Nathan der Weise

Dramatisches Gedicht
von Gotthold Ephraim Lessing
August 2022
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September 2022
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Wiederaufnahme

Nathan der Weise

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Wiederaufnahme am 30. August 2022 in der Casa



Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge. Der jüdische Kaufmann Nathan steht vor den Trümmern seines niedergebrannten Hauses, in dem fast seine Tochter Recha umgekommen wäre. Sie glaubt an einen rettenden Engel, doch der christliche Tempelherr, der sie aus den Flammen holte, ist aus Fleisch und Blut und will keinen Dank – schon gar nicht von einem jüdischen Mädchen. Er wundert sich noch immer, dass er nach seiner Festnahme wegen Störung der Waffenruhe als einziger Kreuzritter von Sultan Saladin begnadigt wurde – nur, weil er dessen verstorbenem Bruder ähnlich sieht. Den muslimischen Herrscher drücken derweil andere Sorgen: Die Kassen sind leer. Also ruft er den reichen Nathan zu sich, fragt jedoch nicht direkt nach Geld, sondern erstmal um Rat, welche der drei großen Religionen denn wohl die wahre sei. Und ist beeindruckt von Nathans kluger Ringparabel, die für Gleichberechtigung und gegenseitige Toleranz der Religionen wirbt. Statt um finanzielle Unterstützung bittet Saladin nun um Nathans Freundschaft. Er erhält sie, und bekommt Bares noch dazu. Überwunden werden alte Vorurteile und jahrelange Ressentiments, bis auch die letzten Zweifelnden ungeachtet ihres Glaubens zu einer großen Familie werden – nicht nur im übertragenen Sinn ...

Naives Märchen oder optimistischer Gesellschaftsentwurf? Haltlose Utopie oder hoffnungsvolle Zukunftsvison? Spinnerei oder Soap? Traum oder Trash? Eins ist Gotthold Ephraim Lessings 1779 entstandenes Theaterstück definitiv: ein vielschichtiges Plädoyer für Toleranz und (religiöses) Miteinander. Zunächst einmal wollte Lessing damit das herrschende Publikationsverbot zu religiösen Themen umgehen und in seiner hitzig geführten Glaubensdebatte mit dem Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze den dramatischen Höhepunkt setzen. Fast 250 Jahre später wird der Toleranz statt Rache lebende Nathan weltweit als Vorbild herangezogen, die Ringparabel gehört zum Allgemeinwissen, und „Nathan der Weise“ ist Schulstoff. Weil die Zeiten es immer noch erfordern! Das Ringen der Religionen, der Kampf zwischen Andersdenkenden und -gläubigen, der Hass auf alles Fremde, die Angst vor dem Verlust von Sicherheit und religiöser, kultureller oder nationaler Identität hat nicht aufgehört. Im Gegenteil.

Regisseur Karsten Dahlem inszeniert bereits zum achten Mal am Schauspiel Essen. Zuletzt war in der Spielzeit 2020/2021 „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ von Edward Albee in seiner Regie zu sehen. Nach spannenden Klassikerinszenierungen wie u. a. „Die Leiden des jungen Werther“ und „Peer Gynt“ wird er nun „Nathan der Weise“ nicht zuletzt auch für ein junges Publikum ab 16 Jahren inszenieren.

Hinweis:
In dieser Inszenierung werden Nebel und Stroboskoplicht eingesetzt.
Außerdem werden Kriegsgeräusche und Sirenen eingespielt. Dies könnte vor allem bei Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken.

Vorstellung am:
07.12. 19:00

Team
Inszenierung
Bühne und Kostüme
Dramaturgie
Besetzung
Sultan Saladin
Sittah, dessen Schwester
Nathan, ein reicher Jude in Jerusalem
Recha, dessen angenommene Tochter
Daja, eine Christin, im Hause Nathans
Ein junger Tempelherr
Der Patriarch von Jerusalem
Ein Klosterbruder
Musiker
Hajo Wiesemann/Kai Weiner, Thomas Büchel

Pressestimmen

"In Dahlems herzpochender Inszenierung wird die [vorurteilsfreie Liebe] auch umgesetzt, wenn Luzie Juckenburg als verknallte Recha nach ihrem Retter, dem Tempelherrn verlangt. Sabine Osthoff befeuert die Love-Story als resolute Strippenzieherin Daja, die die Kerle in der Umgebung auch mal mit einem Tritt in den Hintern auf Kurs bringt. Ines Krugs Nathan ist ein reflektierter und besonnener Denker, kein Besserwisser in Sachen Toleranz. Thomas Büchel befreit den Sultan Saladin kultiviert vom finsteren Muselmanen-Auftritt. Und Alexey Ekimov ist ein aufbrausender Tempelherr. [...]
Wie in seinem gefeierten ‚Werther‘ gelingt es Karsten Dahlem auch mit ‚Nathan der Weise‘ für wildes Herzklopfen und einen Überschuss jugendlicher Gefühle zu sorgen."
WAZ
20. Dezember 2021
Martina Schürmann

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