Making of ... "Die Wand (360°)"

Einblicke in die Entstehung des Virtual Reality-Filmes
Im Frühjahr 2022 entsteht mit „Die Wand (360°)“ ein zweiter Virtual Reality-Film am Schauspiel Essen. Regie führt wieder Thomas Krupa, der bereits seine erfolgreiche Bühnen-Inszenierung „Der Reichsbürger“ an die Erfordernisse der 360°-Perspektive angepasst hat.

Der Bau eines Film-Szenenbildes, das Inszenieren und Spielen vor einer 360°-Filmkamera, die Filmarbeit überhaupt - das alles unterscheidet sich sehr von unserer täglichen (Proben)Arbeit. Und weil das so spannend ist, möchten wir Sie gerne an der Entstehung dieses VR-Projektes teilhaben lassen. Schauen Sie doch immer wieder mal hier vorbei, wir werden in losen Abständen darüber berichten.


20.5.2022. Umbau der Bühne
Im VR-Film "Die Wand (360°)" vergehen einige Jahre, in denen die Frau (Floriane Kleinpaß) allein im Wald lebt. Und mit den Jahren verrottet das Tiny-Haus. Vor dem Dreh der zweiten Staffel Ende Februar 2022 haben deshalb die Kolleg*innen aus dem Malsaal und der Werkstatt der Plastiker*innen die Bühne ganz beeindruckend altern lassen - die Natur hat sich ihren Raum zurückerobert.
Maike Daum, Erste Theatermalerin, lässt die Wände des Tiny-Hauses deutlich altern.
Maike Daum verpasst den Wänden im Tiny-Haus die nötige "Patina".
Auch äußerlich verrottet das Tiny-Haus natürlich - und der Wald verändert sich mit den vergehenden Jahren. Lilian Schmidt aus den Werkstätten bearbeitet entsprechend die Szenerie vor dem Haus.
Die "ehemalige" Küche im Tiny-Haus
Nebelprobe mit Regiehospitantin Clara Schamp (links) und Schauspielerin Floriane Kleinpaß
21.2.2022. Drehtage - Staffel 1/2
Bevor der Dreh beginnt, bespricht Regisseur Thomas Krupa mit Schauspielerin Floriane Kleinpaß und Schauspieler Alexey Ekimov die Szene.
Regisseur Thomas Krupa stimmt den Drehplan für die nächste Szene mit Schauspieler Alexey Ekimov und Hauptdarstellerin Floriane Kleinpaß genau ab.
Schauspielerin Floriane Kleinpaß mit Maskenbildnerin Anna-Lena Reinhold
Teambesprechung: So wissen die Beteiligten genau, was als nächstes ansteht.
Tobias Biseke (zuständig für die 360°-Videoaufzeichnung und Postproduktion), Regiehospitantin Clara Schamp, Schauspielerin Floriane Kleinpaß und Regisseur Thomas Krupa besprechen die nächste Einstellung.
Hinter der Wand: Regieassistentin Charlotte Weidinger und die Schauspieler*innen Floriane Kleinpaß und Alexey Ekimov.
Um Schweiß auf der Haut von Schauspielerin Floriane Kleinpaß zu simulieren, besprüht Maskenbildnerin Anna-Lena Reinhold sie mit feinem Wasser-Nebel.
Schauspielerin Floriane Kleinpaß ist im Tiny House unterwegs.
Von oben aus dem Hochbett spricht Produktions- und Ausstattungsleiterin Friederike Külpmann mit Schauspielerin Floriane Kleinpaß und Kostümassistentin Lena Natt.
Tobias Biseke richtet die Kamera vor Schauspielerin Floriane Kleinpaß aus, bevor er mit der 360°-Videoaufzeichnung beginnt. Tonmeister Adrian Kareev kümmert sich um den richtigen Ton.
In einer Szene muss Schauspielerin Floriane Kleinpaß Holz hacken.
