Komponistinnenfestival „her:voice“
Gesprächsrunde: „Frauen(-figuren) in der Oper
Ändert ein weiblicher Blick Produktion und Rezeption von Oper?“
Mit Elena Tzavara, Anika Rutkofsky, Ulrike Hartung, Arnold Jacobshagen und Hannah Schmidt (Moderation)
Dauer
ca. 1 Stunde, 30 Minuten
Hinweise
Eintritt frei
Beschreibung
Oper existiert nicht im Vakuum. Sie ist im Gegenteil ein Spiegel gesellschaftlicher Machtverhältnisse: Der Kanon konstruiert Vorstellungen davon, „was wertvoll ist und was wertlos“, schreibt Nora Sternfeld. Er ist „eine von Machtverhältnissen bestimmte vorherrschende Idee davon, was erzählt wird und was vergessen werden kann“. Genau wie etwa in der Literatur oder im Film sind die Geschichten, die auf der Opernbühne erzählt werden, geprägt von einem ,male gaze‘ – dem heteronormativen, sexualisierenden, objektifizierenden Blick auf weibliche Körper. Frauenfiguren scheinen in den Werken des Opernkanons dazu verdammt „angegriffen, geschändet, in den Selbstmord getrieben, umgebracht“ zu werden, wie Aliette de Laleu schreibt.
In diesem Panel fragen die Diskutierenden, ob und wenn ja, inwieweit ein feministischer Blick die Oper verändern kann – einerseits auf der Bühne, andererseits in der Rezeption. Genauso wie auf ästhetische Entscheidungen blickt die Runde dabei auf Arbeitsprozesse und Machtstrukturen im Opernbetrieb – von Stoffauswahl und Figurenzeichnung über musikalische Sprache bis hin zu Inszenierung, Körperbilder und Publikumserwartungen. Ziel ist es, Chancen, Widerstände und konkrete Handlungsräume zu benennen, um Oper als zeitgenössisches, vielfältiges und gesellschaftlich relevantes Medium weiterzudenken.
In diesem Panel fragen die Diskutierenden, ob und wenn ja, inwieweit ein feministischer Blick die Oper verändern kann – einerseits auf der Bühne, andererseits in der Rezeption. Genauso wie auf ästhetische Entscheidungen blickt die Runde dabei auf Arbeitsprozesse und Machtstrukturen im Opernbetrieb – von Stoffauswahl und Figurenzeichnung über musikalische Sprache bis hin zu Inszenierung, Körperbilder und Publikumserwartungen. Ziel ist es, Chancen, Widerstände und konkrete Handlungsräume zu benennen, um Oper als zeitgenössisches, vielfältiges und gesellschaftlich relevantes Medium weiterzudenken.
Die Gesprächspartner*innen
Ulrike Hartung beschäftigt sich mit Musiktheater in all seinen Formen – von der Opernbühne bis zum freien Experiment. Ihre Forschung gilt den ästhetischen und institutionellen Veränderungen zeitgenössischer Musiktheaterpraxis, postdramatischen Formen und der Frage, wie Musiktheater heute gedacht und gemacht wird.
Ein besonderer Fokus liegt außerdem auf feministischen und genderbezogenen Perspektiven – sowohl in künstlerischen Praktiken als auch in den Strukturen, die Musiktheater hervorbringen und prägen.
Sie hat Theaterwissenschaft (mit Schwerpunkt Musiktheater) sowie englische und neuere deutsche Literatur in Leipzig und Bayreuth studiert und am Forschungsinstitut für Musiktheater (fimt) promoviert. Ihre Arbeit über postdramatisches Musiktheater wurde mit einem Stipendium nach dem Bayerischen Elitefördergesetz gefördert.
Nach Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin am fimt und als Kommunikationsberaterin in der freien Wirtschaft war sie von 2018 bis 2024 Teil des DFG-Projekts „Beharrungs- und Bewegungskräfte: Musiktheater im institutionellen Wandel zwischen Musealisierung und neuen Formaten“. Seit 2024 forscht sie an der Universität Greifswald im IFZO-Projekt „Geteiltes Erbe: Der Opernkanon als kulturelles Erbe an Nationalopern und regionalen Kulturzentren des Ostseeraums“.
Ein besonderer Fokus liegt außerdem auf feministischen und genderbezogenen Perspektiven – sowohl in künstlerischen Praktiken als auch in den Strukturen, die Musiktheater hervorbringen und prägen.
