Pressemitteilungen

Hier finden Sie Pressemitteilungen aller Sparten der Theater und Philharmonie Essen.
17.05.2021
Hermann Schmidt-Rahmers Inszenierung am Schauspiel Essen kommt zunächst online zur Aufführung
Ensemble in Hermann Schmidt-Rahmers Inszenierung "Früchte des Zorns" nach dem Roman von John Steinbeck
Essen. Eigentlich war die Premiere von Hermann Schmidt-Rahmers Inszenierung „Früchte des Zorns“ für Ende April 2021 im Essener Grillo-Theater geplant. Wegen des anhaltenden Pandemiegeschehens kann sie letztendlich nicht live über die Grillo-Bühne gehen und wird in die nächste Spielzeit verschoben. Damit die Zuschauerinnen und Zuschauer aber nicht ganz auf die Aufführung in dieser Saison verzichten müssen, hat sich das Team des Schauspiel Essen dazu entschieden, das Stück nach John Steinbecks berühmten Roman als Stream vorab im Internet zu zeigen. Die Inszenierung wurde zum Abschluss der Probenzeit im Grillo-Theater von der Wuppertaler Produktionsfirma Siegersbusch aufgezeichnet und wird am 21. und 30. Mai sowie am 6., 11. und 18. Juni, jeweils ab 19:00 Uhr für jeweils 24 Stunden auf dem Streaming-Portal www.dringeblieben.de zu sehen sein.

John Steinbecks Roman „Früchte des Zorns“ spielt im Amerika der 1930er Jahre: Nach Dürre und Missernten ziehen die Farmer Oklahomas zu hunderttausenden heimat- und mittellos in den vermeintlich goldenen Westen. Doch statt Arbeit und Wohlstand erwarten die sogenannten „Okies“ Hass und Ausgrenzung der Einheimischen. Unter den Schutzsuchenden befindet sich die Familie Joad. Zunächst optimistisch, dann immer verzweifelter kämpfen die Joads um Würde, persönliches Glück und den Zusammenhalt der Familie.
Vor dem konkreten historischen Hintergrund beschreibt Steinbeck in seinem mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Epos die großen und zeitlosen Themen einer Welt, die immer schon von Migration und sozialer Ungleichheit geprägt ist. „Früchte des Zorns“ porträtiert die Ankommenden und die bereits Dagewesenen und fragt uns auch im Heute: Sind wir tatsächlich bereit zu teilen? Und wie zynisch ist es, von „westlichen Werten“ angesichts der Gewalt an „sicheren Außengrenzen“ zu sprechen?

Es spielen in der von der GENO BANK Essen geförderten Inszenierung Dennis Bodenbinder, Thomas Büchel, Lene Dax, Alexey Ekimov, Ines Krug, Stefan Migge, Jan Pröhl, Sven Seeburg, und Silvia Weiskopf. Bühne: Thilo Reuther, Kostüme: Pia Maria Mackert, Videografie: Alexandra Costa Pinto, Maske: Karola Baumgart, Dramaturgie: Simon Meienreis

Die Aufführung dauert 90 Minuten. Um sich den kostenfreien Stream anzusehen, reicht für die Zuschauerinnen und Zuschauer eine Registrierung mit ihrer E-Mail-Adresse auf www.dringeblieben.de. Sie bekommen dann per E-Mail einen Code zugeschickt, mit dem sie sich zum gewünschten Termin die Vorstellung kostenlos und bequem zuhause ansehen können. Weitere Informationen und die direkte Verlinkung zum Streamingportal auf www.schauspiel-essen.de
28.04.2021
Schauspiel Essen startet am 6. Mai 360°-Aufführung von „Der Reichsbürger“
Stefan Diekmann in Thomas Krupas Inszenierung "Der Reichsbürger". (c) Martin Kaufhold
Essen. Auf das Live-Erlebnis einer Aufführung in einem Theater muss das Publikum seit vielen Monaten verzichten. So begibt sich das Schauspiel Essen nun erstmals in die Welt der virtuellen Realität und ermöglicht Zuschauerinnen und Zuschauern in Essen via Virtual-Reality-Brille Theater hautnah zuhause zu erleben. Als erstes Projekt hat das Team um Intendant Christian Tombeil Thomas Krupas erfolgreiche Inszenierung „Der Reichsbürger“ ausgewählt. Sie wurde an die Erfordernisse der 360°-Perspektive angepasst und um ein in Deutschland derzeit einmaliges räumliches Ambisonic-Klangerlebnis erweitert. So ist aus der Theaterinszenierung, die in der Spielzeit 2019/2020 in der Box Premiere feierte, ein ganz eigenständiger Virtual-Reality-Film entstanden.

