Pressemitteilungen

Hier finden Sie Pressemitteilungen aller Sparten der Theater und Philharmonie Essen.
17.06.2020
Schauspiel Essen bietet Karten fürs Grillo-Familienstück erst nach der Sommerpause an
Essen. Üblicherweise startet der Kartenvorverkauf für das alljährliche Grillo-Familienstück noch vor den Sommerferien, damit Schulen die Möglichkeit haben, die Theaterbesuche mit ihren Klassen oder Kursen frühzeitig zu planen. „Aufgrund der nach wie vor ungewissen Corona-Lage geht das in diesem Jahr für ‚Der Zauberer von Oz‘ leider nicht“, bedauert Schauspielintendant Christian Tombeil, der sowohl für sich und sein Team als auch für die langjährigen Partner von Grund- und weiterführenden Schulen eine mittelfristige Planungssicherheit schmerzlich vermisst. „Wir wissen derzeit noch gar nicht, wie viele Kinder wir im November und Dezember zu den Vormittagsvorstellungen ins Haus lassen dürfen, und auch nach Rücksprache mit einigen Lehrerinnen und Lehrer ist noch völlig unklar, wie dann die Fahrt zum Theater möglich und die Betreuung der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten ist“, so Tombeil. Deshalb habe sich die Theaterleitung nun entschieden, den für den 20. Juni geplanten Vorverkaufsbeginn abzusagen. „Wir warten ab, wie die Lage nach der Sommerpause ist, und werden dann schnellstmöglich die Karten in den Verkauf geben“, verspricht der Intendant. Dass „Der Zauberer von Oz“ am 7. November erstmals wieder im Grillo-Theater zu erleben sein wird, davon ist Tombeil derzeit fest überzeugt.
16.06.2020
Die Essener Compagnie muss „Der Widerspenstigen Zähmung“ Corona-bedingt absagen
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie reichen auch beim Essener Aalto-Ballett bis weit in den Herbst. So steht bereits jetzt schon fest, dass John Crankos Ballett „Der Widerspenstigen Zähmung“ nicht in der Spielzeit 2020/2021 im Aalto-Theater aufgeführt werden kann – die Premiere war ursprünglich für den 24. Oktober vorgesehen.

„Nach dem heutigen Stand der offiziellen Hygienevorschriften ist es ausgeschlossen, so einen großen Klassiker auf die Bühne zu bringen. Und da es momentan völlig offen ist, wie sich die Situation im Sommer entwickeln wird, können wir nicht garantieren, dass unsere Proben Mitte August starten können“, erläutert Ballettintendant Ben Van Cauwenbergh. „So mussten wir uns schweren Herzens zu diesem Schritt entschließen.“

Welche Inszenierung an Stelle von „Der Widerspenstigen Zähmung“ in den Spielplan aufgenommen wird, kann Van Cauwenbergh momentan noch nicht absehen: „Es hängt von den im Herbst geltenden Hygieneanforderungen ab. Dementsprechend werden wir Ende August mitteilen, welches Ballett das Essener Publikum ab dem 24. Oktober erwarten darf.

Ballettfans, die bereits Karten für ursprünglich anberaumte Vorstellungstermine reserviert haben, müssen sich um nichts kümmern: Die Reservierungen werden automatisch vom TUP-TicketCenter wieder gelöscht.

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Die für heute, Montag, den 15. Juni, in der Philharmonie geplanten Vorstellungen von „The Show Must Go On“ (17:00 und 20:30 Uhr) müssen leider krankheitsbedingt entfallen.

Bereits gekaufte Karten können an der Aalto-Kasse (geöffnet von dienstags bis samstags in der Zeit von 13:00 bis 18:00 Uhr) zurückgegeben oder an das TicketCenter (II. Hagen 2, 45127 Essen) zurückgeschickt werden.
03.06.2020
Intendant Christian Tombeil und sein Dramaturgie-Team haben das Programm für die Spielzeit 2020/2021 vorgestellt
Chefdramaturgin Vera Ring, Intendant Christian Tombeil, Dramaturgin Carola Hannusch und Dramaturg Simon Meienreis in der Corona-Bestuhlung des Essener Grillo-Theaters
Essen. Im Rahmen einer ungewöhnlichen Pressekonferenz haben heute der Essener Schauspiel-Intendant Christian Tombeil, seine Stellvertreterin und Chefdramaturgin Vera Ring, Dramaturgin Carola Hannusch sowie Dramaturg Simon Meienreis im Grillo-Theater die Pläne für die kommende Spielzeit 2020/2021 am Schauspiel Essen vorgestellt. Die Szenerie war insofern neu, als sich Tombeil und sein Team unter Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern auf der Bühne aufhielten und die versammelten Journalisten im Zuschauerraum auf eigens markierten Stühlen Platz nehmen durften. Hintergrund war natürlich, dass die Theaterleute diese Spielplan-Pressekonferenz auch dazu nutzen wollten, das Zutrittskonzept für den Eingangs- und Foyerbereich sowie den an die Hygiene-Anforderungen angepassten Bestuhlungsplan im Grillo-Theater zu erläutern. Nicht nur die Einstellung des Spiel- und Probenbetriebes hätten in den zurückliegenden Wochen ihm und seinem Team große Kreativität und Flexibilität abverlangt, auch bei der Ausgestaltung des Spielplans sei man mehr als einmal von den Corona-bedingten Einschränkungen eingeholt worden, erläutert Tombeil. Beispielsweise habe man sich aus probentechnischen Gründen schon im April von der Idee verabschieden müssen, die kommende Saison mit der Uraufführung eines neuen Stückes von Regisseur Volker Lösch zu eröffnen. Und auch die Absage der diesjährigen Ruhrfestspiele hat Auswirkungen auf das Essener Programm: So fehlt nun ebenfalls vorerst die deutsch-polnische Koproduktion „Arbeiterinnen / Pracujące kobiety“, die im Mai in Recklinghausen und im Herbst ihre Essener Premiere hätte feiern sollen. „Aufgrund der ungewissen Lage insbesondere bei einer international besetzten Theaterarbeit haben wir uns entschieden, die Inszenierung zu einem späteren Zeitpunkt in der kommenden oder der darauffolgenden Spielzeit herauszubringen, wenn wir über mehr Planungssicherheit verfügen“, so Tombeil weiter. Inhaltlich-konzeptionell hatte das Team um den Intendanten schon früh die Idee, die Spielzeit 2020/2021 mit dem berühmten Songtitel „We Are Family“ der Band Sister Sledge aus dem Jahr 1979 zu übertiteln, „als uns dann aber im März 2020 die Pandemie mit voller Wucht traf, erschien uns unsere Motto-Wahl in einem ganz neuen Licht: Wir fragten uns, was ‚Familie in Zeiten von Corona‘ bedeutet“, ergänzt Tombeil. Entstanden ist eine sehr interessante und vielfältige Stückzusammenstellung, die das Thema Familie aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und mit der das Schauspiel Essen ab dem Herbst das Publikum wieder in seine Spielstätten locken möchte.

