Am Boden

von George Brant
Deutsch von Henning Bochert
Oktober 2019
Sa
12
http://www.theater-essen.de/ Theater und Philharmonie Essen Opernplatz 10, 45128 Essen
Wiederaufnahme

Am Boden

Box · Grillo-Theater · 1 Stunde 25 Minuten, keine Pause
Premiere am 23. Februar 2019 in der Box



Das Stück

Eine junge Kampfpilotin meldet sich zu Wort. Viele Jahre hat sie den Adrenalinkick im Himmel genossen und sich in der Männerdomäne einen Namen gemacht. In verschiedenen Kriegsgebieten stationiert, führte sie maximal Fernbeziehungen und war glücklich damit. Doch dann begeistert sich Eric für die selbstbewusste Frau im Flieger-Overall. Mit ihm zieht „der ganz wahre Kitsch“, wie sie es nennt, in ihr Leben ein, und schon bald muss sie den Dienst in der Luft quittieren, weil sie schwanger ist. Samantha wird geboren, und die frisch gebackene Mutter verzichtet drei Jahre lang auf berufliche Erfüllung – bis ihre Sehnsucht zu groß wird und sie sich bei ihrem Kommandanten zurückmeldet. Der Krieg hat sich jedoch gewandelt. Als Drohnenpilotin fliegt sie jetzt eine Reaper im Wert von 11 Millionen Dollar, ganz ohne ins himmlische Blau einzutauchen. Sie pendelt im Schichtdienst zwischen Kindergarten und Luftwaffenstützpunkt in der Wüste, zwischen Liebesleben mit ihrem Mann und automatisiertem Töten. Und zunehmend tobt auch nach Feierabend der Krieg in ihrem Kopf. Die Grenze zwischen Privatleben und Terroristenjagd via Bildschirm verschwimmt gefährlich, und eines Tages ist sie nicht mehr in der Lage, den Befehl ihres Vorgesetzten auszuführen.

Der amerikanische Dramatiker George Brant schrieb mit „Am Boden“ sein bislang erfolgreichstes Stück. Der sorgfältig recherchierte Monolog hat seit seiner Uraufführung 2013 in San Francisco nichts an Aktualität eingebüßt: Er liefert einen packenden Einblick in die Welt des modernen drohnenbasierten Kriegs. „Grounded“, so der englische Originaltitel, entwickelt noch dazu sprachlich enorme Zugkraft und zwingt zur Auseinandersetzung mit der Frage, was es gesellschaftlich und moralisch bedeutet, wenn wir Kriegsführung zunehmend ins Virtuelle verlagern und es nur noch eines anonymen Knopfdruckes am anderen Ende der Welt bedarf, um ganze Menschengruppen auszulöschen.

Pressestimmen

„Sabine Osthoff ist die überzeugende Darstellerin in dieser eindringlichen Studie über die seelische Verwundbarkeit von Waffengöttinnen. […] Sie macht nicht nur die ethisch-moralischen Fragen des ferngesteuerten Tötens nachvollziehbar, sondern auch die innere Zerrissenheit einer Frau, die den Krieg nach Feierabend nicht mehr aus dem Kopf bekommt.“
WAZ/NRZ
26. Februar 2019
Martina Schürmann

Kompletter Beitrag
Empfehlungen für Sie
Di
10
September
20:00
Café Central
Do
12
September
Sa
14
September
14:00
Grillo-Theater
Mo
23
September
20:00
Café Central
Fr
27
September
Fr
27
September
19:30 - 21:30
Grillo-Theater
Sa
28
September
19:00
Maxstr. 54
Mi
2
Oktober
Sa
5
Oktober
Mo
7
Oktober
20:00
Café Central
So
20
Oktober
Sa
26
Oktober