Jiří Kylián

Choreograf
Jiří Kylián wurde 1947 in Prag geboren und erhielt seine Ausbildung am Konservatorium seiner Heimatstadt. 1968 wurde er von John Cranko an das Stuttgarter Ballett verpflichtet und zugleich ermutigt, eigene Stücke zu kreieren, wie etwa „Kommen und Gehen“ (mit Marcia Haydée), das 1970 in Stuttgart uraufgeführt wurde. 1973 entstand mit „Viewers“ sein erstes Werk für das Nederlands Dans Theater (NDT), und 1976 wurde Jiří Kylián schließlich zum Künstlerischen Direktor dieser Compagnie ernannt. Mit der Zeit entstanden hier 74 Choreografien. 1978 gründete er das NDT II, das klassisch ausgebildeten Tänzer*inne im Alter von 17 bis 22 Jahren die Möglichkeit bietet, sich während einer Periode von drei Jahren auf die Aufnahme ins NDT oder in eine andere Tanzcompagnie vorzubereiten. „Gegenstück“ hierzu war das NDT III (gegründet 1991, 2006 aus finanziellen Gründen aufgelöst), das Tänzer*innen über 40 Jahren ein künstlerisches Forum bot. 1999 gab Kylián den Posten der künstlerischen Leitung des NDT an die jüngere Generation weiter, blieb der Compagnie aber bis Dezember 2009 als Choreograf verbunden. Er zählt zu den bedeutendsten Choreograf*innen seiner Zeit.