Ab Donnerstag, 6. Mai können sich Essener Bürgerinnen und Bürger das immersive Theatererlebnis, bei dem sie regelrecht in die Bühnenwelt eintauchen können, im Stadtgebiet von Essen nach Hause liefern lassen und damit auch in Zeiten eingeschränkter Bewegungsfreiheit so nah dran sein wie niemals zuvor. „Als Zuschauender steckt man mitten im Geschehen und es mutet so an, als würde Schauspieler Stefan Diekmann nur für einen selbst spielen“, erläutert Christian Tombeil das VR-Erlebnis.

In dem Stück von Konstantin und Annalena Küspert geht es um sogenannte "Reichsbürger". Zu ihrem Credo gehört, dass sie die Rechtmäßigkeit der Bundesrepublik Deutschland nicht anerkennen, denn ihrem Geschichtsverständnis nach ist die Besatzung Deutschlands nie beendet worden und die Bundesrepublik ausschließlich ein Konstrukt der Alliierten. Für Reichsbürger besteht somit das Deutsche Reich fort. – Grund genug für sie, sich aus dem Gesellschaftsvertrag zurückzuziehen, dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland die Legitimation abzusprechen und zu glauben, dass sie die Exekutive selbst in die bewaffnete Hand nehmen können.
Die Autoren beleuchten die Psyche eines Reichsbürgers, der weit davon entfernt ist, wie ein aggressiver Verschwörungsfanatiker daherzukommen, und nähern sich dabei ebenso bissig wie aufklärerisch diesem irritierenden gesellschaftlichen Phänomen.

Für Regie und Bühne sowohl der Inszenierung als auch des Films zeichnet Thomas Krupa verantwortlich, die Musik wurde von Hannes Strobl komponiert und produziert. Es spielt Stefan Diekmann. 360°-Videoaufzeichnung und Postproduktion: Tobias Bieseke, Set-Ton und Video: Adrian Kareev, Spatial Audio Postproduction: Thomas Koch, Lichtdesign: Christian Sierau, Dramaturgie: Vera Ring, Produktions- und Ausstattungsleitung: Friederike Külpmann, Technische Koordination VR-Equipment: Markus Hesse


Wir bedanken uns bei der Brost-Stiftung für die Förderung des VR-Projektes.
Der 360°-Film entstand in Kooperation mit collective archives.

Das 360°-Theatererlebnis zuhause können Interessentinnen und Interessenten aus Essen im Webshop der Theater und Philharmonie Essen buchen. Nach der Buchung wird die bestellte VR-Brille inklusive abspielbereitem Film „Der Reichsbürger (360°)“ im Stadtgebiet von Essen durch den Kurierdienst STADTBOTE zwischen 18 und 19 Uhr nach Hause geliefert und ein paar Stunden später auch wieder abgeholt. „Es soll in der Anwendung sehr einfach sein. Die gelieferte VR-Brille und die Kopfhörer müssen die Zuschauerinnen und Zuschauer nur aufsetzen und schon geht’s los“, verspricht Christian Tombeil. Die Auslieferung der VR-Brillen erfolgt nach hygienischen Standards.


Buchungen für die VR-Vorstellungen „Der Reichsbürger (360°)“ im Mai können ab Montag, 3. Mai vorgenommen werden. Premiere ist am 6. Mai.
Kosten für eine Buchung inkl. Lieferung und Abholung der VR-Brille (ausschließlich) im Stadtraum von Essen:
€ 25,00.
Mehr Infos, Vorstellungstermine und Buchungen unter www.schauspiel-essen.de.

