Pressemitteilungen

Hier finden Sie die Pressemitteilungen aller Sparten der Theater und Philharmonie Essen.
20.05.2019
Silvia Weiskopf und Alexandra Danshova sind am 29. Mai in der Grillo-Heldenbar „Gedankengefangene“
Am Mittwoch, dem 29. Mai sind die Schauspielerin Silvia Weiskopf und die Komponistin Alexandra Danshova „Gedankengefangene“.
Essen. In der nächsten Ausgabe der Reihe „Freischuss“ am Schauspiel Essen geht es ums Denken, um das Aufblitzen unterschiedlicher Ideen und Gedanken, um das Chaos im Kopf. Am Mittwoch, dem 29. Mai sind die Schauspielerin Silvia Weiskopf und die Komponistin Alexandra Danshova ab 20 Uhr in der Heldenbar des Grillo-Theaters „Gedankengefangene“.
Wie ist das, wenn man in Gedanken versunken ist, wenn eine bestimmte Idee einen nicht mehr loslässt? Wenn man nicht weiß, ob man einen glänzenden Einfall sofort festhalten oder vielleicht doch lieber auf eine noch bessere Eingebung warten soll? Oder sollte man doch erstmal dichten, dann komponieren und danach einkaufen gehen?

Silvia Weiskopf und Alexandra Danshova lassen an diesem Abend ihre Gedanken schweifen. Dabei bringen sie Gedichte und eigens komponierte Musik genauso zu Gehör wie Einkaufszettel oder To Do-Listen, verbinden Lyrik mit Profanem und Klavierspiel mit (Alltags-)Poesie. Und das alles „von Frauen über Frauen für Frauen … und alle anderen, die auch kommen möchten“, wie sie sagen.
Für die Ausstattung sorgt Franziska Schweiger.

Eintritt: € 8,00
Kartenvorverkauf: TicketCenter der Theater und Philharmonie Essen, Tel.: 0201/81 22-200, oder unter tickets@theater-essen.de

17.05.2019
Der Vorverkauf für die „Jazz in Essen“-Saison 2019/2020 im Grillo-Theater hat begonnen
Der "Jazz Pott" 2019 geht an das Essen Jazz Orchestra (Foto). Das Preisträgerkonzert findet am 22. September 2019 im Grillo-Theater statt.
Essen. „Das größte Verbrechen eines Musikers ist es, Noten zu spielen, statt Musik zu machen.“ Wenn es um die Auswahl der Musiker und Bands geht, die in der Reihe „Jazz in Essen“ auftreten dürfen, dann hält es der Künstlerische Leiter Dr. Berthold Klostermann mit dem berühmten Geiger Isaac Stern: Verbrecher haben auf der Bühne des Grillo-Theaters nichts verloren. Und so gibt sich hier seit 1992 die Crème de la Crème herausragender Musiker der nationalen und internationalen Jazz-Szene die Klinke in die Hand. Auch für die kommende Saison hat Klostermann wieder ein attraktives und vielseitiges Programm mit fünf Konzerten zusammengestellt; der Kartenvorverkauf für alle Veranstaltungen hat begonnen.

Mit einer veritablen Überraschung startet die Spielzeit am Sonntag, dem 22. September. Ab 20 Uhr wird dann das Essen Jazz Orchestra (EJO) auf der Bühne des Grillo-Theaters stehen und das diesjährige „Jazz Pott“-Preisträgerkonzert spielen. „Als Anerkennung für seinen unermüdlichen, oft an Selbstausbeutung grenzenden Einsatz, das dabei erreichte hohe Niveau und seine Verdienste um die Jazzszene im Revier verleihen wir dem EJO jetzt den 22. Essener ‚Jazz Pott‘“, so Klostermann. Nach zahlreichen Konzerten u. a. auch in der Casa des Schauspiel Essen gab das Essen Jazz Orchestra im Februar 2017 mit Gastsolist Robin Eubanks (Posaune) erstmals auch bei „Jazz in Essen“ eine Kostprobe seines außergewöhn¬lichen Könnens. Jetzt legt die Big Band, die aus Absolventen der Essener Folkwang Universität der Künste und Musikern der freien Jazz-Szene Essens besteht, zudem ihr erstes Album vor: Eine Doppel-CD mit bislang unveröffentlichten Kompositionen von Bandleader Tobias Schütte, Bassist Alex Morsey und Posaunist Tobias Wember („Roadworks Suite“). Das Preisträgerkonzert am 22. September ist zugleich Release-Konzert für das Debütalbum des EJO.
Der Essener „Jazz Pott“ ist ein Preis für innovative Jazzmusiker, der 1998 von Viktor Seroneit († 2011) und Niklaus Troxler für den „Plakat Kunst Hof Rüttenscheid“ begründet wurde; das Preisgeld in Höhe von 2000 Euro wird auch in diesem Jahr wieder vom Essener Kabarettisten Hagen Rether gestiftet.

Dass der Trompeter Theo Croker auf seiner „Star People Nation“-Tour 2019 am Sonntag, dem 27. Oktober auch Station im Grillo-Theater macht, freut Berthold Klostermann ganz besonders: „Theo Croker gehört zu jener jungen Generation von Musikern, die in der Jazztradition so gut zu Hause sind wie in Funk, HipHop und Electronica“, so Klostermann, „und als Enkel von Altmeister Doc Cheatham, Schüler von Souljazz-Koryphäe Donald Byrd und Protegé von Gesangsdiva Dee Dee Bridgewater hat er die Tradition verinnerlicht.“ Croker sei aber auch Kind seiner Zeit und er arbeitete mit Vertretern heutiger Stile ebenfalls bestens zusammen, wie mit dem Drummer Kassa Overall, der auch als HipHop-Producer und Rapper unterwegs ist. „Wir trennen nicht das eine vom anderen“, sagt Croker, „wir nehmen alles in unsere Musik hinein, was uns gefällt.“ Gemeinsam mit Irwin Hall (Altsax), Michael King (Klavier), Eric Wheeler (Bass) und Kassa Overall (Schlagzeug) präsentiert Croker im Essener Grillo-Theater die aktuelle CD „Star People Nation“: „Wir spielen kein neues Spiel, aber wir haben die Regeln so geändert, dass es ganz und gar unser Spiel ist.“

