Jean-Michel Criqui

Szenische Einstudierung
Jean-Michel Criqui begann seine Theaterlaufbahn als Inspizient mit Mozarts Da Ponte-Trilogie am Théâtre des Champs-Elysées (mit Jean-Pierre Ponnelle und Daniel Barenboim), gefolgt von einer achtmonatigen Zusammenarbeit mit Giorgio Strehler (Weills "Dreigroschenoper") am Théâtre du Châtelet. An diesem Haus war er weitere drei Jahre engagiert, bevor er in die Freiberuflichkeit wechselte und u. a. mit Regisseur*innen wie Freyer, Stein, den Hermanns, Strosser, Pizzi, Audi, Pasqual, Wilson, McVicar, Lowery, Mesguish, Martone, Engel oder Irina Brook arbeitete. Neben seiner Tätigkeit an Opernhäusern führte ihn sein Weg auch zum Kabuki mit Ichikawa Ennosuke III, zu Konzertproduktionen mit den Chanson-Sänger*innen Barbara und Charles Trenet, aber auch zum Tanz (Béjart, Forsythe, Gades u. v. m.) Parallel dazu wurde er Regieassistent von Patrice Caurier und Moshe Leiser, wobei zahlreiche Produktionen u. a. in Paris, London, Lausanne, Antwerpen, Sankt Petersburg, Lyon, Cardiff, Straßburg, Genf, Barcelona und Cagliari entstanden. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet er v. a. mit Robert Carsen zusammen, aber auch mit Regisseur*innen wie Warlikowski, Negrin, Clément, Désiré, Raab und Waltz. Dabei führten ihn Neuproduktionen und Wiederaufnahmen nach Paris, Genf, Straßburg, New York, Amsterdam, Chicago, Baden-Baden, Barcelona, San Francisco, Tokio, Rom, Florenz, Monaco, Bilbao, Toronto, Wien, Mailand und Madrid. Zu seinen eigenen Inszenierungen zählen "Iphigénie en Tauride“ an der Opéra de Nantes, "Ein Ehemann vor der Tür“ in Lyon, "Don Quichotte chez la Duchesse“ in Bordeaux, "L’interview de Mozart“ am Théâtre des Champs-Elysées, "La Cambiale di Matrimonio“ und "Il Signor Bruschino“ an der Oper am Rhein Straßburg, sowie mehrere Enigma-Konzert von Jean-François Zygel am Châtelet. Seit 13 Jahren verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit dem Nationaltheater Taipeh, an dem er verschiedene Projekte inszenierte: "L’enfant et les sortilèges“, ein Abend mit Höhepunkten der französischen Oper, "Die lustige Witwe“, Respighis "La Bella dormente nel Bosco“ – eine Produktion, die 2015 anlässlich einer großen Taiwan-Tournee wiederaufgenommen wurde und bei der im Rahmen eines Projektes für musikalische Integration von Minoritäten ein Atayal-Kinderchor mitwirkte, mit dem auch eine weitere Zusammenarbeit geplant ist. Zu den Höhepunkten in letzter Zeit gehören "Herzog Blaubarts Burg“ – "La voix humaine“ und "Lady Macbeth von Mzensk“ mit Warlikowski an der Opéra Bastille, die Wiederaufnahme von "Capriccio“ an der Opéra Garnier, "Platée“ in Wien, eine Neuproduktion von "Il RItorno d’Ulisse in Patria“ mit Robert Carsen in Florenz, "Passion“ (Sondheim) mit Fanny Ardant am Théâtre du Châtelet, Offenbachs "Barkouf“ mit Mariame Clément in Straßbourg und Köln, "Il Trovatore“ in Monaco, Kopenhagen und Madrid mit Negrin. "Anatevka“ mit Barrie Kosky an der Oper am Rhein, "Rusalka“ mit La Fura dels Baus in Bergen sowie "Echnaton“ mit Lucinda Childs an der Opéra von Nizza. Zukünftige Projekte umfassen "Elektra“ in Paris und "Carmen“ in Amsterdam mit Robert Carsen, "Der Barbier von Sevilla“ in Nancy mit Mariame Clément, "Les Huguenots“ in Marseille, die Wiederaufnahme von "Der Troubadour“ von Negrin in Madrid, sowie eine eigene Neuproduktion von "Falstaff“ in Taiwan.