Sie hat Theaterwissenschaft (mit Schwerpunkt Musiktheater) sowie englische und neuere deutsche Literatur in Leipzig und Bayreuth studiert und am Forschungsinstitut für Musiktheater (fimt) promoviert. Ihre Arbeit über postdramatisches Musiktheater wurde mit einem Stipendium nach dem Bayerischen Elitefördergesetz gefördert.
Nach Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin am fimt und als Kommunikationsberaterin in der freien Wirtschaft war sie von 2018 bis 2024 Teil des DFG-Projekts „Beharrungs- und Bewegungskräfte: Musiktheater im institutionellen Wandel zwischen Musealisierung und neuen Formaten“. Seit 2024 forscht sie an der Universität Greifswald im IFZO-Projekt „Geteiltes Erbe: Der Opernkanon als kulturelles Erbe an Nationalopern und regionalen Kulturzentren des Ostseeraums“.
Arnold Jacobshagen studierte Musikwissenschaft, Geschichte und Philosophie sowie Kultur- und Medienmanagement in Berlin, Wien und Paris. 1996 Promotion an der Freien Universität Berlin...
...anschließend Musikdramaturg am Staatstheater Mainz und Wissenschaftler am Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth (dort 2003 Habilitation). Seit 2006 Professor für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Er ist Vizepräsident der Gesellschaft für Musikforschung,Vorsitzender des Joseph Haydn-Instituts und Vorstandsmitglied der Europäischen Musiktheater-Akademie. Jüngste Buchveröffentlichungen: Maria Callas. Kunst und Mythos, (Reclam 2023) und Giacomo Puccini und seine Zeit (Laaber 2024).
...anschließend Musikdramaturg am Staatstheater Mainz und Wissenschaftler am Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth (dort 2003 Habilitation). Seit 2006 Professor für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Er ist Vizepräsident der Gesellschaft für Musikforschung,Vorsitzender des Joseph Haydn-Instituts und Vorstandsmitglied der Europäischen Musiktheater-Akademie. Jüngste Buchveröffentlichungen: Maria Callas. Kunst und Mythos, (Reclam 2023) und Giacomo Puccini und seine Zeit (Laaber 2024).
Anika Rutkofsky ist Gewinnerin des internationalen Regiewettbewerbes Ring Award Graz 21 und Alumni der Akademie Musiktheater heute der Deutsche Bank Stiftung. Zuletzt inszenierte sie „Der Fliegende Holländer“ am Staatstheater Nürnberg, „Idomeneo“ am Luzerner Theater und „Otello“ an der Staatsoper Kassel. Am 10.Mai 2026 feiert sie mit der Uraufführung „Station Paradiso“ an der Staatsoper Stuttgart Premiere.
Hannah Schmidt ist freiberufliche Musikjournalistin und arbeitet unter anderem für die ZEIT, den WDR, SWR, BR Klassik, Deutschlandfunk, das feministische Magazin an.schläge und das VAN-Magazin.
Sie hat Musikjournalismus, Kirchenorgel und Komparatistik in Dortmund und Bochum studiert und promoviert derzeit am Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund im Bereich der Feuilletonforschung. 2023 hat sie das Buch „Dirigent*innen im Fokus. Warum die klassische Musik fundierte Machtkritik braucht“ geschrieben und zusammen mit dem Frauenkulturbüro NRW herausgegeben.
Sie hat Musikjournalismus, Kirchenorgel und Komparatistik in Dortmund und Bochum studiert und promoviert derzeit am Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund im Bereich der Feuilletonforschung. 2023 hat sie das Buch „Dirigent*innen im Fokus. Warum die klassische Musik fundierte Machtkritik braucht“ geschrieben und zusammen mit dem Frauenkulturbüro NRW herausgegeben.
Elena Tzavara studierte Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin und gründete während des Studiums das OFFenbachmusikTheater, mit dem sie früh eigene Produktionen realisierte und künstlerische Leitungsverantwortung übernahm. Ergänzend absolvierte sie Meisterklassen u. a. bei Sasha Waltz und Peter Konwitschny.
Elena Tzavara arbeitete als Regieassistentin und Produktionsleiterin an renommierten internationalen Institutionen und Festivals, darunter die Salzburger Festspiele, die Salzburger Osterfestspiele und die Ruhrtriennale. Sie war an der Deutschen Staatsoper Unter den Linden in Berlin als feste Regieassistentin und Abendspielleiterin tätig und arbeitete mit Regisseur*innen wie Peter Sellars, Barrie Kosky, Robert Wilson, Martin Kušej und Stefan Bachmann zusammen.
