Madama Butterfly

Oper von Giacomo Puccini
Wiederaufnahme am 5. Mai 2018
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln



Zum Stück

Schon bevor er seine "Tosca" 1899 vollendet hatte, suchte Giacomo Puccini nach einem Libretto für die folgende Oper – ohne brauchbares Resultat, wie so oft in seinem Leben. Als er aber 1900 in London weilte, schickte man ihn schnurstracks ins Duke of York’s Theatre, wo ein Schauspiel des amerikanischen Autors David Belasco gegeben wurde: "Madame Butterfly". Obwohl der Komponist kein Wort Englisch verstand, war ihm schlagartig klar: Diese "Tragödie einer Japanerin" würde seine nächste Oper. Als “Madama Butterfly” 1904 an der Mailänder Scala herauskam, war die Enttäuschung riesig, für das Publikum wie den Komponisten. Doch es brauchte nur ein paar Retuschen, damit das Werk noch im selben Jahr seinen bis heute andauernden Siegeszug antrat – den es sich jahrzehntelang durch eine Art Verstellung erschwindelte: Es tat, als spiele es in einem exotischen Reich von mandeläugigen Porzellanpuppen.

Ein solches Stück hatte nämlich weder Belasco geschrieben noch Puccini komponiert. Zwar waren Exotismen um die Jahrhundertwende sehr in Mode, zwar gab es für die kleine Cio-Cio-San in dem Roman "Madame Chrysanthème" von Pierre Loti schon ein Vorbild, dessen Operntauglichkeit André Messager bewiesen hatte, aber all das hatte mit jenem Verismo, dem sich Puccini letztlich verpflichtet fühlte, wenig zu tun: der schonungslosen Darstellung der Wahrheit auf der Bühne. Wie sehr sich Puccini diesem Ideal verpflichtet fühlte, belegen seine Besuche bei der Gattin des japanischen Konsuls in Rom, von der er sich nicht nur über japanische Musik, sondern auch über Gebräuche des Reiches Nippon aus erster Hand informieren ließ. Und der ständige Griff zum Whiskyglas der trinkfreudigen Amerikaner auf der Bühne bei gleichzeitiger Intonation der US-Nationalhymne ist nicht anders denn als sarkastischer Kommentar auf den Hegemonialanspruch der Neuen Welt im pazifischen Raum zu verstehen. So wird aus der "Tragödie einer Japanerin" in der Oper auch eine Tragödie Amerikas.

Gefördert von der Sparkasse Essen.

Pause nach ca. 45 Minuten.

Einführungsvortrag 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Foyer.
Team
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Gabriele Rupprecht
Szenische Leitung der Wiederaufnahme
Besetzung
Cio-Cio-San, genannt Butterfly
Sandra Janušaitė
Suzuki, Cio-Cio-Sans Dienerin
Kate Pinkerton
B.F. Pinkerton
Sharpless, Konsul der Vereinigten Staaten
Goro, Nakodo
Der Fürst Yamadori
René Aguilar
Onkel Bonze
Yakuside
Arman Manukyan
Der kaiserliche Kommissar
Mateusz Kabala
Der Standesbeamte
Ulrich Wohlleb
Die Mutter Cio-Cio-Sans
Marion Steingötter
Die Base
Kyung-Nan Kong
Die Tante
Uta Schwarzkopf

Pressestimmen

"Ein großer Puccini-Abend."
"Am Essener Aalto-Theater erzählt Regisseur Tilman Knabe die Geschichte von Cio-Cio-Sans eben nicht nur fremd verschuldetem Schicksal mit packender Konsequenz und ungeheuer dichter Personenführung. [...] Ungeheuer detailreich und niemals platt bebildert Tilman Knabe die Geschichte einer Verslumung, aus der es keinen Ausweg gibt. An dieser Verfalls-Szenerie reiben sich die süßen, exotisch getönten Puccini′schen Sehnsuchtsgesänge umso schmerzlicher und geben sich als das zu erkennen, was sie sind: nichts als verzweifelte, hoch fahrende Illusion. [...] Ein großer Puccini-Abend."
Rheinische Post
26. April 2011
Regine Müller

Empfehlungen für Sie
Fr
7
September
15:30 - 17:30
Aalto-Theater
Fr
14
September
19:30 - 22:00
Aalto-Theater
So
16
September
13:00
Aalto-Theater
Mo
24
September
Mo
1
Oktober
18:00
Aalto-Foyer
Do
4
Oktober
Probenbesuch "Carmen"
So
7
Oktober
Matinee zu "Carmen"
13:15 - 14:00
Aalto-Theater
14:30 - 16:00
Aalto-Theater
Fr
12
Oktober
16:30
Aalto-Cafeteria
Sa
13
Oktober
Sa
20
Oktober
14:00 - 17:00
Aalto-Foyer
Sa
20
Oktober
19:00 - 22:00
Aalto-Theater
Fr
2
November
19:30 - 22:00
Aalto-Theater
Fr
16
November
19:30 - 22:45
Aalto-Theater
So
18
November
Ruckedigu, da fehlt doch ein Schuh!
So
18
November
Ruckedigu, da fehlt doch ein Schuh!
Mi
21
November
20:00
Zeche Zollverein
So
25
November
Ist das Kunst oder kann das weg?
Fr
30
November
16:30
Alfried Krupp Saal
So
2
Dezember
Matinee zu "Der Freischütz"
Mo
3
Dezember
18:00
Aalto-Theater
Di
4
Dezember
Probenbesuch "Der Freischütz"
Sa
8
Dezember
Fr
14
Dezember
16:30
Aalto-Cafeteria
Fr
21
Dezember
19:30 - 21:45
Aalto-Theater
Sa
19
Januar
19:00 - 20:45
Aalto-Theater
Fr
25
Januar
16:30
Aalto-Cafeteria
So
27
Januar
Matinee zu "Otello"
So
27
Januar
21:00
Aalto-Theater
Sa
2
Februar
Mo
4
Februar
18:00
Aalto-Theater
Di
5
Februar
Die singenden Saurier
Di
5
Februar
Die singenden Saurier
Sa
9
Februar
19:00 - 22:15
Aalto-Theater
So
10
Februar
Matinee zu "Der Ring an einem Abend"
Fr
15
Februar
16:30
Aalto-Cafeteria
So
3
März
Sprichts Du jeckisch?
So
17
März
Matinee zu "Medea"
So
17
März
Bei rot bleib ich steh'n - Bei grün darf ich geh'n
So
17
März
Bei rot bleib ich steh'n - Bei grün darf ich geh'n
Fr
22
März
Sa
23
März
Sa
30
März
19:00 - 21:45
Aalto-Theater
Mo
8
April
18:00
Aalto-Theater
Sa
13
April
19:00 - 21:45
Aalto-Theater
Do
9
Mai
19:00
Aalto-Theater
So
12
Mai
21:00
Aalto-Theater
Fr
24
Mai
Probenbesuch "Così fan tutte"
So
26
Mai
Matinee zu zu "Così fan tutte"
Fr
31
Mai
16:30
Aalto-Cafeteria
Mo
3
Juni
18:00
Aalto-Theater
Sa
15
Juni
19:00 - 22:00
Aalto-Theater
Mo
1
Juli
So
7
Juli
11:00
Aalto-Theater