Das „Jazz in Essen“-Konzert kurz vor Silvester steht mittlerweile schon traditionell für ein Stelldichein von Jazz und Literatur. Wer es sarkastisch, sprachgewandt und sympathisch mag, der liebt Dorothy Parker und ihre „New Yorker Geschichten“. Die US-amerikanische Schriftstellerin war in den 1920er und 1930er Jahren Mittelpunkt der New Yorker Boheme. Ihre pointierten Short Stories haben bis heute nichts an brillanter Scharfzüngigkeit verloren. Mit Birgit Minichmayr („Das Parfum“, „Das weiße Band“, „3 Tage in Quiberon“ u. v. a.) steht am Sonntag, dem 29. Dezember ab 20 Uhr eine Schauspielerin auf der Grillo-Bühne, der diese Texte wie auf den Leib geschneidert sind. Sie liest eine Auswahl von Parkers Kurzgeschichten. Dazu präsentiert das Piano-Duo Chris Hopkins & Bernd Lhotzky, das dem „Jazz in Essen“-Publikum sicherlich noch von ihrem „Echoes of Swing“-Auftritt in der Spielzeit 2017/2018 bestens in Erinnerung ist, an zwei Flügeln amerikanische Songs und virtuose Kabinettstückchen aus dem New Yorker Jazz-Age.

Ein weiterer alter „Jazz in Essen“-Bekannter ist Èmile Parisien. Nach dem gefeierten Konzert im „Sfumato“-Quintett mit Joachim Kühn im Mai 2017 kommt der französische Saxofonist, den Le Monde mal zur „besten Neuigkeit des europäischen Jazz seit Langem“ erklärte, am Sonntag, dem 1. März 2020 mit seiner „working band“ ins Grillo-Theater. Das neue Album „Double Screening“ spielt mit Querverweisen auf die digitale Welt, wobei die Musik von Parisien (Sopran-, Tenorsax) und seinen Mitstreitern Julien Touéry (Klavier), Ivan Gélugne (Bass) und Julien Loutelier (Schlagzeug) rein akustisch und analog bleibt. Knapp 15 Jahre zusammen, agieren sie auch in vertracktesten Kompositionen mit der Präzision eines Uhrwerks, was aber die Musik nie seelenlos klingen lässt. Sie ist voller Frische und Energie, schlägt Haken und kommt mit einer guten Portion Humor daher. „Parisien erweist sich immer mehr als derzeit originellste Stimme auf dem Sopransaxofon und seine Partner stehen ihm an Freude zu improvisieren und musikalische Geschichten zu erzählen in nichts nach“, schwärmt Berthold Klostermann.

Mit einer All-Star-Band, wie sie im Buche steht, endet die kommende „Jazz in Essen“-Saison: Die vier von „Web Web“ zählen zu den erfahrensten und meistgefragten Musikern hierzulande, sie spielten mit allen, die in Jazz und Pop Rang und Namen haben. Zusammen wollten sie eigentlich ein ungeschliffenes, weitgehend improvisiertes Album einspielen; ihr Label sollte verbreiten, es handele sich um verschollene Aufnahmen einer obskuren Band aus den 1970ern. Problem: Sie hätten nicht live auftreten, keine weiteren Platten machen – und nicht am Sonntag, dem 26. April 2020 ab 20 Uhr im Grillo-Theater auf der Bühne stehen können. Dabei wollen Roberto Di Gioia (Klavier, Fender Rhodes), Tony Lakatos (Tenor-, Sopransax), Christian von Kaphengst (Bass) und Peter Gall (Schlagzeug) doch gerade vor Publikum in ihrer Musik aufgehen, sich darin verlieren, sie einfach geschehen lassen, ganz nach der Maxime „Improvisation geht vor Perfektion“. Als idealen Gast für ihren „Dance Of The Demons“ haben sie den marokkanischen Gnawa-Musiker Majid Bekkas mit ins Boot geholt, der ihrem hypnotisch treibenden, trancehaften Sound mit Seventies-Flair einen spirituellen Sufi-Touch verleiht.

Die Reihe „Jazz in Essen“ wird realisiert in Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt Essen und gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.
Das Konzert „Dorothy Parker: ‚New Yorker Geschichten‘ in Concert“ am 29. Dezember 2019 wird präsentiert mit freundlicher Unterstützung durch Piano Schmitz Essen.

Eintritt jeweils € 22,00.
Der Kartenvorverkauf für alle „Jazz in Essen“-Konzerte der kommenden Saison läuft. Auch das Angebot für Jazz-Vielbucher ist dann wieder erhältlich. TicketCenter, Tel.: 0201/81 22-200, oder tickets@theater-essen.de
16.05.2019
Intendant Christian Tombeil und sein Dramaturgie-Team haben das Programm für die Spielzeit 2019/2020 vorgestellt
v. l.: Dramaturg Florian Heller, Dramaturgin Judith Heese, Chefdramaturgin Vera Ring und Intendant Christian Tombeil
Essen. „In unserer neuen Saison 2019/2020 wollen wir den Versuch unternehmen, uns unserer Geschichte mittels Geschichten zu nähern – den großen Um- und Aufbrüchen, den Jubiläen und den immer wieder neu erglimmenden Brandherden der Weltgeschichte“, so Intendant Christian Tombeil in seinem Vorwort zum Jahresprogramm der kommenden Spielzeit. Was das Publikum zwischen September 2019 und Juni 2020 am Schauspiel Essen erwartet, das hat Tombeil heute gemeinsam mit seiner Chefdramaturgin und Stellvertreterin Vera Ring sowie den Dramaturgen Judith Heese und Florian Heller im Rahmen einer Pressekonferenz im Essener Grillo-Theater vorgestellt. Insgesamt wird es unter dem Spielzeitmotto „Geschichte schreiben“ 13 Neuinszenierungen – davon drei Uraufführungen – geben.