Im Grillo-Theater soll es am 9. Oktober mit Edward Albees „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ die erste Premiere geben. Diese 1962 entstandene eheliche Zimmerschlacht zwischen dem erfolglosen Geschichtsprofessor George und Martha, der Tochter des Universitäts­präsidenten, wurde damals zum Sinnbild für unerfüllte Träume, Lebenslügen und verlorene Illusionen einer ganzen Generation. Regie führt Karsten Dahlem, der dem hiesigen Publikum in der vergangenen Spielzeit mit seinem Blick auf das Beziehungsgeflecht von Ibsens „Peer Gynt“ bereits einen packenden Abend zum Thema Familie beschert hat. Die Sparkasse Essen fördert diese Inszenierung.

Am 7. November kehrt ein Stück ins Grillo-Theater zurück, das bereits vor zwei Jahren für viel Spannung und leuchtende Kinderaugen gesorgt hat: „Der Zauberer von Oz“ nach dem Kinderbuch von Lyman Frank Baum. Für Familien und Schulklassen hat Regisseurin Anne Spaeter diesen Klassiker rund um die junge Dorothy und ihre Freunde, die Vogelscheuche, den Blechmann und den Löwen, ebenso farbenprächtig wie turbulent in Szene gesetzt.
Wegen der Corona-Situation steht derzeit noch nicht fest, ob es rund um Weihnachten neben den Familienvorstellungen auch Vorstellungen für Schulklassen geben wird; möglicherweise werden diese Vormittagstermine im Frühjahr 2021 nachträglich angeboten.
Die Inszenierung wurde gefördert von der Stadtwerke Essen AG.

Wortwitz, messerscharfe Pointen und klug konstruierte Verwicklungen gibt’s bei der Grillo-Premiere am 5. Dezember: Mit „Bunbury – Ernst ist das Leben“ hat der irische Schriftsteller Oscar Wilde der Dekadenz seiner Zeit ein literarisches Denkmal gesetzt. Regisseurin Susanne Lietzow und ihr Team bringen Wildes Komödie in der deutschen Fassung von Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek nach einer Übersetzung von Karin Rausch auf die Bühne. Gefördert wird diese Inszenierung vom Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen e. V.

„Das achte Leben (Für Brilka)“ feiert am 5. März 2021 im Grillo-Theater Premiere. Die 1983 im georgischen Tbilissi geborene Autorin Nino Haratischwili verwebt in ihrem 2014 erschienenen Roman Schicksale aus sechs Generationen mit der wechselvollen Geschichte Georgiens. Dabei entwirft sie anrührende Porträts von acht außergewöhnlichen Frauen, erzählt spannungsvoll von Liebe und Verrat, Lüge und Schuld, Macht und (Familien-)Geheimnissen und zeichnet zugleich den Aufstieg wie auch den Fall des Kommunismus nach. Die Inszenierung der Bühnenfassung von Emilia Linda Heinrich, Julia Lochte und Jette Steckel übernimmt Regisseurin Elina Finkel, die in der zurückliegenden Spielzeit Marius von Mayenburgs „Der Stein“ auf die Grillo-Bühne gebracht hat.

Den Schlusspunkt hinter den Grillo-Premierenreigen setzt am 30. April 2021 ein Stück, das auf einem der ganz großen Romane der Weltliteratur basiert: „Früchte des Zorns“. John Steinbecks Geschichte spielt im Amerika der dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts: Nach Dürre und Missernten können die Farmer Oklahomas ihre Kredite nicht mehr bedienen. Als Gerüchte aufkommen, dass in Kalifornien Erntehelfer gesucht werden, ziehen sie zu hunderttausenden heimat- und mittellos entlang der Route 66 in den vermeintlich goldenen Westen. Die Regie übernimmt Hermann Schmidt-Rahmer, dem im Grillo-Theater zuletzt die beeindruckende deutsche Erstaufführung von „Die Hauptstadt“ nach dem Roman von Robert Menasse (Spielzeit 2018/2019) gelungen ist.