Unter der Anleitung des Waffen- und Pyrotechnik-Experten Wolfgang Stabe (rechts) schaut Regisseur Thomas Krupa durch ein Jagdgewehr.
15.2.2022. Drehtage - Staffel 1/1
Für die Dreharbeiten zu dem VR-Projekt "Die Wand (360°)" ist die alte Schreinerei im Kulissenhaus zum Filmstudio geworden. Da bei dem Rundum-Dreh der komplette Raum sichtbar ist - und somit auch alle, die sich darin aufhalten - verfolgen Regisseur Thomas Krupa, Tobias Bieseke (360°-Videoaufzeichnung und Postproduktion), Regieassistentin Charlotte Weidinger sowie Licht- und Tontechniker außerhalb des "Bühnenbildes" die Filmaufnahmen über Monitore.
Behind the scenes: Tobias Bieseke, zuständig für die 360°-Videoaufzeichnung, und Regisseur Thomas Krupa.
Tontechniker Reinhard Münchmeyer, Beleuchter Tim Waclawek
Regieassistentin Charlotte Weidinger und Regisseur Thomas Krupa verfolgen die Filmaufnahmen über Monitore.
3.2.2022. Einrichtung der Bühne III - Aufbau des Waldes
Für die VR-Filmproduktion haben die Theatermalerinnen und Plastiker*innen in den Werkstätten an der Hafenstraße ein Stück Wald mit den unterschiedlichsten Materialien und viel handwerklichem Geschick "gebaut". Beim Einrichten des Filmsets in der ehemaligen Schreinerei im Kulissenhaus haben sie diesem künstlichen Wald noch einen besonders realistischen Anstrich gegeben. (Fotos: Markus Hesse)
Theaterplastiker Teddy Braun und Auszubildende Lilian Schmidt richten den Wald naturgetreu für die Filmbühne ein. In den Boden haben Kollegen aus der Beleuchtung Scheinwerfer eingebaut, die noch "versteckt" werden.
Geschützt durch eine Pappe werden die Scheinwerfer an den Rändern in den Theaterwaldboden eingepasst.
Auszubildende Lilian Schmidt
Mit Sprühheißkleber werden nachträglich einzelne naturalistische Elemente am Theaterwaldboden befestigt, besonders am Übergang zu den Scheinwerfern. Der in den Werkstätten gestaltete Boden wird mit loser echter Erde retuschiert - und wirkt sehr natürlich.
3.2.2022. Einrichtung der Bühne II - Aufbau des Tiny-Hauses
Für die Dreharbeiten zum VR-Film "Die Wand (360°)" wird unsere ehemalige Schreinerei im Kulissenhaus (hinter dem Grillo-Theater) zum Filmstudio! Nach der Hängung des Bluescreens geht es daran, das Tiny-Haus aufzubauen. (Fotos: Markus Hesse)
Das Haus entsteht langsam, die Techniker befestigen die Holzwände am Stahlgerüst.
Die Techniker setzen das Gerüst für die Wand und das Hochbett im Tiny-Haus ein.
Nachdem die Wände stehen, folgt die Inneneinrichtung des Tiny-Hauses. So langsam wird es gemütlicher ...
Blick vom Inneren des Hauses auf den Bluescreen.
Das Tiny-Haus ist für die Dreharbeiten fertig eingerichtet, es finden letzte Reinigungsarbeiten statt.
3.2.2022. Einrichtung der Bühne I - Hängung des Bluescreens
Die Dreharbeiten zu "Die Wand (360°)" finden in der ehemaligen Schreinerei im Kulissenhaus (hinter dem Grillo-Theater) statt. Seit mehreren Jahren wird der Raum bereits als Probebühne genutzt, nun wird er zum Filmstudio! Für die richtige Filmkulisse wird zunächst ein Bluescreen gehängt. (Fotos: Markus Hesse)
Der reine Bluescreen an den Traversen.