Die Premieren im Grillo-Theater

Im Grillo-Theater geht es am 20. September 2019 mit einem „Lehrstück ohne Lehre“ los: Max Frisch beschreibt in „Biedermann und die Brandstifter“ aus dem Jahr 1957 meisterhaft, wie eine aufgeklärte Bürgerschaft nicht nur gesellschaftszersetzende Strukturen akzeptiert, sondern sie durch die eigene Passivität sogar erst ermöglicht. Regie führt Moritz Peters, dessen Essener Inszenierung von Franz Kafkas „Der Prozess“ sowohl beim Publikum als auch bei den Kritikern sehr erfolgreich war und 2014 zum NRW-Theatertreffen eingeladen wurde.
Knapp 60 Jahre deutscher Geschichte verdichtet Marius von Mayenburg in „Der Stein“ zu einem hochspannenden Familiendrama, das sowohl die Zeit des Nationalsozialismus als auch die innerdeutschen Ver- und Entwicklungen der Nachkriegszeit beleuchtet. Ort des Geschehens ist ein Haus in Dresden. Nach langer Abwesenheit zieht Witha mit Tochter und Enkelin dort 1993 wieder ein. 1935 hatte sie das Haus gemeinsam mit ihrem Mann einer jüdischen Familie abgekauft, 1953 waren sie aus der DDR in den Westen geflohen. Überraschend kommt nun eine Fremde zu Besuch, um „zu stören“: Auch sie hat einmal in diesem Haus gelebt und macht nun Ansprüche geltend – rechtlicher und moralischer Art. Die Inszenierung von Regisseurin Elina Finkel feiert am 26. Oktober Premiere.
Mit Cornelia Funkes geheimnisvoller Adventsgeschichte „Hinter verzauberten Fenstern“ steht ab dem 16. November wieder ein Stück für Familien und Schulklassen auf dem Spielplan. Warum sich die 9-jährige Julia zunächst überhaupt nicht über ihren neuen Adventskalender freuen kann, dann aber dank dieses unscheinbaren Häuschens das größte Abenteuer ihres bisherigen Lebens erlebt, das erzählt Regisseurin Anne Spaeter in einer bunten, turbulenten und sehr musikalischen Inszenierung. Die Bühnenfassung stammt von Chefdramaturgin Vera Ring, die Musik komponiert Dominik Dittrich. Damit speziell Schulklassen ihren Theaterbesuch frühzeitig planen können, beginnt der Kartenvorverkauf bereits am 29. Juni.
Man stelle sich vor, Eric Clapton, Johnny Cash und Leonard Cohen hätten gemeinsam ein Konzert gegeben. Dass diese Idee nicht ganz abwegig ist, wird das Stück, das am 14. Dezember im Grillo-Theater zur Premiere kommen wird, unter Beweis stellen. Ausgangspunkt für „After Midnight“ war die Idee von Ensemblemitglied Thomas Büchel zu einem musikalischen Programm mit Songs von Clapton, Cash und Cohen. Als „Grindhouse-Liederabend“, angesiedelt irgendwo im Niemandsland zwischen Edward-Hopper-Gemälden, Tarantino und Blues, verknüpft Florian Heller seine Figuren mit Songs dieser drei Musik-Ikonen, deren Werke und Biografien exemplarisch für tiefe Einsichten, tiefe Gefühle, aber auch tiefe Abgründe stehen. Die Inszenierung übernimmt Intendant Christian Tombeil, als Musikalischer Leiter ist Hajo Wiesemann mit dabei.
1932 erschien ein Roman, der seinen Autor weltbekannt machen sollte: Hans Falladas „Kleiner Mann – was nun?“. Die Geschichte spielt Anfang der dreißiger Jahre, in Deutschland grassieren Inflation, Angst vor Arbeitslosigkeit und Armut. Keine guten Voraussetzungen für Emma und den jungen Angestellten Johannes Pinneberg, die ihr erstes Kind erwarten. Aber: „Fleißig sind wir, sparsam sind wir, schlechte Menschen sind wir auch nicht … – warum soll es uns da eigentlich schlecht gehen?“ Und so setzt das junge Paar alles daran, ihr kleines Glück gegen alle Härten des Lebens zu verteidigen. In einer eigens erstellten Fassung werden Regisseur Thomas Ladwig und Chefdramaturgin Vera Ring das Stück auf die Bühne bringen. Premiere ist am 28. Februar 2020.
Auch Hermann Schmidt-Rahmer kehrt in der kommenden Saison ans Schauspiel Essen zurück: Der Regisseur, der hier zuletzt die Deutsche Erstaufführung von Robert Menasses „Die Hauptstadt“ herausgebracht hat, inszeniert Bertolt Brechts „Die Rundköpfe und die Spitzköpfe oder Reich und reich gesellt sich gern“. In seinem bissig-bösen und zugleich unterhaltsamen „Greuelmärchen“ aus dem Jahr 1936 spiegelt Brecht Aufstieg, Herrschaft und Machtmechanismen des Hitlerregimes und von Diktaturen im Allgemeinen wider und er zeigt eindrücklich, dass sich hinter fremdenfeindlichen, ausgrenzenden und menschenverachtenden Strukturen kapitalistische Strategien und wirtschaftliche Überlegungen verbergen. Das Stück mit Musik von Hanns Eisler wird im Grillo-Theater erstmals am 25. April zu sehen sein.
Mit einer Koproduktion des freien Theaterkollektivs werkgruppe2 mit dem Schauspiel Essen, dem Teatr Polski – w podziemiu / Polski Theatre in the Underground und den Ruhrfestspielen Recklinghausen endet die nächste Spielzeit. Das Stück trägt den Titel „Arbeiterinnen / Pracujące kobiety“ und zeichnet ein theatrales Porträt von drei Frauengenerationen aus Arbeiterfamilien im Ruhrgebiet und Niederschlesien. Die Uraufführung findet am 28. Mai bei den Ruhrfestspielen statt; die Premiere im Grillo-Theater ist dann für die Saison 2020/2021 geplant.

