Foto: Anu Jormalainen

Outi Tarkiainen

Komponistin

Vita

Outi Tarkiainen (* 1985) wurde in Rovaniemi in Finnisch-Lappland geboren, einem Ort, der sich für sie als ständige Inspirationsquelle erwiesen hat. Sie studierte Komposition an der Sibelius-Akademie in Helsinki bei Eero Hämeenniemi und Veli-Matti Puumala, an der University of Miami bei Ron Miller und an der Guildhall School of Music and Drama in London bei Malcolm Singer.

Seit ihrer Studienzeit fühlt sich Tarkiainen von der Ausdruckskraft der menschlichen Stimme angezogen. 2016 führten das Lapland Chamber Orchestra, der Dirigent John Storgårds und die Mezzosopranistin Virpi Räisänen die Uraufführung ihres Orchesterliedzyklus mit Texten samischer Dichter*innen mit dem Titel „The Earth, Spring’s Daughter“ (2015) auf. 2022 fand die Weltpremiere ihrer ersten Oper statt, die vom Theater Hagen in Auftrag gegeben wurde. „A Room of One’s Own“ basiert auf dem Essay von Virginia Woolf und ist das jüngste Werk einer Reihe, die sich mit Weiblichkeit und Frau-Sein auseinandersetzt; dazu gehört auch die orchestrale Meditation über Naturphänomene wie die Geburt, „The Ring of Fire and Love“ (2020).

Nachdem sie sich als Komponistin und Dirigentin bei einigen der führenden Jazzorchester Europas einen Namen gemacht hatte, arbeitete Tarkiainen gemeinsam mit der finnischen Sängerin Aili Ikonen an einer Reihe von Werken für Jazzorchester, darunter „Into the Woodland Silence“ (2013) – eine Komposition, die den Sinn der Komponistin für Naturmystik mit den charakteristischen Klangfarben der Jazzorchestertradition verband.


In jüngerer Zeit erhielt Tarkiainen Kompositionsaufträge von Ensembles wie den Berliner Philharmonikern, dem BBC Philharmonic, dem BBC Symphony Orchestra, dem BBC Scottish Symphony Orchestra, dem Boston Symphony Orchestra, dem San Francisco Symphony Orchestra, dem National Arts Center Orchestra, dem Netherlands Philharmonic Orchestra, dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, dem Göteborger Symphonieorchester, dem Finnischen Rundfunk-Sinfonieorchester, dem Helsinki Philharmonic Orchestra und dem Iceland Symphony Orchestra. Ihre intensive Verbundenheit mit den nördlichsten Regionen Finnlands kam in „Songs of the Ice“ (2019) und dessen Schwesterwerk „Midnight Sun Variations“ zum Ausdruck; letzteres wurde 2019 bei den BBC Proms uraufgeführt. Das Werk wurde für den Kompositionspreis der Fondation Prince Pierre de Monaco nominiert. Im Jahr 2025 wurde ihr der Alfred-Kordelin-Preis verliehen, eine der bedeutendsten jährlichen Auszeichnungen in Finnland für gesellschaftlich relevante und aktuelle Beiträge, die Wissenschaft oder Kunst voranbringen.

Tarkiainen hat Vokal-, Kammer- und Soloinstrumentalwerke sowie Werke für Orchester und Solist*innen komponiert. Ihr Saxophonkonzert „Saivo“ (2016), das sie für den Saxophonisten Jukka Perko geschrieben hat, setzt sich mit den Themen Dualität und Illusion sowohl im Saxophon als auch in der Konzertform selbst auseinander. Es wurde 2018 für den Musikpreis des Nordischen Rates nominiert und später zusammen mit „The Earth, Spring’s Daughter“ bei Ondine auf CD veröffentlicht.

Tarkiainen hat mit einigen der renommiertesten Dirigent*innen und Musiker*innen in Europa und Amerika zusammengearbeitet und war Composer-in-Residence beim Festival de Musique Classique d’Uzerche in Frankreich. Ihr Herz schlägt jedoch weiterhin für den Norden. „Ich trage eine tiefe Sehnsucht nach den nördlichsten Regionen in mir“, sagte sie. Sie war Co-künstlerische Leiterin des jährlichen Silence Festivals in Lappland und lebte eine Zeit lang in der hochgelegenen Stadt Ivalo, 300 km nördlich von Rovaniemi. Die Wildnis der nördlichsten Gebiete Europas findet weiterhin Ausdruck in der fesselnden Kombination aus Schönheit und Brutalität, aus Fülle und Kargheit in ihrer Musik.

Aus dem Englischen von Andrew Mellor