≈ [ungefähr gleich]

von Jonas Hassen Khemiri
Deutsch von Jana Hallberg
November 2018
Fr
30
Dezember 2018
Do
06
Di
18
Do
27
Januar 2019
Mi
09
http://www.theater-essen.de/ Theater und Philharmonie Essen Opernplatz 10, 45128 Essen
Premiere

≈ [ungefähr gleich]

Casa · Grillo-Theater · 2 Stunden 5 Minuten, eine Pause
http://www.theater-essen.de/ Theater und Philharmonie Essen Opernplatz 10, 45128 Essen

≈ [ungefähr gleich]

Casa · Grillo-Theater · 2 Stunden 5 Minuten, eine Pause
http://www.theater-essen.de/ Theater und Philharmonie Essen Opernplatz 10, 45128 Essen

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Casa · Grillo-Theater · 2 Stunden 5 Minuten, eine Pause
http://www.theater-essen.de/ Theater und Philharmonie Essen Opernplatz 10, 45128 Essen

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Casa · Grillo-Theater · 2 Stunden 5 Minuten, eine Pause
http://www.theater-essen.de/ Theater und Philharmonie Essen Opernplatz 10, 45128 Essen

≈ [ungefähr gleich]

Casa · Grillo-Theater · 2 Stunden 5 Minuten, eine Pause
Premiere am 30. November 2018 in der Casa



Das Stück

Ein Job mit fettem Gehalt, hübscher Sekretarin und Firmenwagen – das wär‘s doch. Andrej hat am Abendkolleg den Kurs „Grundlagen von Wirtschaft und Marketing“ belegt und ist nun fest entschlossen, endlich „das System“ kennenzulernen und sich seinen Platz darin zu sichern. Nicht wie Peter, dieser Schnorrer, der mit Sicherheit kein Obdachloser, sondern ein Betrüger ist. Das System von innen heraus zu verändern, dazu ist wiederum Mani fest entschlossen und versucht, den Studierenden in seinen Vorlesungen das Genie und den Wahnsinn in Vergessenheit geratener Ökonomen zu vermitteln. Martina träumt unterdessen davon, die Stadt endlich hinter sich lassen zu können, um auf dem Land als Öko-Selbstversorgerin zu leben. Doch mit dem Job im Tabakladen wird sie das Geld dafür wohl nicht zusammen bekommen. Und dann ist da noch diese zweite Martina in ihrem Kopf, die nicht mehr warten will, sondern nehmen – nehmen, was ihr doch genauso zusteht wie den anderen auch! Freja schließlich würde sprichwörtlich über Leichen gehen, nur um wenigstens ihren alten Job zurückzubekommen.  

„Unten treten, oben buckeln, sexy mit dem Arsch wackeln“, so beschreiben die Rapper NMZS und Danger Dan in ihrem Song „Lebensmotto Tarnkappe“ die absurde Zurichtung des Einzelnen in der ideologischen Maschinerie der Selbstvermarktung. Jonas Hassen Khemiri, einer der bekanntesten Gegenwartsautoren Schwedens, exerziert diese Zumutung einer zur Markthalle gewordenen Welt an den erzählerisch kunstvoll verzahnten Schicksalen von fünf Menschen durch, die den Anschluss an die ökonomische Entwicklung längst verloren haben und sich im Spannungsfeld zwischen Unterordnung und Rebellion dazu verhalten müssen. Mal düster-zynisch, mal humorvoll, aber stets berührend und mit beinahe liebevoll anmutendem Verständnis für seine Figuren fragt er nach der Möglichkeit von Freiheit in der „freien“ Marktwirtschaft, reist dem Kapitalismus den Schleier der „Jeder kann es schaffen“-Rhetorik vom angeblich menschlichen Antlitz und verrät uns ganz nebenbei die Formel für die Berechnung des Unterhaltungswertes eines Theaterabends.

Vorstellung am:
18.12. 19:00

Team
Inszenierung
Bühne und Videografie
Kostüme
Dramaturgie
Stuntkoordination
René Lay
Besetzung
Mani, Ivan, Bewerbung
Casparus van Houten, Angestellter bei Getränkemarkt und Jobcenter, Arbeitgeber
Andrej, Karriereberater, Pfarrer, Sören
Martina, Laura Lorenzo, Arbeitgeberin
Freja, Silvana, Arbeitgeberin, Martina 2
Bühnenmeister
Kalle Spies

Pressestimmen

„Die Verwertungslogik kapitalistischer Systeme zersetzt am Ende alles. Aber genau in dieser ernüchternden Erkenntnis liegt der Mehrwert dieser Inszenierung. Magz Barrawasser […] setzt auf den Erkenntnisgewinn, der entsteht, wenn man mit der banalen Amoralität der Verhältnisse konfrontiert wird.“
nachtkritik.de
1. Dezember 2018
Sascha Westphal

Kompletter Artikel
„Bewegendes Ensemblestück.“
„Khemiris Stück zeigt mit Bedacht die Kehrseite des Kapitalismus. Und Barrawasser nimmt diese Kritik wohltuend ernst. Statt grell zu überzeichnen, macht sie die Wunden des Verteilungskampfes kenntlich. […] Die Liebe ist am Ende doch nicht die härteste Währung in diesem bewegenden Stück, das den Unterhaltungswert bei aller ökonomischen Betrachtung nicht aus dem Blick verliert.“
WAZ/NRZ
4. Dezember 2018
Martina Schürmann

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