Ein theatrales Adventure-Game in der Maxstraße

Ein ganz besonderes Projekt erlebt am 28. September in der Maxstraße 54 seine Uraufführung. Die Räumlichkeiten einer ehemaligen Tanzschule, die das Schauspiel Essen in den vergangenen Jahren bereits als Aufführungsstätte des Stückes „Skin Deep Song“ sowie als Headquarter des mixed reality games „Der Spalt“ genutzt hat, werden zum Schauplatz des theatralen Adventure-Games „Sign Here“. Die neue Produktion des vielfach ausgezeichneten Berliner Game-Theater-Kollektivs machina eX begibt sich auf ein Terrain, das die meisten nur unfreiwillig betreten. In einer Bürokratie-Simulation voller unverständlicher Zeichen, in der alles wiedererkennbar, aber trotzdem nichts vertraut ist, wird das Publikum zu Spielerinnen und Spielern und kämpft gegen Vorschriften, Paragraphen und Sonderbedarfsfeststellungserklärungen. Das Initial für diese Game-Entwicklung des siebenköpfigen Medienkollektivs war der Wunsch des Schauspiel Essen, sich mit Analphabetismus zu beschäftigen. Betroffene erleben die Leseunfähigkeit als Stigma, das verborgen werden muss und daher oftmals tabuisiert wird. Diesem Thema nähert sich machina eX auf spielerisch-sinnliche Art und Weise.

Neu in Box, Casa und Heldenbar

Spannende Premieren gibt es in der kommenden Saison auch wieder auf den kleineren Bühnen. In der Box inszeniert Regisseur Thomas Krupa, der zuletzt in der Jubiläumsspielzeit den Publikumsfavoriten „Der Besuch der alten Dame“ auf die Grillo-Bühne gebracht hat, Annalena und Konstantin Küsperts „Der Reichsbürger“. Darin geht es um die Psyche eines solchen Menschen, der weit davon entfernt ist, wie ein durchgeknallter Verschwörungsfanatiker daherzukommen. Premiere ist am 21. September 2019.

Die erste Premiere in der Casa gibt’s am 13. Dezember 2019: Speziell für Jugendliche ab 16 Jahren inszeniert Karsten Dahlem (u. a. „Superhero“ und „Auerhaus“) Henrik Ibsens „Peer Gynt“. Das Stück erzählt vom jungen Peer, dessen Psyche schwer gezeichnet ist: Nachdem sein Vater im Suff die Existenzgrundlage der Familie vernichtet und ihn mit seiner Mutter bankrott zurückgelassen hat, lechzt Peer nun nach Anerkennung. Er will es der Welt beweisen. Und so ersinnt er die wildesten Geschichten, flieht ebenso vor der Wirklichkeit wie seinen Verpflichtungen und jagt sich selbst abenteuerdurstig um die halbe Welt. „Ibsens Stationendrama steht für eine Einzelbiografie, aber auch für unsere Zeit, in der sich die Welt gefühlt täglich schneller dreht“, betont Dramaturgin Judith Heese.
Nachdem sie in der Spielzeit 2017/2018 mit „Metropolis“ bereits einen beeindruckenden Live-Animationsfilm-Abend in der Casa abgeliefert haben, kehren die Medienkünstler der Kollektivs sputnic in der nächsten Saison ans Schauspiel Essen zurück: Ihr neues Projekt trägt den Titel „INF²erno“ und es erzählt auf der Schablone von Dante Alighieris mittelalterlichem Versdrama „Die göttliche Komödie“ gegenwärtige und zukünftige Dystopien und Utopien als „Live Animation Cinema“. In dieser hybriden Erzählform zwischen live hergestelltem Trickfilm und Bühnenperformance durchwandert Dante die neun Kreise der irdischen Höllen zu Beginn des 21. Jahrhunderts, um einen letzten Blick auf das Anthropozän zu werfen, das Zeitalter, in dem der Mensch zum dominanten Weltzerstörer geworden ist. Im „Paradiso“ gelangt er in eine transhumane Zukunft, deren utopische Versprechen jedoch nur auf den ersten Blick das neue Himmelreich sind. Die Uraufführung findet am 29. Februar 2020 in der Casa statt.
Die Tradition, Regieassistentinnen und -assistenten erste eigene Inszenierungen anzuvertrauen, setzt Intendant Christian Tombeil auch in der kommenden Spielzeit fort: In der Casa inszeniert Christopher Fromm Heinrich von Kleists „Die Marquise von O…“ (Premiere am 24. April 2020). Die Geschichte spielt zu Kriegszeiten: Während eines nächtlichen Überfalls zerren marodierende Soldaten die Marquise von O… in einen Hinterhalt. Nur das beherzte Eingreifen des Grafen F... verhindert einen noch drastischeren sexuellen Übergriff. Tags drauf werden die Täter gefasst, nach kurzem Verhör exekutiert und der edle Retter mit Lobreden überhäuft. Wochen später stellt die junge, bereits verwitwete Frau allerdings fest, dass sie schwanger ist. Und sie hat nicht die geringste Erinnerung, wer ihr das angetan hat.