Auch für die beiden kleineren Spielstätten Casa und Box wird es den Hygieneanforderungen angepasste Zugangskonzepte und Bestuhlungsvarianten geben, so dass auch hier der Spielbetrieb ab September wieder starten kann.
Den Anfang bei den Neuinszenierungen in der Casa macht am 19. September eine Premiere, die eigentlich schon im April hätte stattfinden sollen, wegen der Corona-Krise jedoch abgesagt werden musste: Heinrich von Kleists „Die Marquise von O…“. Die Geschichte spielt zu Kriegszeiten: Während eines nächtlichen Überfalls zerren marodierende Soldaten die Marquise von O… in einen Hinterhalt, und nur das beherzte Eingreifen des Grafen F... verhindert einen noch drastischeren sexuellen Übergriff. Wochen später stellt die junge, bereits verwitwete Frau allerdings fest, dass sie schwanger ist. Und sie hat nicht die geringste Erinnerung, wer ihr das angetan hat. Für Regie, Bühnenfassung und Videografie zeichnet Christopher Fromm verantwortlich, der seit der Spielzeit 2018/2019 als Regieassistent am Schauspiel Essen engagiert ist. Geeignet für Zuschauer ab 16 Jahren.

Die Inszenierung des modernen Klassikers, der am 4. Dezember Premiere feiern wird, übernimmt Regisseur Gustav Rueb: Er bringt Samuel Becketts „Endspiel“ auf die intime Casa-Bühne. Im Mittelpunkt dieses 1957 entstandenen Stückes stehen Hamm und Clov, zwei traurige Clowns, die in ihrem Anrennen und Anspielen gegen das Unausweichliche, den (eigenen) Tod, fast beiläufig die großen Fragen zur menschlichen Existenz und dem Sinn des Lebens stellen. Gustav Rueb hat zuletzt mit „Ein großer Aufbruch“ von Magnus Vattrodt (Spielzeit 2018/20219) dem Publikum einen fulminanten Abend im Grillo-Theater präsentiert.

Nach „Alles ist erleuchtet“ wird mit „Extrem laut und unglaublich nah“ Regisseur Thomas Ladwig im kommenden Frühjahr erneut ein Stück nach einem Roman von Jonathan Safran Foer in Szene setzen: Das Buch erschien 2005 und erzählt vom neunjährigen Oskar Schell, der über den Verlust seines Vaters zutiefst verstört ist. Thomas Schell war „am allerschlimmsten Tag“, dem 11. September 2001, in den Twin Towers des World Trade Centers ums Leben gekommen. Nachdem Oskar in den Hinterlassenschaften seines Vaters einen geheimnisvollen Schlüssel entdeckt hat, macht er sich auf die Suche nach einem Türschloss, in das dieser passen könnte. Bei seiner Odyssee durch die Straßen New Yorks begegnet er vielen ungewöhnlichen Menschen und ihren Geschichten, um am Ende doch wieder auf die Spuren seines Vaters zu stoßen. – „Extrem laut und unglaublich nah“ feiert am 29. April 2021 in der Casa Premiere.

Für die Box planen Intendant Tombeil und sein Dramaturgie-Team derzeit zwei Neuproduktionen. „Gift. Eine Ehegeschichte“ der niederländischen Dramatikerin Lot Vekemans ist ein anrührendes Zwei-Personen-Stück über Trauer und Verlust, Erinnerung, Liebe und die Suche nach dem persönlichen Glück. Darin geht es um ein Paar, das sich nach mehr als zehn Jahren erstmals auf einem Friedhof wiedertrifft. Da hier vor kurzem im Boden Gift entdeckt wurde, müssen nun einige Verstorbene umgebettet werden. Ihr damals nach einem Unfall gestorbener Sohn ist einer von ihnen … Regie führt Sophie Östrovsky, womit das Schauspiel Essen die Tradition, Regieassistenten erste eigene Inszenierungen anzuvertrauen, fortsetzt. Premiere ist am 10. Oktober.

Am 6. März 2021 wird es noch eine weitere Premiere in der Box geben, die zusätzlich den Beginn einer neuen Kooperation zwischen der Essener Folkwang Universität der Künste und dem Theater markiert: Erstmals erhält mit Damian Popp ein Regiestudent die Möglichkeit, seine Abschlussinszenierung am Schauspiel Essen zu erarbeiten. Gemeinsam mit Essener Ensemblemitgliedern und mit Unterstützung durch die verschiedenen Gewerke des Hauses entsteht seine Inszenierung unter professionellen Arbeitsbedingungen. Der Titel von Popps Stück steht derzeit noch nicht fest. Weitere Inszenierungen von Regiestudierenden der Folkwang sollen in den kommenden Jahren folgen.

Auch Aline Bosselmann und Marguerite Windblut von der Theaterpädagogik haben für die kommende Spielzeit ihre Angebote auf die mit der Pandemie zusammenhängenden Einschränkungen angepasst und Formate konzipiert, die zwar Begegnungen ermöglichen, bei denen „Live-Kontakte“ jedoch auf ein Minimum reduziert sind. In der Vermittlungsarbeit planen sie, vorproduzierte, animierte Videos auf der Theater-Homepage bereitzustellen, digitale Workshops per Videokonferenz zu Inszenierungen durchzuführen sowie in kleineren Gruppen stattfindende Workshops auf einer Probebühne anzubieten. „Außerdem wollen wir Begegnungsmomente schaffen, in denen eine sehr kleine Gruppe (maximal 3-4 Personen) jeweils wechselnde Künstlerinnen und Künstler des Schauspiel Essen treffen kann und so einen exklusiven Blick hinter die Kulissen erhält“, so Bosselmann und Windblut, die natürlich auch gerne wieder in Schulen gehen möchten, um dort Inszenierungen vorzustellen und Vorstellungsbesuche vorzubesprechen.
Die eigentlich in der Spielzeit 2019/2020 geplante Inszenierung „Look at me!“ für Menschen ab 3 Jahren wird in der kommenden Saison nun als mobile Produktion für Kitas entwickelt. Und auch die Angebote für den Freizeitbereich müssen unter den gegebenen Umständen geändert bzw. angepasst werden: So werden beispielsweise die Gruppen des StadtEnsembles Produktionen mit digitalen Mitteln erarbeiten.
„Wer nichts von unseren Angeboten und Aktivitäten verpassen möchte, sollte uns unbedingt auf Instagram unter @tp_schauspiel_essen folgen“, empfiehlt Aline Bosselmann, „und da gibt’s dann auch noch die Gelegenheit, sich in Challenge-Formaten auf kreative Weise mit den Inszenierungen der kommenden Spielzeit zu befassen.“