15.04.2021
Vorleseaktion von Grillo-Schauspielerinnen und -Schauspielern wird am 24. April fortgesetzt
Essen. Da sie seit Monaten wegen des Lockdowns nicht vor Publikum auftreten, bieten einige Ensemblemitglieder des Schauspiel Essen ein ganz besonderes Angebot für Kinder an: eine Vorleseaktion am Telefon. Dabei können sich junge Zuhörerinnen und Zuhörer im Alter von 6 bis 10 Jahren eine spannende Geschichte in ihrem eigenen Zuhause vorlesen lassen. Die ersten beiden Termine im Februar und März waren ein voller Erfolg und so wird es am Samstag, 24. April in der Zeit von 14:00 bis 16:00 Uhr einen weiteren Vorlesenachmittag geben. Mit dabei sind diesmal die Grillo-Schauspielerinnen und -Schauspieler Dennis Bodenbinder, Ines Krug, Sabine Osthoff, Sven Seeburg, Rezo Tschchikwischwili und Silvia Weiskopf. Die Lesungen dauern 15 bis 20 Minuten. Welche Geschichten vorgelesen werden, wird vorher nicht verraten.
Zuhören können die Kinder alleine oder – sofern es ein Telefon mit Lautsprecher gibt – gemeinsam mit ihren Geschwistern oder Freunden. Voraussetzung ist natürlich, dass auch zuhause die Corona-Regeln eingehalten werden.

Anmeldungen unter Angabe des Namens des Kindes bzw. der Kinder (bei Lautsprecher), der Altersangabe(n) sowie der Telefonnummer, unter der die Lesung stattfinden soll, nimmt Theaterpädagoge Marguerite Windblut unter der E-Mail-Adresse Marguerite.Windblut@tup-online.de entgegen. Anmeldeschluss ist Dienstag, 20. April.
Martin Siebold
Mit großer Bestürzung nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Theater und Philharmonie Essen (TUP) Abschied von ihrem Kollegen Martin Siebold. Er starb nach kurzer schwerer Krankheit am vergangenen Sonntag im Alter von nur 55 Jahren. Siebold leitete seit 2010 die Pressestelle für das Schauspiel Essen und seit 2013 auch für das Aalto Ballett Essen. Mit großer Leidenschaft und sehr viel Energie widmete er sich der Vermittlung zwischen dem Theatergeschehen und dem Publikum. Auch über seine lokale Theaterarbeit hinaus setzte er sich für eine starke Kommunikation der hiesigen Bühnen ein und gehörte 2001 zu den Gründungsmitgliedern des Netzwerks Theatermarketing NRW, an dem er bis zuletzt aktiv teilgenommen hat.
Nach einem Studium der Theaterwissenschaften, der Neueren deutschen Literatur und Philosophie sowie Stationen am Badischen Landestheater Bruchsal, dem Theater Bielefeld und der Burghofbühne Dinslaken war Siebold seit 2001 zunächst als Dramaturg, später als Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach tätig. An diesem Theater lernte er auch Christian Tombeil kennen, der damals Künstlerischer Betriebsdirektor und Stellvertretender Generalintendant war. Als Tombeil 2010 als Intendant ans Schauspiel Essen wechselte, ging Martin Siebold als Pressechef mit in die Ruhrgebietsmetropole. Hier begleitete Siebold den Start des neuen Schauspiel-Teams, viele Premieren und Uraufführungen, die Jubiläumsspielzeit 2017/2018 zum 125-jährigen Geburtstag des Grillo-Theaters sowie die Feierlichkeiten „25 Jahre Aalto-Theater“ presse- und öffentlichkeitswirksam.
Martin Siebold hinterlässt eine Frau und vier Kinder, von denen zwei erwachsen sind. Die Gedanken der Kolleginnen und Kollegen sind bei seiner Familie.
22.01.2021
Aalto-Theater, Grillo-Theater und Philharmonie Essen bleiben geschlossen
Aufgrund des nicht kalkulierbaren Pandemiegeschehens und der Unsicherheit, wie es generell im Veranstaltungsbereich in den kommenden Wochen weitergehen wird, haben die Intendanten und die Geschäftsführung der Theater und Philharmonie Essen (TUP) entschieden, den derzeit ruhenden Spielbetrieb bis Ende März nicht wieder aufzunehmen. Damit bleiben die Philharmonie Essen, das Aalto-Theater und das Grillo-Theater für kulturelle Live-Angebote weiterhin geschlossen. „Wir gehen diesen Schritt, um eine größere Planungssicherheit zu erhalten“, begründet TUP-Geschäftsführerin Karin Müller diese Entscheidung. „Eine immer wieder neue Anpassung des Spielplans im Zwei-Wochen-Rhythmus ist mit unseren komplexen Produktionsabläufen nur schwer vereinbar. Unser Ziel ist es nun, unserem Publikum im April wieder ein attraktives Programm u. a. mit zwei Opern-Premieren, zwei Ballett-Premieren, vier Premieren im Schauspiel sowie verschiedenen Konzerten anzubieten, sofern es die Pandemie-Lage zulässt.“

