04. bis 07.03.2027
her:voice IV
Komponistinnenfestival
Illustration: Magnus Voll Mathiassen
Orgel-Gala markieren
Bereits zum vierten Mal ist in Essen das international beachtete Komponistinnenfestival her:voice zu erleben. Erstmalig werden zum einen die Werke komponierender Frauen des Barock im Fokus stehen, zum anderen wird die Uraufführung einer Auftragskomposition des Aalto Musik theaters und der Finnischen Nationaloper Helsinki gefeiert.
Stilistisch kontrastiert wird das neue Opernwerk durch das Programm im Sinfoniekonzert unter der Leitung und unter Mitwirkung der Blockflötistin Dorothee Oberlinger. Hier erklingen neben Instrumentalkompositionen u. a. Arien aus Musiktheaterwerken komponierender Frauen, die nicht nur mit ihren Werken, sondern auch durch ihre Biografien beeindrucken: Maria Antonia Walpurgis von Bayern (1724 –1780) beispielsweise war sächsische Kur prinzessin, die auch für ihre zahlreichen künstlerischen Fähigkeiten als Komponistin, Librettistin, Sängerin, Malerin und Schriftstellerin bekannt war. Sie komponierte mit „Talestri“ eine Oper, bei der – ganz nach dem Vorbild der Aufklärung – anstatt gewaltvoller Auseinandersetzung eine friedvolle Einigung zwischen den Kriegsparteien steht. Über das Leben und die Ausbildung der italienischen Komponistin Camilla de Rossi (ca. 1670 – ca. 1710) ist wenig bekannt außer den Belegen über ihre kompositorischen Tätigkeiten zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Auszüge ihres Oratoriums „Il sacrifizio di Abramo“ geben Einblick in die Klangwelt der Römerin. Über die Französin Julie Pinel (ca. 1710 –1737) weiß man ebenfalls wenig. Vermutlich stammte sie aus einer Musiker*innenfamilie vom Hofe, unterrichtete Cembalo und komponierte. Ihr „Printemps“ erklingt im Sinfoniekonzert in der ungewöhnlichen Besetzung für Sopran und Blockflöte.
Im Festival-Kammerkonzert, das im NATIONAL-BANK Pavillon der Philharmonie Essen stattfindet, sind Werke einer weiteren herausstechenden Frau zu erleben. Sopra nistin Sarah Wegener singt Musik von Wilhelmine Schröder Devrient (1804 –1860), die vor allem für ihre Gesangs- und Schauspielkünste bekannt war und damit zur Entwicklung des Stils des dramatischen Gesangs beitrug. Weiteres High light des her:voice-Festivals in der Spielzeit 2026/2027 ist ein szenisches Projekt in der Regie von Sascha Krohn, das weitere Komponistinnen, u. a. die französische Barockkom ponistin Élisabeth Jacquet de La Guerre (1665–1729), in den Fokus rückt und diese mit Werken der Malerin Artemisia Gentileschi in Verbindung setzt.
„Wie sähe unsere Musiklandschaft heute aus, wären weibliche Talente gefördert worden? Wir können uns kaum eine Vorstellung machen.“Andreas Spering (Dirigent)
Rückblicke
Das Festival „her:voice“ findet in Kooperation mit dem Institut für Musikwissenschaft und
Interpretationsforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien statt.
Das Rahmenprogramm wird gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.
Interpretationsforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien statt.
Das Rahmenprogramm wird gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.