Als Wiederaufnahmen soll es in der nächsten Saison im Grillo-Theater u. a. den musikalischen Abend „After Midnight“ mit Songs von Clapton, Cash und Cohen, „Kleiner Mann – was nun?“ nach Hans Fallada, Max Frischs „Biedermann und die Brandstifter“ sowie Marius von Mayenburgs „Der Stein“ geben. Und auch der Publikumsfavorit aus der Grillo-Jubiläumsspielzeit kommt wieder: Das wird dann die vierte Saison in Folge für Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“. In die Casa kehren nach jetziger Planung u. a. „Peer Gynt“ und „Tschick“ zurück, „Am Boden“ wird dorthin verlegt. Und für die Box sind wieder Vorstellungen von „Der Reichsbürger“ angedacht. Alle Inszenierungen werden natürlich den Corona-bedingten Abstandsregeln angepasst.

Das Jahresheft 2020/2021 des Schauspiel Essen ist ab sofort im TicketCenter und in den Spielstätten der TUP erhältlich oder ist auch direkt unter diesem Artikel als Download abrufbar.
08.05.2020
Das Festival Unruh® vom 20. - 23. Mai erstmals digital
Ruhrgebiet. Die aktuellen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben auch Auswirkungen auf die Theaterarbeit von und mit Jugendlichen im Ruhrgebiet: Neben der Einstellung von Spiel- und Probenbetrieb sind auch die Treffen von Jugendclubs, Workshop-Angebote oder bereits geplante Festivals betroffen. Um das seit 2002 alljährlich stattfindende Festival Unruh® auch in diesem Frühjahr durchführen zu können, haben die acht beteiligten Theater für ihren traditionellen Treffpunkt der Jugendtheatergruppen der Schauspielhäuser des Ruhrgebiets nun ein Alternativkonzept für diese Ausnahmesituation entwickelt: Unruh® 2020 digital! Vom 20. - 23. Mai präsentieren junge Ensembles vom Schauspiel Essen, Schauspiel Dortmund/KJT Dortmund, Theater Duisburg, Schauspielhaus Bochum, Theater Oberhausen, Theater an der Ruhr Mülheim und Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel ihre Angebote via instagram (@festivalunruhr), die neu gestaltete UnruhR-Homepage sowie weitere digitale Plattformen.

„Mit der digitalen Alternativ-Version des Festivals wollen wir einerseits die lange Tradition des Zusammenkommens und des gegenseitigen Austausches fortsetzen und andererseits deutlich machen, wie man durch Flexibilität und Kreativität konstruktiv und innovativ mit den gegebenen Umständen umgehen kann“, unterstreicht Aline Bosselmann, Theaterpädagogin am Schauspiel Essen. Die Jugendtheatergruppen würden auf diese Weise die Erfahrung machen, dass sie durch Umdenken und das Einschlagen neuer Wege trotz der Pandemie ihre Projekte fortführen können. „In den Stückentwicklungen bzw. -erarbeitungen steckt die Arbeit von über einem halben Jahr Proben, in denen Jugendliche ihre Gedanken und Gefühle, gruppendynamische Prozesse, persönliche Themen und Konflikte und gesellschaftsrelevante Fragen sichtbar machen wollen“, ergänzt Josephine Raschke, die Produktionsleiterin des diesjährigen Festivals, dies gelte es wertzuschätzen und den Jugendlichen das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein. „Wir wollen mit der einmaligen Digitalisierung des Festivals erreichen, dass die Ergebnisse aus den persönlichen Proben- und Schreibprozessen trotz Pandemie-Auflagen Blüten tragen und der Welt ‚Hallo‘ sagen können“, so Bosselmann.

Unterstützung für die digitale Umsetzung des Festivals bekommen die Gruppen von Josephine Raschke, Laura Zielinski, Genoveva Wieland und Carolin Pfänder, die sich aus dem Studium der Szenischen Forschung der Uni Bochum kennen. Sie koordinieren die Beiträge und erstellen rund fünf Tage vor Beginn des Festivals einen Redaktionsplan, nach dem täglich von 10 - 20 Uhr die neuen Beiträge, Kunstprojekte, Verlinkungen auf andere Webseiten (z. B. YouTube, Homepage) und Formate der Gruppen auf Instagram veröffentlicht werden.

Einige der Programmpunkte finden in einem geschützten Rahmen nur für die teilnehmenden Gruppen statt. Bei der Auswahl ihrer Themen und Präsentationsformen haben die Gruppen selbstverständlich freie Hand. Sie können sich mit den Eigenproduktionen oder Stücken der Theaterliteratur auseinandersetzen, die sie im Rahmen des ursprünglich geplanten regulären Festivals gezeigt hätten. Dabei könnten Fragen wie „Was machen ihre Bühnenfiguren jetzt?“, „Wie würden sie in den sozialen Medien auftreten?“ oder „Würden sie sich begegnen?“ behandelt werden. Auch das Theater selbst könnte zum Gegenstand der Betrachtung werden: Was könnte digitales Theater sein? Wohin soll sich Theater entwickeln? Was ist eigentlich alles eine Bühne und muss die immer aus Holz oder Tanzboden sein? Und da sich das Theater ja auch häufig mit aktuellen, die Gesellschaft bewegenden Umständen befasst, könnte ein weiterer thematischer Schwerpunkt die derzeitige Situation selbst sein: Welche Auswirkungen hat sie auf die Gruppe und jeden Einzelnen? Was sind Chancen dieser Zeit? Wie gehen die Spielerinnen und Spieler praktisch damit um?