Als Alternative bieten die Philharmonie Essen und die Essener Philharmoniker in diesem Zeitraum einige Online-Konzerte an: Neben einer Verdi- und einer Operettengala sowie zwei Kammerkonzerten im Januar und Februar kommt es im März zu den ersten Spielzeit-Auftritten von Residenz-Künstler Sir Antonio Pappano und Porträt-Künstler Igor Levit sowie einem weiteren Sinfoniekonzert der Essener Philharmoniker. Auch die digitalen Projekte der StadtEnsemble-Clubs „Interzonen“ und „Positronen“ werden in den kommenden Wochen wie geplant stattfinden.
10.01.2021
Auch ein telefonischer Kontakt ist nicht möglich
Vor dem Hintergrund der von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus bleiben das TicketCenter der Theater und Philharmonie Essen (TUP) sowie die Kasse des Aalto-Theaters bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen. Auch ein telefonischer Kontakt ist derzeit nicht möglich. In dringenden Fällen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des TicketCenters per E-Mail unter tickets@theater-essen.de erreichbar. Alle wichtigen Informationen zu Kartenrückerstattungen und Gültigkeit von Umtausch- und Stornoscheinen sind weiterhin unter www.theater-essen.de einsehbar.
26.11.2020
Grillo-Theater, Aalto-Theater und Philharmonie Essen bleiben weiterhin geschlossen
Vor dem Hintergrund der von Bund und Ländern beschlossenen Verlängerung der bislang geltenden Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus haben die Intendanten und die Geschäftsführung der Theater und Philharmonie Essen (TUP) entschieden, den Spielbetrieb bis voraussichtlich Mitte Januar nicht wieder aufzunehmen. Damit bleiben die Philharmonie Essen, das Aalto-Theater und das Grillo-Theater länger für das Publikum geschlossen, als gestern zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten vereinbart. „Wie es danach weitergeht, lässt sich nicht vorhersagen“, so TUP-Geschäftsführerin Karin Müller, „aber für die Theater und Philharmonie Essen bedeutet diese Entscheidung eine mehrwöchige Planungssicherheit.“ Mit der Einstellung des Spielbetriebes bis Mitte Januar schaffe die TUP nicht nur den Besucherinnen und Besuchern, sondern auch den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen verlässlichen Rahmen für die kommenden Wochen.

Besucherinnen und Besucher, die bereits Tickets für Veranstaltungen bis einschließlich 1. Januar 2021 erworben haben, wenden sich zwecks Umtausch oder Rückgabe bitte an das TUP-TicketCenter, II. Hagen 2, T 02 01 81 22-200. Für eine möglichst einfache und schnelle Bearbeitung steht hier ein Rückerstattungsformular zur Verfügung.
30.10.2020
Statement der TUP-Geschäftsführung sowie der TUP-Intendanten zur Entscheidung von Bund und Ländern, den Spielbetrieb in Theatern und Konzerthäusern vom 2. – 30 November 2020 einzustellen
Wir, die Geschäftsführung und Intendanten der Theater und Philharmonie Essen, respektieren selbstverständlich die Entscheidung der Bundesregierung sowie der Länder-Ministerpräsidentinnen und -präsidenten, im Zuge der neuerlichen Anti-Corona-Maßnahmen auch den Spielbetrieb in Theatern und Konzerthäusern vom 2. – 30 November 2020 einzustellen. Gleichwohl sind wir nach wie vor der Auffassung, dass diese Entscheidung unverhältnismäßig und zur Eindämmung der Pandemie wenig zielführend ist. Wir sind uns bewusst, dass die weitere Ausbreitung des Corona-Virus nur über die Reduzierung sozialer Kontakte und die Einhaltung der AHA+L-Regeln zu verhindern ist. Die Vorkehrungen durch Schutzmaßnahmen, Hygienekonzepte und Reduktion der Platzkapazitäten, die wir in unseren Häusern getroffen haben, verfolgen genau dieses Ziel.
Dass „die Politik“ handeln muss, steht außer Frage, und es ist uns auch bewusst, dass die Menschen, die in der Verantwortung stehen, nicht leichtfertig ganze Branchen aufs Spiel setzen, dennoch hätten wir uns bei den einzelnen Maßnahmen, die jetzt auf uns zukommen, mehr Augenmaß gewünscht.

