11.05.2018

Wenn der eigene Schatten das Leben verdunkelt

Szenische Lesung von Katha Trykowskis „zeitweise“ am 16. Mai in der Heldenbar
Essen. Eine Frau steigt auf einen Berg. Die Abenddämmerung setzt ein, von weitem sind noch die Lichter der Stadt zu erkennen. Am Rand eines Sees breitet sie auf einem Felsen ein flauschiges Fell aus und legt sich zum Sterben nieder … Vom Ende eines Lebens und gleichzeitig vom Ende des ganzen Universums erzählt die junge Autorin Katha Trykowski in ihrem Text „zeitweise“, der als szenische Lesung am Mittwoch dem 16. Mai ab 20 Uhr in der Heldenbar des Grillo-Theaters präsentiert wird.

Zwei Stränge gibt es in dieser ebenso berührenden wie kenntnisreichen Erzählung: Da ist zum einen diese Frau, die sich von den Möglichkeiten, die diese Welt bietet, überfordert fühlt und ihr Leben beenden will. Durchbrochen wird die eindringliche Schilderung ihrer letzten Minuten und Gedanken durch ein Weltuntergangsszenario, das physikalisch fundiert einen beängstigenden Blick in die Zukunft unseres Kosmos wirft, wobei Trykowski auch auf dieser Ebene einen hoffnungsvollen Konjunktiv durchschimmern lässt. Und so fragt die junge Autorin, die zuletzt am Schauspiel Essen das Stück „Am Horizont“ inszeniert hat, folgerichtig: „Kann der eigene Schatten das Leben verdunkeln? Müsste man lediglich den Standpunkt wechseln und eine neue Perspektive finden, um das Leben wieder in einem anderen Licht zu sehen?“ 

In der von Katha Trykowski selbst realisierten szenischen Lesung sind die Schauspieler Jan Pröhl und Janina Sachau zu erleben. Der Abend ist in der Reihe Freischuss entstanden, in der junge Theaterleute die Gelegenheit bekommen, erste eigene Inszenierungen auf die Bühne zu bringen. 

Eintritt: € 8,00.
Karten sind im Vorverkauf im TUP-TicketCenter, Tel.: 0201/81 22-200, erhältlich.