eure Stadt als sehr lebendig, divers, aufgeweckt und reich an Kunst und Kultur. Davon erzählt auch die Musik. Es gibt verschiedene stilistische Einflüsse, Konflikte werden gelebt und gelöst, Partys gefeiert. So enthält das Stück beispielsweise einen Tanz-Abschnitt. Hier finden sich Anklänge an Populärmusik vor allem der 1920/30er-Jahre. In diesem Teil spielt die Posaune eine wichtige Rolle. Sie wird mit einer speziellen, aus dem Jazz bekannten Spieltechnik, genannt plunger mute, menschlichen Gesang nachahmen!

Ich bin sehr gespannt, ob sich dein Eindruck zu Essen, wenn du schließlich hier bist, mit dem deckt, den du durch deine Recherchen über die Stadt gewonnen und komponiert hast.

Und ich erst! So oder so bin ich schon jetzt großer Fan eurer Stadt!
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