Der Troubadour

(Il Trovatore)
Oper in vier Teilen von Giuseppe Verdi
Koproduktion mit der Seattle Opera
Premiere am 2. Dezember 2017
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln



Zum Stück

Es sind die langen Schatten der Vergangenheit, denen keine Figur in Verdis vielleicht dunkelstem Werk entkommen kann. Es ist die gemeinsame Vorgeschichte, die ihr Schicksal bestimmt und – aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt – durch die Oper geistert. Es ist unerbittlicher Hass, der die Ereignisse auf ein tragisches Ende hin peitscht. Der alte Graf Luna hatte zwei Söhne. Einer davon sei von einer Zigeunerin verflucht worden, wofür diese auf den Scheiterhaufen geworfen wurde. Deren Tochter Azucena entführte daraufhin den Jungen, um ihn aus Rache ebenfalls zu verbrennen, tötet dabei aber aus Versehen ihr eigenes Kind. Das überlebende Grafenkind wuchs nun im Zigeunerlager heran, ohne seine Herkunft zu kennen. Der alte Graf ließ seinen verbliebenen Sohn am Sterbebett schwören, die Suche nach dem verschwundenen Bruder niemals aufzugeben. Jahre später verlieben sich die beiden einander unbekannten Brüder in dieselbe Frau …

Legendär kompliziert sei die Handlung des "Trovatore", so der allgemeine Konsens in der Opernwelt. Und ganz einfach machen es Verdi und sein Librettist Cammarano dem Publikum wahrhaftig nicht. Eine lineare und stringente Erzählung weicht großen Tableaus, statt strahlender Helden stehen gesellschaftliche Außenseiter im Zentrum des Geschehens. Es ist hier in besonderem Maße das innere Drama der Figuren und nicht das Handlungsgerüst, das Verdi zu einer seiner beliebtesten Opern inspirierte. Und der schon bei der Uraufführung einsetzende Erfolg gab ihm Recht: Der spannungsgeladene Kontrast zwischen düsterer Handlung und schier überirdischer Schönheit der Musik sorgte dafür, dass sich das Mittelstück von Verdis "trilogia populare" als absoluter Klassiker der italienischen Oper durchsetzen konnte.

Gefördert von der Brost-Stiftung.

Dauer: ca. 2 3/4 Stunden.
Pause nach ca. 70 Minuten.
Einführungsvortrag 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Foyer.
Team
Musikalische Leitung
Bühne
Christian Fenouillat
Kostüme
Choreinstudierung
Dramaturgie
Besetzung
Leonora
Der Graf von Luna
Ferrando, Hauptmann im Heer
Azucena, eine Zigeunerin
Ieva Prudnikovaite
Manrico, ein Troubadour
Ruiz, Manricos Vertrauter
Ein Bote
Joo Youp Lee

Pressestimmen

"Starkes Gesangsquartett"
"Das Aalto-Theater bietet ein starkes Gesangsquartett auf, das in den zahlreichen Duetten und Terzetten bemerkenswert ausgewogen klingt."
Westfälischer Anzeiger
9. Dezember 2017
Anke Demirsoy

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