Ein neues Stück für Kinder ab drei Jahren gibt’s ab Mai 2020 in der Heldenbar. In der Reihe „Das versteckte Zimmer“ werden Theaterpädagogin Aline Bosselmann und Theaterpädagoge Marguerite Windblut „Look at me! Ich bin das Grillo!“ entwickeln. In diesem interaktiven Entdeckungsformat nimmt eine performende Person eine (Kita-)Gruppe mit auf eine Reise durch das Theatergebäude. Dort werden verschiedene Orte besucht und Spielaufgaben gelöst. Gleichzeitig erfahren die jungen Menschen auch Details aus dem (Arbeits-)Alltag im Theater. Diese Reise kann übrigens auch als Tanz- und Bewegungsstunde für die Kita gebucht werden: Performer und Gruppe erkunden dann die Kita-Räume auf ähnliche Art und Weise.

Wiederaufnahmen und sonst noch

Als Wiederaufnahmen sind u. a. Anton Tschechows „Der Kirschgarten“, „Biografie: Ein Spiel“ von Max Frisch und die Komödie „Cash – Und ewig rauschen die Gelder“ von Michael Cooney im Grillo-Theater sowie Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ in der Casa und Harold Pinters „Der stumme Diener“ in der Box geplant.

Auch die Reihe „Jazz in Essen“ geht mit fünf Konzerten in eine neue Runde. So wird beispielsweise beim ersten Konzert der Saison am Sonntag, dem 22. September 2019 das Essen Jazz Orchestra mit dem „Jazz Pott“ 2019 ausgezeichnet. Zudem werden zahlreiche Sonderveranstaltungen wieder aufgelegt: darunter die Projekte „Der geschenkte Platz“, „Wunschbaum im Grillo-Theater“ und „KlassikLounge“ sowie die Kooperationen „Lesart“ mit Deutschlandfunk Kultur und der „Politische Salon“ mit EXILE-Kulturkoordination e. V.

Ein erstes Jubiläum können in der nächsten Spielzeit die TUP-Festtage Kunst⁵ feiern: Bereits zum fünften Mal laden die fünf Sparten der Theater und Philharmonie Essen – das Aalto-Musiktheater, die Essener Philharmoniker, das Aalto Ballett Essen, die Philharmonie Essen und das Schauspiel Essen – ein, um eine Woche lang Höhepunkte ihrer jeweiligen Programme zu präsentieren. „Unendliche Geschichten“ lautet vom 27. Februar bis 8. März 2020 das Motto. Im Mittelpunkt stehen monumentale Dramen und zwischenmenschliche Tragödien, internationale Beziehungen, Erzählungen und Konflikte, biblische Stoffe und große Romane. Das Schauspiel Essen beteiligt sich an diesem ungewöhnlichen Festival mit den Premieren „Kleiner Mann – was nun?“ (28. Februar) und „INF²erno“ (29. Februar).

Los geht die neue Saison am 8. September 2019 mit den Theater-Häppchen in der Casa. Und eine knappe Woche später, am Samstag, dem 14. September laden ab 14 Uhr alle fünf Sparten der TUP zum gemeinsamen Theaterfest im und rund ums Grillo-Theater ein. Das Jahresheft 2019/2020 des Schauspiel Essen ist ab sofort im TicketCenter und in den Spielstätten der TUP erhältlich.
Abonnements:
Der Abonnementverkauf des Schauspiel Essen sowie der Kartenvorverkauf für alle fünf „Jazz in Essen“-Konzerte läuft.

TicketCenter der TUP:
II. Hagen 2, 45127 Essen, T 02 01 81 22-200, tickets@theater-essen.de
(Mo 10:00-16:00 Uhr, Di-Fr 10:00-18:00 Uhr, Sa 10:00-15:00 Uhr)
30.04.2019
Ben Van Cauwenbergh stellt Programm der Spielzeit 2019/2020 vor
Heute stellte der Essener Ballettintendant Ben Van Cauwenbergh bei einer Pressekonferenz im Aalto-Theater sein Programm für die Saison 2019/2020 vor. Ein Schwerpunkt seines neuen Spielplans sind die großen Ballette aus der Feder von Pjotr I. Tschaikowski: Nach „Schwanensee“ und „Der Nussknacker“ wird er im Herbst „Dornröschen“ herausbringen und damit die Reihe der Meisterwerke des russischen Komponisten komplettieren. „Ich bin immer wieder positiv überrascht, was für ein reges Interesse vor allem am klassischen Repertoire besteht. Darum möchte ich mein Publikum auch in dieser Spielzeit wieder mit einem wahrhaften Klassiker verwöhnen“, so der 60-Jährige. Im Frühjahr 2020 kommt dann als zweite Premiere der Saison ein weiteres, hochdramatisches Handlungsballett erstmals zur Aufführung im Aalto-Theater: Die Essener Ballett-Compagnie präsentiert zu live gespielten Klavierstücken von Sergej Rachmaninow „Drei Schwestern“ des russischen Choreografen und ehemaligen Tänzers Valery Panov. Beteiligt an dieser spartenübergreifenden Produktion sind auch zwei Schauspieler, die Passagen aus Anton Tschechows Stück rezitieren.

Ab 9. November 2019 steht Tschaikowskis wohl erfolgreichstes Ballett auf dem Programm des Aalto-Theaters: „Dornröschen“. In Anlehnung an die Choreografie von Marius Petipa zeigt Van Cauwenbergh seine Version, in der er die ursprüngliche Fassung „ein wenig entstauben und für das heutige Publikum interessant machen möchte.“ Im Bühnenbild von Dorin Gal, das von den poetischen und magischen Bilderwelten Hans-Werner Sahms inspiriert ist, zeigt Van Cauwenbergh Prinzessin Aurora, das Dornröschen, als junge, temperamentvolle Frau, die der Enge der adeligen Gesellschaft zu entfliehen versucht.

Mit „Drei Schwestern“ schuf der Choreograf  und ehemalige Solotänzer Valery Panov 1984 ein sehr bewegendes Kammerspiel nach dem gleichnamigen Stück von Anton Tschechow. Dabei konzentrierte sich Panov ganz auf das Schicksal der Geschwister Irina, Mascha und Olga. Getanzt wird zu Klavierkompositionen von Sergej Rachmaninow, die live gespielt werden. Zwei Schauspieler rezitieren dazu Passagen aus dem Dramentext von Tschechow. Premiere für dieses spartenübergreifende Handlungsballett ist am 18. April 2020 im Aalto-Theater.