17.1.2022. Gruß aus dem Tonstudio
Bevor es in dieser Woche (ab 18. Januar) an den Dreh von unserem VR-Film geht, hat Floriane Kleinpaß - sie spielt die Frau in Marlene Haushofers Geschichte - den gesamten Text für ein Voice Over eingesprochen.
11.1.2022. Der Bau des Film-Bühnenbildes oder: Wie ein künstlicher Wald entsteht
Unsere Kolleg*innen in den Werkstätten der Theater und Philharmonie Essen (Malersaal, Plastikerwerkstatt, Schreinerei, Schlosserei) an der Hafenstraße haben für das Bühnenbild mit sehr viel Liebe zum Detail unter anderem ein Stück Wald entstehen lassen! Wie sie es geschafft haben, eine fast naturgetreue Szenerie zu gestalten, dokumentieren wir hier.

"Eine Kulisse für einen Film zu bauen war eine ganz andere Arbeit als ein Bühnenbild für ein Stück anzufertigen. Zum Beispiel wird das Setting für den Film nur einmal aufgebaut. Die Kulissen für Bühnenstücke dagegen müssen so konzipiert sein, dass sie immer wieder auf- und abgebaut werden und dass sie gut gelagert werden können." (Maike Daum, Erste Theatermalerin)
Theaterplastiker Zhi Li bereitet das Untermaterial für den Waldboden vor: Er schneidet Schaumstoffstücke zurecht. Im Vordergrund liegen die vorbereiteten künstlichen Gräser.
Der geschnittene Schaumstoff wurde auf Holzplatten aufgeklebt. Die grünen "Inseln" sind bemalte Schaumstoffstücke. An den weißen Stellen werden später die Bäume eingesetzt. Mit Kreide sind die Platzierungen für die Beleuchtung markiert.
Teddy Braun, erster Theaterplastiker, mischt eine Masse u. a. aus Leim, Sägespänen, Schaumstoffflocken und Papierschnitzen. Sie wird auf den Untergrund aufgetragen, darauf können weitere Materialien für den Waldboden geklebt werden.
Mit (teilweise) echter Erde decken Auszubildende Lilian Schmidt und Theaterplastiker Zhi Li die Holzplatten und den Schaumstoffuntergrund ab.
Auszubildende Lilian Schmidt drahtet Blätter an ein Metallgestell an.
Der Waldboden mit künstlichen Grasteppichen, Gräsern und Büschen.
Maike Daum, erste Theatermalerin, sorgt dafür, dass die Waldpilze ein farblich natürliches Aussehen bekommen. Die Pilze hergestellt hat Theaterplastiker Zhi Li.
Das Innere der Bäume ist ein Drahtgestell, das zunächst ummantelt wurde und das Lilian Schmidt (l.) mit Stücken aus Pappe beklebt. In einem nächsten Schritt wird der farblose Stamm mit einer Masse geglättet und dann angemalt. Theatermalerin Franziska Graumüller (r.) gibt der Rinde schließlich noch den letzten Pinselstrich.
Der fertige Waldboden mit Gräsern, Büschen und Bäumen in der Werkstatt. Für den Transport auf die Probebühne beim Grillo-Theater (die ehemalige Schreinerei im Kulissenhaus) wird er in einzelne Platten zerlegt, dort wieder aufgebaut und final gestaltet.
Damit nichts zerdrückt wird, werden die einzelnen fertigen Bodenplatten für die Lagerung und den Transport wie Spielkarten aneinander gelehnt.
Lilian Schmidt grundiert zum Schutz und für die Stabilität das "geschnitzte" Styropor für eine Steinwand.
Nachdem die Theatermaler*innen die Felswand mit Pinsel und Farbe gestaltet haben, setzt Theaterplastiker Zhi Li in die angemalte Wand noch Grasbüschel ein.
Die fertige Steinwand.