Karin Müller
Geschäftsführerin Theater und Philharmonie Essen

Hein Mulders
Intendant Aalto-Musiktheater, Essener Philharmoniker, Philharmonie Essen

Christian Tombeil
Intendant Schauspiel Essen

Ben Van Cauwenbergh
Intendant Aalto Ballett Essen
16.06.2020
Die Essener Compagnie muss „Der Widerspenstigen Zähmung“ Corona-bedingt absagen
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie reichen auch beim Essener Aalto-Ballett bis weit in den Herbst. So steht bereits jetzt schon fest, dass John Crankos Ballett „Der Widerspenstigen Zähmung“ nicht in der Spielzeit 2020/2021 im Aalto-Theater aufgeführt werden kann – die Premiere war ursprünglich für den 24. Oktober vorgesehen.

„Nach dem heutigen Stand der offiziellen Hygienevorschriften ist es ausgeschlossen, so einen großen Klassiker auf die Bühne zu bringen. Und da es momentan völlig offen ist, wie sich die Situation im Sommer entwickeln wird, können wir nicht garantieren, dass unsere Proben Mitte August starten können“, erläutert Ballettintendant Ben Van Cauwenbergh. „So mussten wir uns schweren Herzens zu diesem Schritt entschließen.“

Welche Inszenierung an Stelle von „Der Widerspenstigen Zähmung“ in den Spielplan aufgenommen wird, kann Van Cauwenbergh momentan noch nicht absehen: „Es hängt von den im Herbst geltenden Hygieneanforderungen ab. Dementsprechend werden wir Ende August mitteilen, welches Ballett das Essener Publikum ab dem 24. Oktober erwarten darf.

Ballettfans, die bereits Karten für ursprünglich anberaumte Vorstellungstermine reserviert haben, müssen sich um nichts kümmern: Die Reservierungen werden automatisch vom TUP-TicketCenter wieder gelöscht.
08.05.2020
Das Festival Unruh® vom 20. - 23. Mai erstmals digital
Ruhrgebiet. Die aktuellen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben auch Auswirkungen auf die Theaterarbeit von und mit Jugendlichen im Ruhrgebiet: Neben der Einstellung von Spiel- und Probenbetrieb sind auch die Treffen von Jugendclubs, Workshop-Angebote oder bereits geplante Festivals betroffen. Um das seit 2002 alljährlich stattfindende Festival Unruh® auch in diesem Frühjahr durchführen zu können, haben die acht beteiligten Theater für ihren traditionellen Treffpunkt der Jugendtheatergruppen der Schauspielhäuser des Ruhrgebiets nun ein Alternativkonzept für diese Ausnahmesituation entwickelt: Unruh® 2020 digital! Vom 20. - 23. Mai präsentieren junge Ensembles vom Schauspiel Essen, Schauspiel Dortmund/KJT Dortmund, Theater Duisburg, Schauspielhaus Bochum, Theater Oberhausen, Theater an der Ruhr Mülheim und Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel ihre Angebote via instagram (@festivalunruhr), die neu gestaltete UnruhR-Homepage sowie weitere digitale Plattformen.

„Mit der digitalen Alternativ-Version des Festivals wollen wir einerseits die lange Tradition des Zusammenkommens und des gegenseitigen Austausches fortsetzen und andererseits deutlich machen, wie man durch Flexibilität und Kreativität konstruktiv und innovativ mit den gegebenen Umständen umgehen kann“, unterstreicht Aline Bosselmann, Theaterpädagogin am Schauspiel Essen. Die Jugendtheatergruppen würden auf diese Weise die Erfahrung machen, dass sie durch Umdenken und das Einschlagen neuer Wege trotz der Pandemie ihre Projekte fortführen können. „In den Stückentwicklungen bzw. -erarbeitungen steckt die Arbeit von über einem halben Jahr Proben, in denen Jugendliche ihre Gedanken und Gefühle, gruppendynamische Prozesse, persönliche Themen und Konflikte und gesellschaftsrelevante Fragen sichtbar machen wollen“, ergänzt Josephine Raschke, die Produktionsleiterin des diesjährigen Festivals, dies gelte es wertzuschätzen und den Jugendlichen das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein. „Wir wollen mit der einmaligen Digitalisierung des Festivals erreichen, dass die Ergebnisse aus den persönlichen Proben- und Schreibprozessen trotz Pandemie-Auflagen Blüten tragen und der Welt ‚Hallo‘ sagen können“, so Bosselmann.