Intendant Ben Van Cauwenbergh dankte den Sponsoren für die Unterstützung in der kommenden Spielzeit: der Sparkasse Essen für die Förderung des Balletts „Dornröschen“ sowie den Eheleuten Sunhild und Christian Sutter für die Unterstützung von „Drei Schwestern“. Darüber hinaus fördert der Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen beide Premieren der neuen Spielzeit.

Am 12. September 2019 startet das Aalto-Ballett – und das wird vor allem die jungen Tanzfans freuen – mit der Wiederaufnahme von „Don Quichotte für Kinder“ in die neue Spielzeit: Es wird zwei Schulvorstellungen und zwei Aufführungen für Familien geben. Es folgen im Herbst John Crankos gefeiertes Ballett „Onegin“ und „Rock around Barock“ von Ben Van Cauwenbergh. Selbstverständlich gibt’s zur Weihnachtzeit wieder Aufführungen des Klassikers „Der Nussknacker“, und auch die zum Kult gewordene „Tanzhommage an Queen“ kehrt zurück. Zum Frühlingsanfang 2020 erwartet die Essener Zuschauer ein Wiedersehen mit „Schwanensee“.

An den spartenübergreifenden TUP-Festtagen Kunst5, die vom 27. Februar – 8. März 2020 unter dem Motto „Unendliche Geschichten“ stattfinden, wird das Ballett mit der „Tanzhommage an Queen“ beteiligt sein.

Das neue Spielzeitheft für die Saison 2019/2020 im Aalto-Theater ist ab sofort im TicketCenter und in den Spielstätten der Theater und Philharmonie (TUP) erhältlich oder unter www.theater-essen.de abrufbar. Spielzeiteröffnung ist am 14. September 2019 das große Theaterfest, das alle Sparten der TUP gemeinsam im Grillo-Theater feiern.

Tickets:
Der Kartenvorverkauf für die Saison 2019/2020 startet am 11. Mai 2019 an den Theaterkassen, online, telefonisch und auch für schriftliche Bestellungen. Festplatzabonnentinnen und -abonnenten des Aalto-Theaters können exklusiv in der Zeit vom 30. April bis 10. Mai 2019 einen Neuabschluss, einen Platztausch oder einen Abonnementwechsel vornehmen.

Karten sind im TicketCenter der TUP (T 02 01 8122-200), an der Aalto-Kasse, per Mail (tickets@theater-essen.de) sowie im Internet unter www.theater-essen.de erhältlich.
01.02.2019
Spendenaktion erbrachte fast 14.000 Euro für kostenlose Theaterbesuche
Hans Martz (Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen e.V.), Wolfgang Schmitz (Sparkasse Essen), Tanja Nelis (Funke Mediengruppe), Christian Tombeil (Intendant Schauspiel Essen), Lisa Jekosch (Funke Mediengruppe) setzen sich für die Spendeninitiative "Der geschenkte Platz" des Schauspiel Essen ein. (Vom Partner Stadtwerke Essen konnte beim Fototermin leider kein Vertreter teilnehmen.)
Essen. Leuchtende Kinderaugen und magische Theater-Momente für Groß und Klein. Die Kinderstücke rund um Weihnachten im Essener Grillo-Theater sind ein Garant für solche be- und verzaubernden Erlebnisse – so wie seit November „Der Zauberer von Oz“. Da es in Essen aber auch viele Kinder und Jugendliche gibt, denen die Teilnahme an einem derartigen Vergnügen aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, hat das Schauspiel Essen vor vier Jahren die Spendeninitiative „Der geschenkte Platz“ ins Leben gerufen: Gemeinsam mit seinen Partnern Sparkasse Essen, Stadtwerke Essen sowie WAZ/NRZ ruft das Team um Intendant Christian Tombeil alljährlich die Essener dazu auf, Geld für Eintrittskarten zu spenden, um so bedürftigen Kindern und Jugendlichen, die von unterschiedlichen sozialen und karitativen Einrichtungen wie Caritas und Sozialdienst Katholischer Frauen, Diakonie, Kinderschutzbund, Förderturm, Jugendamt oder Flüchtlingshilfe Steele betreut werden, einen kostenlosen Vorstellungsbesuch zu ermöglichen. In diesem Jahr sind erneut weit über 100 Menschen diesem Aufruf gefolgt: Es kamen rund 6.400,00 Euro zusammen, wodurch knapp 1.000 kostenfreie „Zauberer von Oz“-Karten an die Institutionen weitergegeben werden konnten. Zudem hat sich der Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen e.V. wieder sehr stark für die Initiative eingesetzt und allein aus seinen Reihen mit rund 110 Einzelspendern einen Betrag von zusätzlich 7.500,00 Euro beigesteuert. Womit der diesjährige Gesamterlös von beinahe 14.000,00 Euro absoluter Rekord ist.

