Macbeth

Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi
Libretto von Francesco Maria Piave und Andrea Maffei nach dem Drama "Macbeth" von William Shakespeare
Wiederaufnahme am 24. April 2021
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln



Zum Stück


Für seine zehnte Oper verhandelte Giuseppe Verdi 1846 mit dem Impresario der Florentiner Oper und schwankte zwischen drei Themenblöcken: Shakespeares Macbeth, Schillers Die Räuber und Grillparzers Die Ahnfrau – allen Stoffen ist gemein, dass sie sich nicht für die theatrale Form des traditionellen italienischen melodramma eignen. Verdi wählte ganz bewusst etwas Neues; er schrieb: „Das Sujet der Oper ist weder politisch noch religiös: Es ist fantastisch.“ Der Komponist verzichtete auf die eigentlich übliche Liebesgeschichte, auch auf die glänzende Tenorrolle und konzentrierte sich auf die Schattenseite der menschlichen Seelenabgründe. Verdi selbst verfasste einen Prosaentwurf und schärfte seinem Librettisten Piave ein: „Wenn wir schon keine große Sache daraus machen können, lass uns wenigstens versuchen, eine Sache jenseits des Gewöhnlichen zu machen... Für die Verse denke stets daran, dass es dort kein überflüssiges Wort geben darf: Alles muss etwas ausdrücken... Kürze und Erhabenheit!“

Verdi sah sich der Vorlage von Shakespeare verpflichtet und schrieb an seine erste Lady, die Sopranistin Marianna Barbieri- Nini: „Dies ist ein Drama, das nichts mit den anderen gemein hat, und wir dürfen alle keine Anstrengung scheuen, dem Original so gerecht wie möglich zu werden.“ Damit wird eine neue Verbindung von Wort und Ton etabliert – jenseits der romantischen Melomanie der italienischen Oper werden neue Voraussetzungen zur Aufführungspraxis und Rezeption geschaffen. Es ist ja genau diese Macht von Sprache, die auch den Kern der Geschichte des den Prophezeiungen glaubenden Macbeth’ ausmacht.

Die tinta musicale ist schwärzer und ausweglos gespenstischer als in allen anderen Opern Verdis – dabei bleibt es ein Schauderdrama, das sich mit den menschlichen Dimensionen von Schuld und Gewissen auseinandersetzt. Das Aneinanderreiben des Halbtonwechsels von C und Des, ein winziger harmonischer Schritt, ist die Keimzelle der gesamten Partitur und findet sich immer wieder. Dieser kleinen Schwärze sind die Hexen entgegengesetzt: Sie sind nicht die „weird sisters“ als Shakespeare’sche Erdblasen, sondern vielmehr Erscheinungen menschlicher Abgründe. Dabei klingen ihre Chöre frivol und scheinen eher durch tänzerischen Rhythmus denn mystische Klänge zu verzaubern. Nach der erfolgreichen Uraufführung 1847 in Florenz ist der Komponist sehr zufrieden und widmet das Werk seinem Schwiegervater und Gönner Antonio Barezzi: „Macbeth ist mir lieber als meine anderen Opern.“ Im Jahre 1865 überarbeitet Verdi die Oper nochmals für Paris: Er fügt das dort obligatorische Ballett ein, ersetzt eine konventionelle Arienszene der Lady durch ein durchkomponiertes Stück und findet zudem einen anderen Fokus im Schluss.


Gefördert von der Sparkasse Essen und
dem Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen e. V.
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Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne und Kostüme
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Besetzung
Macbeth
Banquo
Lady Macbeth
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Macduff
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