„Wir wollen keine Vorgaben machen, sondern Anregungen geben“, betont Josephine Raschke, „die inhaltlichen Themen können natürlich ineinander übergehen und es können auch weitere Themen einfließen.“ Dies gilt übrigens auch für die Präsentation: Die Gruppen entscheiden selbst, welche Formate sie wählen. So können sie ihre Ergebnisse einmalig, mehrfach oder regelmäßig an vier Tagen zur gleichen Uhrzeit zeigen, sie können es live oder vorproduziert machen und sie können zwischen Videos, Fotos, Texten, Bildergalerien, Streams oder Verlinkungen zu einer anderen Plattform wählen.

Diese Vielfalt eröffnet allen Teilnehmenden, aber auch einer breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit, auf die Beiträge schnell zu reagieren und damit in einen Austausch zu kommen, z. B. per Live-Chat auf YouTube, Kommentarfunktion unter Beiträgen oder Likes, wobei die Kuratorinnen vom Festival-Team die unterschiedlichen Austauschformate moderieren werden.

Traditionell gehören zum UnruhR-Festival auch Workshops für teilnehmende Jugendliche. Diese wird es auch in der digitalen Version geben: Zu den Themen Szenisches Schreiben, Schauspiel, Tanzen und Bewegung, Clowns-Workshop und Physical Theatre werden
Video-Tutorials oder Live-Streamings zur Verfügung gestellt.

Das UnruhR-Festival wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Festival Unruh® 2020, das 19. Treffen der Jugendtheatergruppen der Schauspielhäuser im Ruhrgebiet, vom 20. - 23. Mai 2020 auf instagram: @festivalunruhr
Homepage: www.festivalunruhr.de (ab dem 9. Mai) und https://www.instagram.com/festivalunruhr/

30.04.2020
Aufsichtsrat der TUP setzt die bisherige Prokuristin und Finanzchefin zunächst kommissarisch ein
Der Aufsichtsrat der Theater und Philharmonie Essen GmbH (TUP) hat auf seiner Sitzung am 29. April die bisherige Prokuristin und Finanzchefin der TUP Karin Müller zur neuen Geschäftsführerin gewählt. Sie wird den Fünf-Sparten-Betrieb ab 1. Mai zunächst kommissarisch und nach der Bestätigung durch den Rat der Stadt Essen zwei weitere Jahre leiten. Karin Müller gehört dem Unternehmen seit Juli 1984 an, zuletzt als Verantwortliche für die Bereiche Finanzen, EDV und Vertrieb.

Franz-Josef Britz, Vorsitzender des TUP-Aufsichtsrates betont: "Karin Müller hat in den vergangenen Jahren als Finanzverantwortliche erheblich mit dazu beigetragen, dass die TUP heute wirtschaftlich sehr gut aufgestellt ist. In der aktuell für uns alle schwierigen Lage ist sie genau die richtige Person, um die besonderen Herausforderungen der kommenden Zeit zu bewältigen. Sie ist seit langem mit dem Unternehmen verbunden, kennt die Belegschaft und wird vor diesem Hintergrund nicht zuletzt für eine gute und fruchtbare Kommunikation innerhalb der TUP sorgen. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit."

Karin Müller sagt zu ihrer Ernennung: "Ich freue mich natürlich, dass der Aufsichtsrat mir das Vertrauen schenkt, diesen wichtigen Kulturbetrieb mit seinen fünf strahlkräftigen Sparten zu leiten. Wichtig ist mir zunächst einmal, in der aktuell schwierigen Situation für den Zusammenhalt der Kolleginnen und Kollegen zu sorgen und alles dafür zu tun, dass wir unserem Publikum in den kommenden Monaten auch bei veränderten Rahmenbedingungen ein hochwertiges Programm anbieten können."
22.04.2020
Aalto Ballett Essen veröffentlicht Programm der kommenden Spielzeit
Ballettintendant Ben Van Cauwenbergh und Hein Mulders, Intendant des Aalto-Musiktheater, der Essener Philharmoniker und der Philharmonie Essen, präsentieren das neue Jahresheft für die Spielzeit 2020/2021

Berühmte Tanzstücke des 20. Jahrhunderts

Aalto Ballett Essen veröffentlicht Programm der kommenden Spielzeit
Heute hat das Aalto Ballett Essen sein Programm für die Saison 2020/2021 veröffentlicht und damit die Premieren der neuen Spielzeit bekannt gegeben. „Das Publikum darf sich auf sehr unterschiedliche Werke großer Choreografen des 20. und 21. Jahrhunderts freuen: Die Palette reicht von einem hochkarätigen Handlungsballett mit Spitzentanz bis zu leidenschaftlichem Tanztheater allerhöchsten Ranges“, verspricht der Essener Ballettintendant Ben Van Cauwenbergh. Nach dem großen Erfolg von „Onegin“ wird ab Herbst 2020 mit „Der Widerspenstigen Zähmung“ ein weiteres Meisterwerk von John Cranko im Aalto-Theater zu sehen sein. Und im Frühjahr 2021 feiert unter dem Titel „Passions“ ein vierteiliger Abend Premiere, der Stücke von Edward Clug, Jiří Kylián und Roland Petit beinhaltet. Dabei ist es Van Cauwenbergh „eine große Ehre, gleich zwei Choreografien von Jiří Kylián zu präsentieren, der vor einem Jahr in die Académie des Beaux Arts in Paris aufgenommen wurde“. 2016 hat Kylian bereits mit „Archipel“ einen vierteiligen Abend für die Aalto-Compagnie kreiert.