Nicht zuletzt wegen dieses enormen Engagements hat Christian Tombeil den TUP-Freundeskreis eingeladen, ab 2019 als weiterer fester Partner beim „geschenkten Platz“ aufzutreten. „Wir freuen uns sehr, dass Hans Martz im Namen des Freundeskreises zugesagt hat“, so Tombeil, „denn mit den 7.500,00 Euro als Grundstock bin ich zuversichtlich, dass unser erweitertes Konzept der Initiative auch erfolgreich sein wird.“ Geplant ist, das Geld nicht ausschließlich für den Besuch des Grillo-Weihnachtsstückes zu verwenden, sondern es auch dafür einzusetzen, dass Klassen bzw. Gruppen von so genannten Brennpunkt-Schulen bzw. -Einrichtungen die Gelegenheit erhalten, Vorstellungen unterschiedlicher Stücke am Schauspiel Essen zu besuchen. „Unsere Theaterpädagogen sind hierzu schon in intensivem Austausch mit Lehrern von verschiedenen Schulen, mit denen wir bereits zusammenarbeiten“, erläutert Tombeil.
05.07.2018
Die TUP trauert im ihren ehemaligen Geschäftsführer
Der ehemalige TUP-Geschäftsführer Otmar Herren vor dem Essener Aalto-Theater
Foto: Ulrich von Born
Die Theater und Philharmonie Essen GmbH (TUP) trauert um ihren ehemaligen Geschäftsführer Otmar Herren. Der gebürtige Norderneyer, der während seiner beruflichen Laufbahn gleich zweimal in Essen tätig war, begann seine Karriere mit einer Lehre bei der Stadtverwaltung seiner Heimatinsel. 1958 zog es ihn aufs Festland, konkret nach Essen, wo er als Stadtinspektor-Anwärter anfing und es bis zum Posten eines Oberinspektors brachte. 1963 wechselte er dann ins Essener Kulturamt, zu dem damals auch die Verwaltung der Städtischen Bühnen gehörte. Eine nächste spannende Etappe begann für Otmar Herren dann zehn Jahre später: 1973 wurde er Verwaltungsdirektor des Hamburger Thalia-Theaters, wo er mit dem damaligen Intendanten Boy Gobert zusammenarbeitete. Gobert war es auch, der ihn 1980 mit nach Berlin nahm, wo Herren Geschäftsführender Direktor des Schillertheaters wurde. 1988 folgte dann der Wechsel zurück nach Hamburg an die dortige Staatsoper.
Als 1991 die Stelle des Geschäftsführers bei der TUP frei wurde, entschied sich Herren wieder für Essen: Er blieb 17 Jahre an der Ruhr und wurde hier 2008 in den Ruhestand verabschiedet. Mit seiner Frau, der Schauspielerin Karin Eckhold, lebte er fortan in Hamburg. Am 3. Juli ist Otmar Herren im Alter von 79 Jahren verstorben.
29.06.2018
Mit „Superhero“-Sonderplakat und Erlös aus Wunschkonzert kamen für die Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder e.V. 1.360 Euro zusammen
v. l.: Schauspielerin Ingrid Domann, Intendant Christian Tombeil, Peter Hennig, Vorstandsvorsitzender der Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder e.V., Lara Krieger, Pressesprecherin der Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder e.V., Schauspieler Philipp Noack, der in "Superhero" Donald spielt, sowie Chris Brackmann und Jesus Lopez von der Galerie JesusChris
Essen. Mal wieder hat sich das Publikum des Schauspiel Essen nicht nur begeisterungsfähig sondern auch spendabel gezeigt. Im Rahmen einer Sonderplakat-Aktion für das Stück „Superhero“ und als Besucher des Wunschkonzertes „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ gestern im Grillo-Theater öffnete es seine Herzen und Portemonnaies, so dass Schauspielintendant Christian Tombeil heute einen knallroten Karton mit 1360 Euro an Peter Hennig, den Vorstandsvorsitzenden der Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder e.V., übergeben konnte. 

Für eine erste gemeinsame Spenden-Aktion hatten sich Anfang des Jahres das Schauspiel Essen, die Galerie JesusChris in der Witteringstraße und die Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder e.V. zusammengefunden. Anlässlich der Wiederaufnahme des Jugendstückes „Superhero“ in der Casa konnten sich Theaterfans oder Menschen, die Familien krebskranker Kinder helfen wollten, ein eigens gestaltetes Plakat mit Comics und Illustrationen des Designers Chris Brackmann gegen eine Spende sichern. Am Ende landeten 860 Euro in der Spendenbox. 

Weiter ging es dann gestern Abend im Grillo-Theater: Zum Abschied der Schauspielerin Ingrid Domann von der Bühne hatte das Schauspiel Essen eine sehr persönliche und von ihren Ensemble-Kollegen liebevoll gestaltete Spezialausgabe des Wunschkonzertes „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ ins Programm genommen. Vor vollbesetzten Parkett sangen die Mitglieder des Grillo-Ensembles die Songs, die die Zuschauer zuvor von ihnen gegen einen Spendenbetrag ihrer Wahl „erkauft“ hatten. Nach zwei Stunden Gesang vom Feinsten verließen die Zuschauer fröhlich und selbst mit einem Liedchen auf den Lippen das Theater und die Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder e.V. konnte sich über weitere 500 Euro für ihre Arbeit im Elternhaus in der Kaulbachstraße 8-10 in Holsterhausen freuen. „Wir danken allen, die sich an beiden tollen Aktionen beteiligt haben“, so Peter Hennig, dessen Verein bedürftigen Eltern die Möglichkeit gibt, gegen ein geringes Entgelt in der Nähe ihrer Kinder zu wohnen, die im Uni-Klinikum behandelt werden.
16.06.2018
Sieg im Endspiel mit 6:5 nach Elfmeterschießen gegen das Staatstheater Hannover
Essen. Neuer Deutscher Meister der Theater-Fußballmannschaften ist das Team des Staatstheaters Kassel. In einem packenden Endspiel am Samstag, dem 16. Juni auf der Helmut-Rahn-Sportanlage in Essen-Frohnhausen bezwangen die Männer und Frauen aus Hessen die Auswahl des Staatstheaters Hannover mit 6:5 nach Elfmeterschießen. Das Spiel um Platz drei entschied das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen für sich, da es sich im so genannten „kleinen Finale“ mit 2:0 gegen die Ballzauberer vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg durchsetzen konnte. Die Plätze fünf und sechs belegten das Theater Regensburg und das Theater Dortmund. Das Team der Theater und Philharmonie Essen (TUP), das als Titelverteidiger ins Turnier gestartet war, landete am Schluss auf einem guten siebten Platz. 

