Uraufführung

Sophia, der Tod und ich

nach dem Roman von Thees Uhlmann
Bühnenfassung von Tilman Gersch und Jana Hykes
Wiederaufnahme am 20. Oktober 2017 im Grillo-Theater



Das Stück

Man stelle sich vor, es klingelt an der Tür und davor steht ein Mann: „Guten Tag. Ich bin der Tod, und Sie müssen jetzt mitkommen. Sie haben noch drei Minuten Zeit, um über alles nachzudenken.“ Ziemlich unschöne Situation, sowas. Wie die meisten Menschen habe auch ich eine eher angespannte Beziehung zum Tod und kann mir deutlich angenehmere Begegnungen an der eigenen Haustür vorstellen. Eine Diskussion über Ironie und Fußball mit Zeugen Jehovas zum Beispiel. Aber nun ist es eben so, dass der Tod höchstpersönlich auf der Matte steht und nicht nur darauf wartet, dass ich meine letzten drei Minuten Lebenszeit sinnvoll nutze – er weiß auch noch alles besser und verkneift sich keinen Kommentar. Ein Glück, dass kurz vor Ablauf der Frist meine Ex-Freundin Sophia eintrudelt und den Tod unfreiwillig bei der Arbeit stört. Der ist ganz verdattert: So etwas ist ihm noch nie passiert. Zu meiner völligen Überraschung beschließt er, die Erfüllung seines Auftrags noch ein bisschen zu verschieben. Kurzurlaub, quasi. Loswerden kann ich ihn ja eh nicht mehr, es sei denn, ich würde freiwillig tot umfallen. Aber dafür ist das Leben doch viel zu schön, vor allem jetzt, da Sophia wieder da ist und es sich einfach so verdammt gut anfühlt, sie in meiner Nähe zu haben. Außerdem will ich mich unbedingt noch von meinem kleinen Sohn verabschieden, den ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe.

Für die ungewöhnliche Reisegruppe in Thees Uhlmanns Debütroman wird es eine Fahrt quer durch Deutschland, geprägt von skurrilen Momenten und der tollpatschigen Naivität, mit der sich der Tod begeistert durch die Welt der Lebenden bewegt. Es ist auch eine Reise durch das Leben eines Singles Ende Dreißig, der täglich eine Postkarte für seinen Sohn zeichnet und Zuflucht im Fußball sucht, der phlegmatisch und damit auch noch zufrieden ist, bis sich sein ganzes Leben im Angesicht des Sensenmannes höchstpersönlich plötzlich noch einmal verdichtet. Thees Uhlmann, bekannt als Sänger der Band Tomte und seit 2011 auf Solopfaden unterwegs, schafft mit „Sophia, der Tod und ich“ eine irrsinnig-witzige Auseinandersetzung mit dem Sterben, in der er gleichzeitig die ganze Herrlichkeit des Lebens feiert.
 
In Kooperation mit der Gesellschaft für Soziale Dienstleistungen Essen mbH (GSE).
Team
Inszenierung
Bühne und Kostüme
Dramaturgie
Besetzung
Ich-Erzähler
Sophia, seine Ex-Freundin
Mutter
Der zweite Tod / Sophias Vater u. a.
Sohn Johnny
Aron Gergely, Max Wagner

Pressestimmen

„Wenn sich der Tod ins Leben verliebt“
„[Ein] kurzweiliger Abend, der ein sehr dunkles, Ängste evozierendes Thema ungewohnt leichtfüßig behandelt und die angetanen Zuschauer mit einem warmherzigen Plädoyer für das Leben nach Hause schickt.“
literaturundfeuilleton
5. März 2017
Helge Kreisköther

Humorvoller Schlagabtausch
„In der Essener Inszenierung glänzen Stefan Diekmann (als Held) und Jens Winterstein (als Tod im schwarzen Outfit eines Bestatters) als hervorragend aufeinander eingespieltes Duo. Schlag auf Schlag fallen die Pointen, ergänzen die beiden sich im humorvollen Schlagabtausch. […]
Ein lohnenswerter Abend mit einem hervorragenden Ensemble und – vor allem – einem zwar irrationalen, aber erfrischenden Zugriff auf ein ernstes Thema.“
theater pur
10. März 2017
Antje van Bürck

Kurzweiliger Abend
„Meist wird viel gelacht an diesem kurzweiligen Abend. Über den Tod, dem Jens Winterstein mit kindliche-naivem Staunen und Erlebnishunger ein menschliches Antlitz gibt, über Ingrid Domanns knarziges Muttertier und den trockenen Dialog-Witz, den Stefan Diekmann als Erzähler so gut beherrscht wie Stephanie Schönfeld die Post-Punk-Lady Sophia.“
WAZ
6. März 2017
Martina Schürmann

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