Ab 24. Oktober 2020 zeigt die Essener Compagnie John Crankos 1969 uraufgeführtes Handlungsballett „Der Widerspenstigen Zähmung“ nach Shakespeares gleichnamiger Komödie. Darin dreht sich alles um die Suche nach einem Ehemann für die unnahbare Katharina. Der Draufgänger Petrucchio scheint der richtige zu sein ... Ein amüsanter Geschlechterkampf, bei dem sich die widerspenstige Katharina schon 1593 als eine erstaunlich emanzipierte Frauenfigur erweist. Als Musik wählte Cranko Klavier-Sonaten des Barockkomponisten Domenico Scarlatti, die Kurt-Heinz Stolze für dieses Ballett orchestrierte.

In „Passions“ erwartet die Zuschauer ein Mosaik, das aus vier Tanzstücken zusammengesetzt ist und rund 80 Jahre Ballettgeschichte nachvollzieht: „Le jeune homme et la mort“ von Roland Petit ist ein weltberühmter, moderner Klassiker des Tanztheaters von 1946. In der bewegenden Geschichte geht es um einen jungen Mann, der von seiner Geliebten in den Selbstmord getrieben wird. In den beiden Stücken „Falling Angels“ (1989) und „Sarabande“ (1990) von Tanzlegende Jiří Kylián wird das Thema Leidenschaft weitergeführt, allerdings auf eine witzige und augenzwinkernde Weise. Den Abend abrunden wird Edward Clugs 2017 entstandene Choreografie „Proof“, deren atemberaubend neue, abstrakte, doch auch sinnliche Tanzsprache zuweilen an Petit und Kylian anknüpft. Premiere dieses außergewöhnlichen Ballettabends, der vom Freundeskreis Theater und Philharmonie
Essen e. V. gefördert wird, ist am 17. April 2021 im Aalto-Theater.

Mit den Wiederaufnahmen „Dornröschen“, „Der Nussknacker“ und „Schwanensee“ werden auch in der kommenden Spielzeit die drei großenBallettklassiker von Pjotr I. Tschaikowski auf dem Programm stehen. Außerdem sind die beiden Rockballette „Tanzhommage an Queen“ und „Rock around Barock“ wieder zu erleben. Und nach längerer Pause kehrt Ben Van Cauwenberghs Soiree française „La vie en rose“ am 18. März 2021 zurück ins Aalto-Theater.

An den spartenübergreifenden TUP-Festtagen Kunst5, die vom 5. – 14. März 2021 unter dem Motto „wahl|verwandt“ stattfinden, wird sich das Ballett mit „Rock around Barock“ und „Schwanensee“ beteiligen.

Ballettchef Ben Van Cauwenbergh sowie die Aalto-Dramaturgen Christian Schröder und Svenja Gottsmann stellen die Premieren und Wiederaufnahmen in einem Video vor, das auf der Website des Balletts (https://www.theater-essen.de/ballett/) und den Social Media-Kanälen Facebook, Youtube und Instagram abrufbar ist.
Das neue Aalto-Spielzeitheft für die Saison 2020/2021 steht ab sofort unter www.theater-essen.de zur Einsicht und zum Download zur Verfügung und ist an der Aalto-Theaterkasse erhältlich.


Tickets:

Festplatz-Abonnentinnen und -Abonnenten des Aalto-Theaters können exklusiv in der Zeit vom 23. April bis 8. Mai 2020 einen Neuabschluss, einen Platztausch oder einen Abonnement-Wechsel vornehmen.

Abo-Bestellungen sind auf folgenden Wegen möglich:
· schriftlich an: Theater und Philharmonie Essen, TicketCenter, II. Hagen 2, 45127 Essen (Formulare erhältlich unter www.theater-essen.de)
· per E-Mail an: tickets@theater-essen.de
· telefonisch unter: 02 01 81 22-200 (Montag bis Samstag, 10:00 bis 15:00 Uhr)
· persönlich an der Kasse im Aalto-Theater, Opernplatz 10, 45128 Essen (Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, 13:00 bis 18:00 Uhr)

Der Vorverkauf für die Saison 2020/2021 beginnt voraussichtlich am 9. Mai 2020.
Dieser Termin gilt auch für Käuferinnen und Käufer eines Wahl-Abonnements.

Aktuelle Informationen und mögliche Änderungen werden unter www.theater-essen.de veröffentlicht.


17.04.2020
Theater und Philharmonie Essen sagt alle Veranstaltungen bis zur Sommerpause ab
Die Theater und Philharmonie Essen (TUP) hat alle Veranstaltungen in ihren Spielstätten Aalto-Theater, Philharmonie Essen, Grillo-Theater sowie Casa und Box bis zum Ende der laufenden Spielzeit 2019/2020 abgesagt. Aufgrund der weiterhin angespannten Corona-Situation kann der Spielbetrieb bis zum Sommer aus organisatorischen Gründen nicht wieder aufgenommen werden.
Für telefonische Rückfragen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des TicketCenters von montags bis samstags, jeweils von 10:00 bis 15:00 Uhr gerne zur Verfügung.
31.03.2020
Artist in Residence ist Sir Antonio Pappano. Künstlerporträts zum Pianisten Igor Levit und zur Akademie für Alte Musik Berlin. Schwerpunktreihe mit sieben Countertenören.
Die Philharmonie Essen hat ihr Programm für die Spielzeit 2020/2021 veröffentlicht. Artist in Residence ist der Dirigent Sir Antonio Pappano, der als Musikdirektor der Royal Opera in London seit 18 Jahren Herausragendes leistet und gleichzeitig das in Rom beheimatete Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia auf ein internationales Topniveau geführt hat. Sieben Konzerte und ein Künstlergespräch zeigen das große Spektrum seines künstlerischen Wirkens: Zweimal wird der Brite mit italienischen Wurzeln am Pult seines römischen Orchesters zu erleben sein, außerdem leitet er mit dem Royal Concertgebouw Orchestra und dem Chamber Orchestra of Europe weitere international profilierte Klangkörper. Yuja Wang, Jean-Yves Thibaudet, Igor Levit und Julia Fischer werden diese Konzerte als Solisten begleiten. Auch Pappano selbst wird als Instrumentalist zu erleben sein: Neben Rossinis „Petite Messe solennelle“, die der ausgebildete Pianist vom Klavier aus leitet, präsentiert er gemeinsam mit zwei Musikern der Accademia ein kammermusikalisches Brahms-Programm. Eröffnen wird die Residency das Sestetto Stradivari, das ebenfalls aus Mitgliedern des Orchesters besteht.