Ihre eigenen Inszenierungen führten sie an zahlreiche Opernhäuser und Festivals, darunter das Nationaltheater Weimar, die Griechische Nationaloper Athen, die Oper Köln, die Deutsche Staatsoper Berlin sowie erneut die Salzburger Festspiele. 2007 war sie Finalistin des European Opera Directing Prize. Zudem erhielt sie Förderungen der Akademie Musiktheater heute der Deutschen Bank Stiftung sowie des Deutsch-Französischen Kulturrats.
Von 2009 bis 2013 leitete Elena Tzavara die Kinderoper Köln an der Oper Köln. In dieser Funktion setzte sie konsequent auf zeitgenössische Uraufführungen für junges Publikum statt auf gekürzte Fassungen des Standardrepertoires. 2012 wurde die Oper Köln – inklusive Kinderoper – als „Opernhaus des Jahres“ ausgezeichnet.
Zwischen 2014 und 2016 war sie künstlerische Leiterin der spartenübergreifenden Festivals „Musik in den Häusern der Stadt“ und „Literatur in den Häusern der Stadt“, die in mehreren deutschen Großstädten stattfanden.
2017 übernahm sie die Leitung der Jungen Oper Stuttgart an der Staatsoper Stuttgart. Dort initiierte sie die Neupositionierung als JOiN – Junge Oper im Nord und verantwortete zugleich das Internationale Opernstudio der Staatsoper Stuttgart.
Mit ihrer Ernennung zur Generalintendantin des Theater Aachen verfolgt Elena Tzavara einen partizipativen, offenen Theaterbegriff, der künstlerische Exzellenz, gesellschaftliche Relevanz und Nachwuchsförderung miteinander verbindet. Sie zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des zeitgenössischen Musiktheaters und ist insbesondere für ihre Arbeit im Bereich der Oper für junges Publikum sowie für innovative Leitungsmodelle bekannt.
Elena Tzavara arbeitete als Regieassistentin und Produktionsleiterin an renommierten internationalen Institutionen und Festivals, darunter die Salzburger Festspiele, die Salzburger Osterfestspiele und die Ruhrtriennale. Sie war an der Deutschen Staatsoper Unter den Linden in Berlin als feste Regieassistentin und Abendspielleiterin tätig und arbeitete mit Regisseur*innen wie Peter Sellars, Barrie Kosky, Robert Wilson, Martin Kušej und Stefan Bachmann zusammen.
Ihre eigenen Inszenierungen führten sie an zahlreiche Opernhäuser und Festivals, darunter das Nationaltheater Weimar, die Griechische Nationaloper Athen, die Oper Köln, die Deutsche Staatsoper Berlin sowie erneut die Salzburger Festspiele. 2007 war sie Finalistin des European Opera Directing Prize. Zudem erhielt sie Förderungen der Akademie Musiktheater heute der Deutschen Bank Stiftung sowie des Deutsch-Französischen Kulturrats.
Von 2009 bis 2013 leitete Elena Tzavara die Kinderoper Köln an der Oper Köln. In dieser Funktion setzte sie konsequent auf zeitgenössische Uraufführungen für junges Publikum statt auf gekürzte Fassungen des Standardrepertoires. 2012 wurde die Oper Köln – inklusive Kinderoper – als „Opernhaus des Jahres“ ausgezeichnet.
Zwischen 2014 und 2016 war sie künstlerische Leiterin der spartenübergreifenden Festivals „Musik in den Häusern der Stadt“ und „Literatur in den Häusern der Stadt“, die in mehreren deutschen Großstädten stattfanden.
2017 übernahm sie die Leitung der Jungen Oper Stuttgart an der Staatsoper Stuttgart. Dort initiierte sie die Neupositionierung als JOiN – Junge Oper im Nord und verantwortete zugleich das Internationale Opernstudio der Staatsoper Stuttgart.
Mit ihrer Ernennung zur Generalintendantin des Theater Aachen verfolgt Elena Tzavara einen partizipativen, offenen Theaterbegriff, der künstlerische Exzellenz, gesellschaftliche Relevanz und Nachwuchsförderung miteinander verbindet. Sie zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des zeitgenössischen Musiktheaters und ist insbesondere für ihre Arbeit im Bereich der Oper für junges Publikum sowie für innovative Leitungsmodelle bekannt.
Termine und Tickets
Aalto Musiktheater
Komponistinnenfestival „her:voice“
Gesprächsrunde: „Frauen(-figuren) in der Oper
Ändert ein weiblicher Blick Produktion und Rezeption von Oper?“
Das Rahmenprogramm wird gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.