Die Marquise von O…

nach der Novelle von Heinrich von Kleist
Bühnenfassung von Christopher Fromm
Wiederaufnahme am 9. Oktober 2021



Das Stück

Es herrscht Krieg. Feindliche Scharfschützen zerren Julietta, die Marquise von O… und Tochter des Kommandanten, während eines nächtlichen Überfalls in einen Hinterhalt. Nur das Eingreifen des plötzlich auftauchenden Graf F... verhindert scheinbar eine Vergewaltigung, bevor Julietta in Ohnmacht fällt. Tags drauf werden die Täter ausfindig gemacht, nach kurzem Verhör exekutiert und der edle Retter in der Not, bevor er sich verabschiedet, mit Lobreden gefeiert. Einige Wochen nach diesem Vorfall stellt die junge, bereits verwitwete Frau fest, dass sie schwanger ist. Verzweifelt beteuert Julietta, nicht die geringste Erinnerung an die Zeugung ihres dritten Kindes zu haben. Was zweifelhaft klingt, wird ihr auch von ihren Eltern nicht geglaubt. Die Tochter von bislang „vortrefflichem Ruf“ muss das elterliche Haus, in das sie nach dem Tod ihres Mannes zurückgekehrt war, verlassen. Fortan schlägt sich die Schwangere mit ihren Töchtern alleine durch, wächst an der Krise, gewinnt an Selbstbewusstsein – und entwickelt eine ungeahnte Radikalität, aus der heraus sie beschließt, mithilfe einer Zeitungsannonce der Wahrheit näherzukommen und den Mann zu finden, der ihr das angetan hat ...

Geprägt von den grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen seiner Zeit, vor allem von den Ideen der Aufklärung und der Französischen Revolution, erzählt Heinrich von Kleist von „der gebrechlichen Einrichtung der Welt“. In „Die Marquise von O...“, erstmals 1808 in der Zeitschrift Phöbus abgedruckt, verspottet er eine Doppelmoral, die im Grunde alles erlaubt, so lange es im Verborgenen geschieht. Zugleich entwirft der berühmte Literat – zu einer Zeit, in der die Zwangsheirat allmählich vom Konzept der Liebesheirat abgelöst wird, aber eine Schwangerschaft noch immer als Beweis für einvernehmlichen Sex gilt – ein bis heute kontrovers diskutiertes Frauenbild: Ist „Die Marquise von O...“ nun die Geschichte einer erfolgreichen weiblichen Emanzipation? Oder die einer weiteren, aus toxischer Maskulinität resultierenden Unterwerfung?
Team
Inszenierung und Videografie
Musik und Videografie
Choreografie
Dramaturgie
Besetzung
Marquise von O.
Graf F.
Obrist von G., Vater der Marquise von O.
Obristin von G., Mutter der Marquise von O.
Forstmeister, Bruder der Marquise von O.

Pressestimmen

Herausragendes Ensemble.
„Bei aller Liebe zu expressionistischen Stilmitteln vertraut Regisseur Christopher Fromm letztendlich auf die Schauspieler. Und die legen eine glänzende Ensembleleistung hin: Sabine Osthoff als standesbewusste, um Zuneigung ringende Mutter, Jürgen Hartmann, der den gebrochenen Patriarchen gibt, Stefan Migge als nachplapperndem Bruder, Philipp Noack als vielschichtiger Täter und Silvia Weiskopf als Marquise. Sie verleiht ihr die Zartheit und die Wut und die Kraft, gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.“
WAZ/NRZ
22. September 2020
Dagmar Schwalm

„Regisseur Christopher Fromm stellt die Figuren in einer Art und Weise von postapokalyptischen Zombies dar […]. Das ist schon sehr poppig, das erinnert sogar an Science-Fiction-Filme. […] Man findet bestimmt gute Anknüpfungspunkte an den Deutschunterricht.“

WDR 5 - Scala
21. September 2020
Christoph Ohrem

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