05.11.2018

Schweigendes Gedenken an Opfer der Pogromnacht

Breites Bündnis ruft am 9. November zu einem Gang durch die Essener Innenstadt auf
Essen. In diesem Jahr jährt sich die von den Nationalsozialisten initiierte Reichspogromnacht zum 80. Mal. Vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in Deutschland, in Österreich und in der Tschechoslowakei Synagogen, organisierte Schlägertrupps verwüsteten jüdische Geschäfte und tausende Juden wurden misshandelt, verhaftet oder getötet. In dieser Nacht gaben Unmenschen den Startschuss zum größten Völkermord in der Geschichte der Menschheit.  

Gemeinsammit dem Bündnis ESSEN STELLT SICH QUER, der ALTEN SYNAGOGE ESSEN und der VEREINIGUNG DER VERFOLGTEN DES NAZIREGIMES – BUND DER ANTIFASCHISTINNEN UND ANTIFASCHISTEN, VVN-BdA e.V., möchte das SCHAUSPIEL ESSEN am Freitag, dem 9. November der Opfer gedenken. Die Veranstalter laden alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, mit einem Gang durch die Essener Innenstadt ein Zeichen gegen das Vergessen und für den Fortbestand einer freien, offenen und demokratischen Gesellschaft zu setzen. Um 18 Uhr werden zunächst Dr. Uri Kaufmann und ein Vertreter des Bündnisses ESSEN STELLT SICH QUER an der Alten Synagoge Begrüßungs- und Gedenkworte sprechen. Danach bewegt sich der Zug schweigend zum Grillo-Theater, wo eine Abschlusskundgebung stattfinden wird. 

„Es ist höchste Zeit, gegen den zunehmenden Hass und die unverhohlen ausgelebte Gewalt in unserer Gesellschaft aufzustehen“, so Schauspielintendant Christian Tombeil, „denn gerade wir Theaterleute sehen es als unsere Pflicht an, für ein humanistisch geprägtes Miteinander einzutreten. Auch die Theater haben sich damals von den Nazis instrumentalisieren lassen, Menschen in ihren eigenen Reihen verfolgt und denunziert. Die beiden Stolpersteine vor dem Grillo-Theater legen davon ein schmerzliches Zeugnis ab.“