Der Pianist Igor Levit tritt nicht nur als Solist an der Seite von Sir Antonio Pappano mit Schumanns Klavierkonzert, sondern im Rahmen eines eigenen Künstlerporträts in insgesamt vier Konzerten sowie einem Gespräch in Erscheinung. In einem Solorecital widmet er sich Beethovens letzten drei Klaviersonaten, außerdem interpretiert er gemeinsam mit dem jungen Tenor Simon Bode Schuberts „Winterreise“ sowie mit dem Hagen Quartett Werke von Mozart und Schostakowitsch.

Für ein weiteres Künstlerporträt kommt mit der Akademie für Alte Musik Berlin eines der renommiertesten Ensembles für die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts nach Essen: In drei Konzerten stehen Händels „Messiah“, Pergolesis „Stabat Mater“ sowie Werke von Mozart, Johann Christoph Friedrich Bach und Johann Christian Bach auf dem Programm.

Einen Schwerpunkt bildet darüber hinaus eine Konzertreihe, in der sich gleich sieben erstklassige Countertenöre präsentieren. Mit Franco Fagioli als Oreste in Händels gleichnamiger Oper und Philippe Jaroussky sind zwei Stars der Szene zu Gast. Jakub Józef Orliński und Valer Sabadus zählen zu den wichtigen Namen der jüngeren Generation. Tim Mead, Damien Guillon und Carlo Vistoli haben sich als versierte Barock-Interpreten längst auf den internationalen Bühnen etabliert.

Das Eröffnungskonzert der neuen Saison würdigt noch einmal Ludwig van Beethoven als den großen Jubilar dieses Jahres: Anne-Sophie Mutter interpretiert dessen Violinkonzert, begleitet wird sie vom Pittsburgh Symphony Orchestra unter der Leitung von Manfred Honeck. Weitere Höhepunkte im sinfonischen Programm sind darüber hinaus Auftritte von Fabio Luisi und der Philharmonia Zürich, Sir András Schiff und der Staatskapelle Dresden, Vladimir Jurowski und dem London Philharmonic Orchestra, Teodor Currentzis und dem SWR Symphonieorchester, Lahav Shani und dem Rotterdam Philharmonic Orchestra, Christoph Eschenbach und dem Konzerthausorchester Berlin, Daniele Gatti und dem Mahler Chamber Orchestra, Omer Meir Wellber und dem BBC Philharmonic Orchestra sowie Daniel Hope und dem Zürcher Kammerorchester. Besondere Akzente setzen hier außerdem Solisten wie Janine Jansen, Beatrice Rana, Patricia Kopatchinskaja, Daniil Trifonov und Midori.

Die Reihe „Große Stimmen“ wird prominent zum Klingen gebracht unter anderem von Diana Damrau, die ihren einzigen Liederabend in Deutschland geben wird, Joyce DiDonato mit einem Programm zwischen Barock und Jazz, Ian Bostridge mit einer Reminiszenz an Beethoven sowie Christian Gerhaher mit einem Schubert-Liederabend. Die Reihe „Alte Musik bei Kerzenschein“, geprägt durch den Countertenor-Schwerpunkt und die Akademie für Alte Musik Berlin, bietet neben Händels konzertant aufgeführter Oper „Oreste“ (mit Il Pomo d’Oro), Bachs „Weihnachtsoratorium“ (mit der Gaechinger Cantorey) und Händels „Messiah“ (mit dem RIAS Kammerchor Berlin) auch ein Wiedersehen mit Concerto Copenhagen, Isabelle Faust sowie Evgeni Koroliov, der den zweiten Teil von Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ interpretieren wird. Zu den weiteren Pianisten, die das Publikum in der kommenden Spielzeit begrüßen kann, gehören Anna Vinnitskaya, Jan Lisiecki sowie Arthur und Lucas Jussen. Exquisite Kammermusikprogramme sind etwa zu erleben mit dem Artemis Quartett, Sol Gabetta und Bertrand Chamayou, Igor Levit und dem Hagen Quartett sowie Jörg Widmann und András Schiff. Die Orgel-Reihe setzt neben Recitals mit Iveta Apkalna, Wayne Marshall, einem gemeinsamen Konzert mit dem Titularorganisten der Kathedrale Notre-Dame Olivier Latry und dem französischen Pianisten Éric Le Sage sowie dem traditionellen Preisträgerkonzert ein besonderes Ausrufezeichen durch ein Festkonzert zum 30. Jubiläum der Städtepartnerschaft von Essen und Nischni Nowgorod.

Zu den wichtigen Jazz-Interpreten der Spielzeit 2020/2021 gehören John Scofield und Dave Holland, Gilberto Gil, Till Brönner, Bugge Wesseltoft, die furiose Band „Hildegard lernt fliegen“, Dhafer Youssef und die hr-Bigband sowie die WDR Big Band, die sich mit ihrem neuen Konzertformat „Very personal“ dem Philharmonie-Publikum einmal ganz anders vorstellen wird. Im Bereich Entertainment kommt es zu Beginn der Saison zu einer weiteren Ausgabe des erfolgreichen Formates „Very British“, bevor die legendären Bläck Fööss aus Köln auf ihrer Tournee zum 50-jährigen Bandjubiläum in Essen Station machen. Außerdem gibt es ein „Swingin’ Silvester“ mit dem Swing Dance Orchestra, die besten Hits der 90er Jahre mit der Neuen Philharmonie Westfalen, ein Tango-Konzert zum 100. Geburtstag von Astor Piazzolla mit dem WDR Funkhausorchester sowie einen musikalischen Querschnitt durch die vergangenen Jahrhunderte mit Salaputia Brass.

