Goethe und die Mythologie

Vortrag von Prof. Dr. Stefan Matuschek (Jena)
Eine Veranstaltung der Goethe-Gesellschaft Essen e. V.

Der Vortrag

Die Mythologie ist nicht nur ein Reservoir an Figuren, Motiven und Ereignissen. Sie ist zugleich eine sich verändernde Idee vom Status und Wert künstlerisch-literarischer Darstellung. Um 1800 vollzieht sich deren radikalster Wandel. Was jahrhundertelang als konventionelles Zeichensystem galt, das Glanz und Ansehen, aber auch erotische und politische Freizügigkeit verschaffte, lädt sich mit utopischer Energie auf. Mythologie wird in ihrer affektisch-sinnlichen Dimension als menschlich-wahrhaftige Weltanschauungsform neu bewertet und als Zukunftsprojekt entworfen.
Diese Entstehung des modernen Mythos-Begriffs kann man in Goethes Verwendung der Mythologie schrittweise nachvollziehen: vom Prometheus-Gedicht über die Wieland-Farce und Iphigenie bis zu Faust II. Goethes Werke sind ein Musterkatalog der Mythologie-Ideen um 1800.
 
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19
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