Die Walküre

Oper von Richard Wagner
Erster Tag des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen”
Wiederaufnahme am 30. Juni 2018
Mit Übertiteln



Zum Stück

In einer Revolutionsschrift apostrophierte der für eine kurze Zeit politisch entflammte Wagner den eigenen freien Willen als das einzige höchste Gesetz. Der spätere "Ring" und darin insbesondere dessen erster Tag, "Die Walküre", glich einem ins Kolossalische geratenen Dementi dieser Aussage. Absolut nichts scheint hier frei. Wagner zeigt dies unmißverständlich gleich in der anfänglichen Sturmszene. Es ist Abend. Das Unwetter lässt nach. Ein Flüchtender, vor Anstrengung halb tot, will ein inmitten der Waldeinsamkeit gelegenes Haus betreten, zögert jedoch für einen bedeutsamen Augenblick, den Riegel noch in der Hand. Das Ende dieses Zögerns setzt die nun starr folgende Unabwendbarkeit der Geschehnisse in Gang.

Die Schwellensymbolik, von Wagner längst beständig verwandt, introduziert hier den Übergang in eine Ausweglosigkeit, worin Liebes- und Todessehnsucht sich so verschränken wie kaum je zuvor in einem anderen Werk der Musiktheatergeschichte. Sein Höhepunkt mag weniger im so berühmten wie missbrauchten "Walkürenritt" gesehen werden als in der unendlich bewegenden "Todesverkündigung", die Siegmund das Angebot seiner Halbschwester Brünnhilde auf die Ewigkeit im Heldenhimmel abschlagen lässt, wenn nicht auch für seine Zwillingsschwester Sieglinde die Pforte für jenes transzendente Reich offen steht. Sinnliche Liebe als Versöhnungsverneinung: das ist in der gesamten Tetralogie einzigartig und recht eigentlich das Zentrum des 1870 gegen Wagners ausdrücklichen Willen uraufgeführten Werkes. Die väterliche Macht von Wotan wird hier so fragil, dass auch der Gott selbst aus seinen Verstrickungen kaum mehr zu retten ist. Den Sohn lässt er ermorden, eine schwangere Tochter will er gleich selbst umbringen. Die andere mit Erda gezeugte Tochter gedenkt er dem erstbesten Dahergelaufenen anzubieten. Die eigene Ehe ward seit den Vertragsbrüchen des Vorabends längst zerrüttet. Der Gott scheint – "nur eines will ich noch" – längst am Ende. Der "Ring" gerät hier – allemal in der Nachbarschaft von Flaubert, Hebbel und Ibsen – vollends zum Familiendesaster.

Gefördert von E.ON

1. Pause nach ca. 60 Minuten; 2. Pause nach ca. 180 Minuten.

Pressestimmen

"Ein Kammerspiel der leisen Töne".
"Dietrich Hilsdorf schmiedet den zweiten Teil von Wagners ′Ring des Nibelungen′ als Kammerspiel der leisen Töne. [...] Erstaunlich, wie durchhörbar das Orchester bleibt. Es erntet Jubel."
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
26. Mai 2009
Lars von der Gönna

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