Im Rahmen des Literatürk Festivals 2019

„Eure Heimat ist unser Albtraum“

Lesung und Gespräch mit Hengameh Yaghoobifarah, Mithu M. Sanyal, Max Czollek und Sharon Dodua Otoo
November 2019
Di
12
http://www.theater-essen.de/ Theater und Philharmonie Essen Opernplatz 10, 45128 Essen

„Eure Heimat ist unser Albtraum“

Casa · Grillo-Theater
Karten über www.literatuerk.com

Der Abend

Wie fühlt es sich an, als „Bedrohung“ wahrgenommen zu werden? Wie viel Vertrauen besteht nach dem NSU-Skandal noch in die Sicherheitsbehörden? Was bedeutet es, sich bei Krisen im Namen des gesamten Heimatlandes oder der Religionszugehörigkeit der Eltern rechtfertigen zu müssen? Und wie wirkt sich Rassismus auf die Sexualität aus? Das Buch "Eure Heimat ist unser Albtraum" ist ein Manifest gegen Heimat – einem völkisch verklärten Konzept, gegen dessen Normalisierung sich 14 Autorinnen und Autoren wehren. Zum einjährigen Bestehen des sogenannten „Heimatministeriums“ sammelten die beiden Herausgeberinnen Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah schonungslose Perspektiven auf eine rassistische und antisemitische Gesellschaft.

Vier der Autorinnen und Autoren sind im Rahmen des Literatürk Festivals zu Gast in Essen. In persönlichen Essays geben sie Einblick in ihren Alltag und halten Deutschland den Spiegel vor: einem Land, das sich als vorbildliche Demokratie begreift und gleichzeitig einen Teil seiner Mitglieder als „anders“ markiert, kaum schützt oder wertschätzt.

Moderation: Nikolaos Georgakis

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Hengameh Yaghoobifarah, geboren 1991 in Kiel, ist freie Redakteurin beim Missy Magazine und bei der taz. Sie schreibt die Kolumne "Habibitus" und politische Beiträge für Spex, an.schläge und das Literaturjournal. 2019 erschien ihr Essay "Ich war auf der Fusion, und alles, was ich bekam, war ein blutiges Herz".
 
Sharon Dodua Otoo ist Schwarze Britin, Mutter, Aktivistin und Autorin. Ihre ersten Novellen "die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle" und "Synchronicity" erschienen 2017 beim S. Fischer Verlag. Mit dem Text "Herr Gröttrup setzt sich hin" gewann sie 2016 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Max Czollek, geboren 1987, lebt in Berlin. Er promovierte am Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, ist Mitglied des Lyrikkollektivs G13 und Mitherausgeber des Magazins "Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart". Nach den Gedichtbänden "Druckkammern" (2012) und "Jubeljahre" (2015) erschien 2018 seine Streitschrift "Desintegriert Euch!" (btb). Im Herbst 2019 erscheint neue Lyrik "Jahrzeit" (alle Lyrikbände bei J. Frank).

Mithu M. Sanyal, ist Kulturwissenschaftlerin und Autorin. Sie arbeitet für das Radio und verschiedene Zeitungen wie die taz. 2009 erschien ihr Buch "Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts" (Wagenbach Verlag), 2017 das Sachbuch "Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens" (Edition Nautilus), das mit dem Preis Geisteswissenschaften international ausgezeichnet wurde.

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Das Titelbild zeigt die Autorin Sharon Dodua Otoo.
Foto: Ralf Steinberger
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