Die weiteren Platzierungen:
8. Staatsoper Berlin
9. Schauspielhaus Bochum
10. Theater und Orchester Heidelberg
11. Staatsschauspiel Dresden
12. Theater Bremen
13. Bühnen der Stadt Köln
14. Staatstheater Stuttgart
15. Düsseldorfer Schauspielhaus
16. Deutsche Oper am Rhein 

Neben Fußball-Feinkost auf dem grünen Rasen war natürlich auch fürs leibliche Wohl von Spielern und Zuschauern gesorgt: Stadionwurst und orientalische Spezialitäten sowie Kaffee und Kuchen – alles liebevoll zubereitet von Mitarbeitern der TUP –, aber auch das eine oder andere kühle Blonde trugen zur guten Stimmung bei. 

Und im kommenden Jahr wird sich der Tross wieder in Bewegung setzen: Die 42. Deutsche Meisterschaft der Theater-Fußballmannschaften findet 2019 in Kassel statt, beim nun neuen Deutschen Meister, dem Staatstheater Kassel. Und so wie es jetzt aussieht, sind dann auch die TUP-Theaterkicker von Trainer Kalle Frömberg und Manager Harald Heid wieder mit dabei.
08.06.2018
Theater und Philharmonie Essen beschließt Vertragsverlängerung bis 2023
Hans Aring, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Theater und Philharmonie Essen (TUP), TUP-Geschäftsführer Berger Bergmann, Schauspielintendant Christian Tombeil und Franz-Josef Britz, Aufsichtsratsvorsitzender der TUP
Essen. Christian Tombeil bleibt Intendant am Schauspiel Essen. Bei seiner Sitzung am Donnerstag, dem 7. Juni 2018 hat der Aufsichtsrat der Theater und Philharmonie Essen (TUP) den Vertrag des 53-Jährigen bis 2023 verlängert. Der gebürtige Oberfranke leitet seit 2010 die Schauspielsparte der TUP und hat während der zurückliegenden Jahre mit zahlreichen sozial- und gesellschaftskritischen Stücken, die häufig auch lokale Themen aufgegriffen haben, für überregionale Aufmerksamkeit gesorgt. So widmete sich Regisseur Volker Lösch zuletzt mit seinem Stück „Der Prinz, der Bettelknabe und das Kapital“ der Teilung der Stadt Essen in einen armen Norden und einen wohlhabenderen Süden. Und auch das mixed reality game „Der Spalt“, das vom 8. bis 30. Juni eine zweite Realität über den Essener Stadtraum legt, thematisiert auf spielerische Weise die Heterogenität dieser Stadt. 

„Mit Christian Tombeil haben wir einen höchst engagierten Intendanten, der sowohl den künstlerischen Auftrag des Theaters als auch die Wünsche und Bedürfnisse des Publikums im Blick hat“, würdigt der TUP-Aufsichtsratsvorsitzende Bürgermeister Franz-Josef Britz Tombeils Arbeit. Ein Beleg für dessen erfolgreiches Wirken sei auch der Zuschauerzuspruch, der in der jetzt auslaufenden Jubiläumsspielzeit, in der der 125. Geburtstag des Grillo-Theater gefeiert wurde, bei einer Platzauslastung von über 82 % liegt.
04.05.2018
Gruppenauslosung für die 41. Deutsche Meisterschaft der Theater-Fußballmannschaften am 16. Juni in Essen
von links: Team-Manager Harald Heid, Helmut Baar, Petra Baar, Trainer Kalle Frömberg, TUP-Geschäftsführer Berger Bergmann
Foto: Christoph Dittmann
Essen. Ein sportliches Großereignis wird kurz nach der Eröffnung der FIFA-WM in Russland für einen Tag die Blicke der Fußballwelt nach Essen ziehen: Denn am 16. Juni findet auf der Helmut-Rahn-Sportanlage in Frohnhausen die 41. Deutsche Meisterschaft der Theater-Fußballmannschaften statt. Ausrichter des Turniers ist in diesem Jahr die Theater und Philharmonie Essen (TUP), da die TUP-Kicker um Coach Kalle Frömberg und Team-Manager Harald Heid im vergangenen Jahr in Heidelberg in einem packenden Finale Deutscher Meister werden konnten. Zum Auftakt fand am Freitag, dem 4. Mai  in der Cafeteria des Aalto-Theaters die Gruppenauslosung statt. Unter den Augen von TUP-Geschäftsführer Berger Bergmann zog Glücksfee Petra Baar die jeweils acht Mannschaften, die am 16. Juni ab 9 Uhr in zwei Gruppen gegeneinander antreten werden.

Gruppe A: Theater und Philharmonie Essen (Deutscher Meister), Schauspielhaus Bochum, Bühnen der Stadt Köln, Staatsschauspiel Dresden, Theater Regensburg, Staatstheater Kassel, Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, Deutsches Schauspielhaus Hamburg.

Gruppe B: Theater und Orchester Heidelberg (Deutscher Vize-Meister), Theater Dortmund, Staatstheater Stuttgart, Theater Bremen, Staatsoper Berlin, Staatstheater Hannover, Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, Düsseldorfer Schauspielhaus. 

Die ersten beiden Mannschaften aus jeder Gruppe kommen ins Halbfinale. Das Endspiel mit anschließender Siegerehrung soll dann gegen 17:30 Uhr angepfiffen werden.
„Wir haben eine schwere Gruppe erwischt“, findet der Essener Trainer Kalle Frömberg, „da sind viele Favoriten drin.“ Und er gibt sich schon jetzt als guter Gastgeber: „Der zweite Platz am Ende reicht uns, das gehört sich so.“ Tatsächlich dürften zwei Partien in der Gruppenphase ganz besonders spannend werden: In der Gruppe A gibt es das Derby Bochum gegen Essen und in der Gruppe B dürfen sich Spieler und Zuschauer auf einen Klassiker freuen: Dortmund trifft auf Gelsenkirchen.