Neue Farben kommen mit den „Sounds of Heimat“ in die Philharmonie Essen: Die Fortführung der Reihen und Festivals „Sounds of Africa“ und „Sounds from East to West“ aus den vergangenen Spielzeiten schlägt eine musikalische Brücke zu frischen Klängen aus aller Welt, die den Begriff „Heimat“ sehr persönlich deuten und auch den Blick entfernter Kulturen auf die europäische Musik einschließen. Zu Gast sind hier das Berlin Oriental Quartet, das Ayça Miraç Quartett, das Ensemble Dengê Destan und das Kioomars Musayyebi Quartett.

Ein besonderes Jubiläum kann das Festival für Neue Musik NOW! feiern: Zum zehnten Mal präsentiert die Philharmonie Essen gemeinsam mit der Folkwang Universität der Künste, der Stiftung Zollverein, dem Landesmusikrat NRW sowie seit zwei Jahren auch PACT Zollverein neben zahlreichen Ur- und Erstaufführungen zentrale Werke der zeitgenössischen Musik aus den vergangenen Jahrzehnten. Das Jubiläumsfestival steht unter dem Titel „Von fremden Ländern und Menschen“, angelehnt an das gleichnamige Klavierstück von Robert Schumann. Und so führen über 20 Konzerte das Publikum auf eine Entdeckungsreise zu fremden Musikkulturen und außereuropäischen Klangsprachen in der Neuen Musik. Zu den wichtigsten Programmpunkten gehören die Uraufführung einer Oper von Riccardo Nova, die auf dem indischen Schöpfungsmythos basiert, ein Konzert mit dem Ensemble Modern, das im 40. Jahr seines Bestehens unter dem Titel „Afro-Modernism“ Werke von farbigen Komponistinnen und Komponisten präsentiert, die Aufführung von Werken fernöstlicher Komponistinnen und Komponisten durch die Essener Philharmoniker sowie das Preisträgerkonzert des Younghi Pagh-Paan Wettbewerbs.

Die Festtage Kunst⁵ der Theater und Philharmonie Essen (TUP) finden vom 5. bis 14. März 2021 statt. Zum sechsten Mal präsentieren die fünf TUP-Sparten – das Aalto-Musiktheater, die Essener Philharmoniker, das Aalto Ballett Essen, die Philharmonie Essen und das Schauspiel Essen – Höhepunkte ihres jeweiligen Programms. Unter dem Motto „wahl|verwandt“ tauchen die Festtage diesmal ab in die (Un-)Tiefen von Familien und anderen Schicksalsgemeinschaften.

Unter dem Titel „Philharmonie entdecken“ bietet die Philharmonie Essen ein umfangreiches Programm für Kinder, Jugendliche und Familien an. Dazu gehören Konzerte für Babys, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche, Familienkonzerte, Kompositionsprojekte, Schulkonzerte, Philharmonie-Führungen und Orgelvorführungen für Kinder, Konzerteinführungen für Kinder und Ferienworkshops. Die Folkwang Musikschule präsentiert sich mit ihren Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern am 26. September 2020 und stellt ihre Bereiche Instrumentalausbildung, Tanz, Schauspiel, Gesang und Popularmusik mit einem abwechslungsreichen Programm für die ganze Familie vor. Erwachsene haben an ausgewählten Terminen über die gesamte Spielzeit hinweg die Möglichkeit, sich intensiver mit klassischer Musik auseinanderzusetzen, etwa in den Konzerteinführungen „Die Kunst des Hörens“, durch Künstlerbegegnungen bei der Reihe „Philharmonie Debüt“, in Philharmonie-Führungen und Orgelvorführungen oder mit dem Projekt „Philharmonie trifft Universität“.

TUP-Theaterfest: Gemeinsam Kultur erleben
Am Sonntag, 30. August 2020, öffnet die Philharmonie Essen ihre Türen und lädt alle Konzert- und Theaterfreunde ein, die neue Saison 2020/2021 zu starten. Beim diesjährigen TUP-Theaterfest aller Sparten dreht sich alles um die wunderbar abwechslungsreiche Spielzeit, die zu altbewährten, aber auch außergewöhnlichen, nie da gewesenen Produktionen einlädt. Das Aalto Ballett Essen, die Essener Philharmoniker, das Schauspiel Essen, der Opernchor, das Gesangsensemble des Aalto-Musiktheaters, die Dramaturgen, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, die Werkstätten – kurz: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf und hinter der Bühne nehmen das Publikum mit in die Welt des Theaters, der Musik, des Tanzes und des Gesangs. Der genaue Ablauf des Tages wird rechtzeitig in den Publikationen der TUP bekannt gegeben.
Die Theater und Philharmonie Essen (TUP) sagt mit sofortiger Wirkung alle Eigenveranstaltungen in ihren Spielstätten Aalto-Theater, Philharmonie Essen, Grillo-Theater sowie Casa und Box bis auf Weiteres ab. Die komplette Einstellung des Spielbetriebs erfolgt aufgrund zweier Allgemeinverfügungen der Stadt Essen vom 12. und 13. März 2020 zur Verhütung und Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus. Der Ticketverkauf für die noch bis zum Ende dieser Spielzeit geplanten Veranstaltungen wird zunächst ausgesetzt.

Informationen zum Kartenumtausch bzw. zur Kartenrückgabe finden Sie hier >>

Sobald sich die Lage entspannt hat und der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, wird die TUP dies so früh wie möglich mitteilen.