Unterstützung für die digitale Umsetzung des Festivals bekommen die Gruppen von Josephine Raschke, Laura Zielinski, Genoveva Wieland und Carolin Pfänder, die sich aus dem Studium der Szenischen Forschung der Uni Bochum kennen. Sie koordinieren die Beiträge und erstellen rund fünf Tage vor Beginn des Festivals einen Redaktionsplan, nach dem täglich von 10 - 20 Uhr die neuen Beiträge, Kunstprojekte, Verlinkungen auf andere Webseiten (z. B. YouTube, Homepage) und Formate der Gruppen auf Instagram veröffentlicht werden.

Einige der Programmpunkte finden in einem geschützten Rahmen nur für die teilnehmenden Gruppen statt. Bei der Auswahl ihrer Themen und Präsentationsformen haben die Gruppen selbstverständlich freie Hand. Sie können sich mit den Eigenproduktionen oder Stücken der Theaterliteratur auseinandersetzen, die sie im Rahmen des ursprünglich geplanten regulären Festivals gezeigt hätten. Dabei könnten Fragen wie „Was machen ihre Bühnenfiguren jetzt?“, „Wie würden sie in den sozialen Medien auftreten?“ oder „Würden sie sich begegnen?“ behandelt werden. Auch das Theater selbst könnte zum Gegenstand der Betrachtung werden: Was könnte digitales Theater sein? Wohin soll sich Theater entwickeln? Was ist eigentlich alles eine Bühne und muss die immer aus Holz oder Tanzboden sein? Und da sich das Theater ja auch häufig mit aktuellen, die Gesellschaft bewegenden Umständen befasst, könnte ein weiterer thematischer Schwerpunkt die derzeitige Situation selbst sein: Welche Auswirkungen hat sie auf die Gruppe und jeden Einzelnen? Was sind Chancen dieser Zeit? Wie gehen die Spielerinnen und Spieler praktisch damit um?

„Wir wollen keine Vorgaben machen, sondern Anregungen geben“, betont Josephine Raschke, „die inhaltlichen Themen können natürlich ineinander übergehen und es können auch weitere Themen einfließen.“ Dies gilt übrigens auch für die Präsentation: Die Gruppen entscheiden selbst, welche Formate sie wählen. So können sie ihre Ergebnisse einmalig, mehrfach oder regelmäßig an vier Tagen zur gleichen Uhrzeit zeigen, sie können es live oder vorproduziert machen und sie können zwischen Videos, Fotos, Texten, Bildergalerien, Streams oder Verlinkungen zu einer anderen Plattform wählen.

Diese Vielfalt eröffnet allen Teilnehmenden, aber auch einer breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit, auf die Beiträge schnell zu reagieren und damit in einen Austausch zu kommen, z. B. per Live-Chat auf YouTube, Kommentarfunktion unter Beiträgen oder Likes, wobei die Kuratorinnen vom Festival-Team die unterschiedlichen Austauschformate moderieren werden.

Traditionell gehören zum UnruhR-Festival auch Workshops für teilnehmende Jugendliche. Diese wird es auch in der digitalen Version geben: Zu den Themen Szenisches Schreiben, Schauspiel, Tanzen und Bewegung, Clowns-Workshop und Physical Theatre werden
Video-Tutorials oder Live-Streamings zur Verfügung gestellt.

Das UnruhR-Festival wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Festival Unruh® 2020, das 19. Treffen der Jugendtheatergruppen der Schauspielhäuser im Ruhrgebiet, vom 20. - 23. Mai 2020 auf instagram: @festivalunruhr
Homepage: www.festivalunruhr.de (ab dem 9. Mai) und https://www.instagram.com/festivalunruhr/